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Harmonie in der Mode: So setzen Sie Stil-Elemente harmonisch ein (Teil 3)

Harmonie in der Mode, Stil-Elemente - Modeflüsterin - Stil, Mode und Wellness für starke Frauen über 40, 50 und 60.Die Blogserie „Harmonie in der Mode“ habe ich ins Leben gerufen, um Ihnen die vielen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Sie ein Outfit zusammen stellen, das zu Ihnen passt. Das gelingt vor allem dann, wenn Farben, Proportionen und Stil perfekt mit Ihrer natürlichen Pigmentierung, Ihrem Figurtyp und Ihrer Stil-Persönlichkeit harmonieren. Wenn Sie diese drei modischen Dimensionen im Griff haben, werden Sie immer zu harmonischen, authentischen Looks kommen.

Bereits in den letzten zwei Wochen haben Sie anhand von Beispielen gesehen, wie sich harmonische Outfits ganz unterschiedlich kreieren lassen – ganz in Abhängigkeit von den individuellen farblichen und proportionalen Voraussetzungen der jeweiligen Trägerin. Auch im dritten Teil haben sich wieder zwei meiner Blogger-Kolleginnen bereit erklärt, ihre Looks analysieren zu lassen. Heute geht es um den harmonischen Einsatz von Stil-Elementen. Dazu zeigen Anja, die „Schminktante„, und Annette, „Lady of Style„, ihre Outfits. Bleiben Sie neugierig!

Die Blogserie „Harmonie in der Mode“ besteht aus den folgenden drei Teilen:

Die wichtigsten Kriterien, die über Ihren Stil entscheiden

Wenn Sie sich mit Ihrem Stil beschäftigen, dann gibt es zwar viele gute Lösungsansätze, aber niemals eine abschließende Auflösung. Denn dazu tragen Sie erstens zu viele unterschiedliche Stil-Facetten in sich und zweitens verändern sich Ihre stilistischen Schwerpunkte nach tagesabhängiger Stimmung, Anlass sowie im Zeitverlauf Ihrer unterschiedlichen Lebensphasen.

Dazu kommt, dass ein Look nicht nur aus einem Stil, sondern aus mehreren, teilweise sogar widersprüchlichen Stilgebern bestehen kann. Stilbrüche können sogar per se zum definierenden Stil-Element avancieren.

Stil ist also immer nur eine Jetzt-Betrachtung und ein mehr oder weniger instabiles Gefüge. Dennoch gibt es in diesem Gefüge ein paar Eckpfeiler, die Sie wie einen Kompass zu Ihrer Orientierung nutzen können. Das sind die typischen Stil-Elemente, die die Aussage eines Gesamtlooks prägen und die Sie in jedem Outfit neu zusammen setzen können. Dazu gehören:

Ihre stilprägenden Charaktereigenschaften

Die Frage „Wer sind Sie“ oder „Wer wollen Sie sein?“ steht immer am Anfang einer Stilfindung. Denn Ihr Charakter, Ihre prägenden Eigenschaften, Ihr Verhalten, Ihre Werte, Ihre Außenwirkung – ob Sprache, Gestik, Körperhaltung, Temperament oder Aura – sind die Grundfesten, auf denen Ihr Stil aufbaut.

Eine temperamentvolle Frau, die ihre Lebendigkeit mit kräftigen Farben unterstreicht, wirkt noch dynamischer. Eine verträumte Romantikerin erscheint im pastelligen, floralen Seidenkleid noch zarter und zerbrechlicher.

Wenn Sie Ihre Persönlichkeit in den Stil-Elementen Ihrer Kleidung abbilden, entsteht immer ein harmonischer Gesamteindruck.

Kleidung wirkt hierbei wie ein Vergrößerungsglas, ein Verstärker der hervorgehobenen Eigenschaften.

Mode kann aber auch dazu genutzt werden, Eigenschaften, die Sie nicht sichtbar machen wollen, zu kaschieren – aber nur dann, wenn Sie auch genug entgegengesetzte Stilanteile in sich tragen, die Sie stattdessen akzentuieren können.

Ihre äußerlichen Körpermerkmale

Sie kennen das bestimmt: Sie sehen einen Menschen an, sehen seine Gesichtszüge, seine Haare, seinen Knochenbau, seine Statur- und haben sofort eine Vorstellung davon, wie dieser Mensch wohl tickt. Auch wenn es bei näherem Kennenlernen gar nicht stimmt. Wir assoziieren bestimmte Wesenszüge mit bestimmten physiognomischen Eigenarten.

Leidtragende dieses Effekts sind beispielsweise manchmal kleine, zierliche Frauen, die den Beschützerinstinkt und das Kindchen-Schema in uns ansprechen – obwohl sie genauso viel Stärke, Unabhängigkeit und Willenskraft in sich tragen wie große Frauen mit kräftiger, sportlicher Knochenstruktur. Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt. So manche große, kräftige Frau würde sich mehr Beschützerinstinkt wünschen und muss darauf verzichten.

Wenn Sie Ihren Stil mit Ihrem Aussehen harmonisieren, entstehen sehr überzeugende Looks.

Auch hierbei können Sie Mode alternativ als ausgleichenden Faktor einsetzen. Dann trägt die feminine Frau mit wilder, wallender Haarpracht einen streng geschnittenen Damen-Smoking. Oder die sportliche Frau mit praktischem Kurzhaarschnitt das flatternde Blumenkleid. Wichtig ist, dass Sie wissen, was Sie tun.

Die Materialien von Kleidung und Accessoires

Die Stoffe und sonstigen Materialien, die Sie gerne am Leib tragen, haben eine optische und haptische Ausstrahlung, die sehr stark wirkt.

Wenn jemand Sie ansieht, dann denkt er dabei automatisch mit, wie sich der Stoff, den Sie tragen wohl anfühlt.

Und das hinterlässt ein bestimmtes Gefühl in ihm, das er oder sie mit Ihnen verbindet.

Zudem sorgt die Beschaffenheit von Materialien dafür, dass die Silhouette eines Kleidungsstücks oder Accessoires kantiger, rauer, härter oder weicher, anschmiegsamer, glatter aussieht. Dazu kommen Effekte, wie auffällig glänzend, glitzernd, schimmern oder matt und zurückgenommen. Auch das beeinflusst einen Betrachter, wie er Sie sieht und empfindet.

Die Farben und Muster von Kleidung und Accessoires

Es wird Sie nicht erstaunen, dass die Farben, die Sie tragen und die Muster, zu denen Sie greifen, etwas darüber aussagen, wer Sie sind und wie Sie sich fühlen oder? Wir assoziieren mit unifarbenen Flächen Ruhe, Klarheit, Stille und Ausgeglichenheit. Dabei spielt die psychologische Wirkung von Farben eine große Rolle, welche Eigenschaften wir mit Menschen verbinden.

Farben und Muster sind immer auch Träger von Emotionen, Stimmungen und Assoziationen.

Muster sorgen für mehr Lebendigkeit, können aber auch eine Vielfalt an weiteren Stilempfindungen hervorzaubern. Streifen können sportlich sein, Blütenmuster romantisch erscheinen, Polkadots haben einen Retro-Charme und so weiter.

Bestimmte Kleidungsstücke und Accessoires als Symbole für spezifische Stile

Kleidungsstücke und Accessoires haben eine Geschichte. Sie entstehen in bestimmten Epochen, werden von bestimmten Menschen getragen oder können durch berühmte Persönlichkeiten mit bestimmten politischen oder kulturellen Umfeldern in Zusammenhang gebracht werden.

Denken Sie nur an die Marlene-Hose, die den androgynen Kleidungsstil für Frauen mit geprägt hat oder den typischen Jackie-Kennedy-Stil, der das schlichte A-Linien-Shiftkleid in Mode brachte. Aber auch Filme, wie Barbarella, Flashdance oder Pretty Woman haben modische Prägungen hinterlassen.

Es ist wichtig zu wissen, wie sich bestimmte Kleidungsstücke kulturgeschichtlich einordnen, um ihre Wirkung zu nutzen.

Manchmal ist von den Ursprüngen der Kleidung auch nur noch eine Art unterbewusste Konnotation übrig geblieben.

Die Spannung zwischen weiblichen und männlichen Stil-Anteilen

In der modernen Damenmode haben sich die stilistischen Möglichkeiten vervielfacht – allein schon dadurch, dass sich Modedesigner aus verschiedene Kulturen und Epochen bedienen.

Eine der wichtigsten stilistischen Erweiterungen der letzten Dekaden beinhaltet jedoch die Adaption von männlichen Stil-Elementen in die Damenmode.

Der Mix aus femininen und androgynen Mode-Details ist ein Spiel mit den unterschiedlichen Rollen der Frau in der modernen Welt.

Heute können Frauen einen individuell völlig unterschiedlichen Anteil an femininen und maskulinen Stil-Details in ihren Look aufnehmen – und sich dabei von Stimmungen, Situationen und Persönlichkeitsmerkmalen gleichermaßen beeinflussen lassen.

Zwischen feminin und androgyn, verspielt und glamourös: 2 Outfits, 2 Stil-Persönlichkeiten.

Mit diesem Hintergrundwissen lassen sich die beiden Outfits von Anja und Annette gut analysieren. Was sagen die beiden Outfits über ihre Trägerinnen aus? Was wirkt besonders harmonisch und warum? Bei genauerem Hinsehen sind mir die folgenden Details aufgefallen:

Anja: burschikos, aktiv, verspielt.

Anja ist ein burschikoser Typ mit femininen Akzenten.

Anja ist ein burschikoser Typ mit femininen Akzenten.

Anjas Outfit besteht aus einer schlichten Kombination aus dunkelblauer Hose und weißem Oversize-Hemd. Dazu kombiniert sie Schnürschuhe und ein lange Kette mit Ringen und Fransen-Details.

Die physiognomischen Grundlagen und der charakterliche Gesamteindruck

  • Anja ist eine schlanke, große Frau mit kurzem Haarschnitt und einem weiblichen Körperbau. Allerdings sind ihre Arme eher sehnig und ihre Beine eher muskulös. Es entsteht der Eindruck einer femininen, aber gleichzeitig auch sehr aktiven Frau.
  • Ihre Gesichtszüge beinhalten viele weiche Konturen, wobei runde, lebhafte, warme Augen, eine gerundete Nase und sanft geschwungene Lippen besonders ins Auge fallen.
  • Ich verspüre bei Anja ein fast schon theatralisches Temperament. Denn die Pose, die Anja einnimmt, hat etwas Inszenierendes an sich. Spielt diese Frau etwa nur eine Rolle für uns? Dann käme ein nicht zu unterschätzender (schau-)spielerischer Charakterzug ins Bild.
  • Diese Frau ist eine Akteurin. Und das kommt von agieren, etwas tun, aktiv sein. Der Blick in die Ferne, der als Denkerpose interpretiert werden könnte, ist vielleicht nur der Ausblick auf das nächste Abenteuer, in das sich Anja gleich nach dem Fotoshooting stürzt. Trotz stiller Pose sehe ich ein lebendiges Wesen, das nicht besonders gerne still hält… Eine Macherin.

Die Materialien, Muster und Farben

  • Anja trägt ausschließlich glatte, matte Materialien. Die glatte Baumwolle des Hemds, der glatte Stoff der Hose und das Glattleder der Schnürschuhe sprechen für einen klassischen Purismus.
  • Dazu kommt das reduzierte, neutrale Dunkelblau-Weiß des Looks. Der große Kontrast, die beiden unifarbenen Flächen, die relativ schmucklos gehalten werden, sorgen für einen strengen, korrekten, seriösen Eindruck. Auch ein bisschen Macht ist im Spiel. Denn Macht kommt ja bekanntlich von machen…
  • Anja verzichtet völlig auf Muster in Ihrem Look. Sie zeigt damit ihre klare, zielgerichtete Seite, die keinen großen Platz für unnötige Ablenkungen kennt.
  • Es gibt nur drei Stellen, an denen dieses klare Gesamtbild durchbrochen wird: Das Auge fällt auf lange Ketten mit interessanten, recht üppigen Anhängern und lila Fransendetails. Dazu gibt es rot lackierte Fingernägel. Und an den Schuhen darf ein kleiner Klecks neutrales Beige bei den Schuhbändern und der Sohle das Licht der Welt erblicken. Sollte da in etwa doch eine verspielte, weibliche Seite zum Vorschein kommen?

Die Sprache der Kleidungsstücke und Accessoires: männlich oder weiblich?

  • Ein weißes Herrenhemd ist der Klassiker unter den Kleidungstücken, die sofort eine gewisse androgyne Aura versprühen.
  • Interessant dabei: Das Hemd wird nicht ordentlich in die Hose gesteckt, sondern in Überlänge und etwas oversized darüber getragen. Dazu wird der Kragen keck aufgestellt. Spätestens jetzt ist klar, dass dies nicht einfach ein traditionell männliches Kleidungsstück ist, sondern ein Requisit für eine gekonnte Verkleidung. Das ist keine Mann-Frau, sondern eine freche, herausfordernde Frau, die mit ihren männlichen Stilanteilen spielt.
  • Die dunkelblaue, gerade, knöchellange Hose macht das Spiel mit. Sie versprüht androgynen Charme, könnte aber in anderer Kombination durchaus auch weiblicher gestylt werden. Sie ist eigentlich neutral.
  • Die Schnürschuhe wiederum sind eindeutig ebenfalls von maskulinem Ursprung. Allerdings sind sie hell und beige – und damit weit weniger streng als ihre schwarzen Kollegen. In Wirklichkeit nehmen die hellen Schuhe dem Outfit etwas von seiner Strenge und addieren Leichtigkeit.
  • Eine besondere Aufmerksamkeit gebührt den Ketten-Elementen des Looks. Denn hier findet sich der größte Stilbruch: Wir sehen einen großen, tropfenförmigen, lila Stein, einen runden, mit Steinen verzierten Ring und lila Fransendetails. Rund bedeutet weiblich. Strass oder Schmucksteine bedeuten Opulenz. Die Tropfenform gehört zur klassisch-eleganten Stil-Sprache. Ketten-Details gelten als klassisch-luxuriös. Und eine Fransen-Quaste ist eigentlich ein Symbol für den Hippie-Stil. Das liest sich wie ein Potpourri an Stil-Details, die eine ganz andere Sprache sprechen als pure, androgyne Klarheit. Sollte sich hier ein luxuriöser Jet-Set-Hippie bemerkbar machen?
Anjas Outfit zeigt eindeutig ihre androgyne Seite - allerdings auf eine sehr lässige, entspannte Art. Und mit einem Spritzer Hippie-Attitüde.

Anjas Outfit zeigt eindeutig ihre androgyne Seite – allerdings auf eine sehr lässige, entspannte Art. Und mit einem Spritzer Hippie-Attitüde.

Mein Fazit

Wenn ich die obigen Erkenntnisse zusammenfasse, dann ergibt sich das folgende Bild: Der im Outfit gezeigte, stärkste Stilanteil von Anja ist androgyn. Das passt ausgezeichnet zu ihrem Haarschnitt und produziert einen harmonischen Look. Da das Outfit eher weit ist, werden ihre weiblichen Körperformen verdeckt und sind für den Gesamteindruck in diesem Styling nicht relevant. Es erscheint, als würden hier die weiblichen Anteile unterdrückt, die maskulinen Anteile der Stil-Persönlichkeit akzentuiert.

Es ist eine verspielte Art der Inszenierung. Sie hat etwas von einem Dandy. Ich kann mich dem Eindruck nicht entziehen, dass Anja einen Hauch von Theater und Varieté versprüht – einer Julie Andrews im Film „Victor, Victoria“ nicht unähnlich. Denn Anja nimmt die burschikosen, klassisch-klaren Elemente und verleiht ihnen einen verspielten Twist: keck, frech, leicht, locker und auch ein wenig aufreizend. Damit nimmt sie dem Outfit seine Strenge. Dazu passt der Kettenschmuck. Zusammen mit dem übergroßen, lässig getragenen Hemd zeigt Anja eine entspannte Lockerheit und damit unterschwellig auch ganz viel von ihren weiblichen Stilanteilen.

Das Outfit von Anja tankt viel Kraft, Klarheit und Zielbewusstsein aus den maskulinen Details. Gleichzeitig zeigt es aber die Spielfreude einer frechen, aktiven und humorvollen Frau. Diese hat sich schon längt von der klassischen Rollenverteilung verabschiedet – aber nur, um eine eigene weibliche, entspannte Souveränität mit Macher-Qualitäten zu erobern.

Annette: elegant, luxuriös, willensstark.

Annette zeigt ein feminines, elegantes Outfit - mit maskulinen Untertönen.

Annette zeigt ein feminines, elegantes Outfit – mit maskulinen Untertönen.

Annette trägt ein graues Jersey-Kleid zusammen mit einer weißen, ärmellosen Long-Weste. Dazu kombiniert sie eine schlichte Clutch und Sandaletten mit Fesselriemchen sowie ein paar Schmuckstücke.

Die physiognomischen Grundlagen und der charakterliche Gesamteindruck

  • Annette hat schmalere, aber geschwungene und klar gezeichnete Lippenkonturen, mandelförmige, warme Augen und dazu einen Alabaster-Teint. Ihre dunklen Haare trägt sie schulterlang, schlicht und leicht gewellt. Das ganze Gesicht erscheint elegant und fast filigran, mit einem Schuss Exotik, der jedoch mit dezenter Zurückhaltung präsentiert wird.
  • Der Körper von Annette spricht ebenfalls eine eigene Sprache: Er ist weiblich kurvig, mit femininen Rundungen dort, wo sie hingehören – die klassisch-weibliche Silhouette einer X-/A-Figur.
  • Der Gesamteindruck ist ausgeglichen, dezent und feminin. Der Blick ist fest auf den Betrachter gerichtet, das sanfte Lächeln gibt nicht zu viel preis und würde einer Sphynx alle Ehre machen.
  • Auch die Körperhaltung ist recht doppeldeutig: Einerseits wird die Hüfte feminin zur Seite ausgestellt, um die weiblichen Kurven gebührend zur Geltung zu bringen. Andererseits könnte die Clutch, die mit beiden Händen vor dem Körper gehalten wird, auch eine Schranke bedeuten: „Bis hierher und nicht weiter!“ lautet die Devise.
  • Diese Frau ist sich ihrer Femininität bewusst. Gleichzeitig weiß sie sehr genau, was sie will – und was nicht. Sie macht ihre eigenen Regeln. Der Eindruck liegt nahe: Unter der ruhigen, sanften Oberfläche lauert ein bestimmendes Temperament, das nicht zu unterschätzen ist, das aber niemand so leicht zu sehen bekommt. Solange der Vulkan ruht…

Die Materialien, Muster und Farben

  • Die Materialien von Annettes Look sind eine interessante Mischung aus glatt und matt, weich gerippt, schimmern und glänzend.
  • Die Weste ist aus einer glatten, matten Wollmischung. Sie ist schlicht, unifarben und erzeugt eine Art Säuleneffekt auf beiden Seiten des Körpers. Pure Klassik ist das Wort, das mir sofort in den Sinn kommt.
  • Das Kleid scheint aus einem Rippen-Jersey zu sein. Es hat eine weiche, den Körper umschmeichelnde, sinnliche Ausstrahlung.
  • Die Rippen-Struktur erzeugt feine Streifen. Bei näherem Hinsehen ist das Kleid zudem aus rautenförmigen Stoffteilen zusammen gesetzt. Sowohl Raute, als auch Streifen sind geometrische Formen, die eigentlich dem maskulinen Lager zugeschrieben werden. Es handelt sich aber auch um klassisch-elegante Muster. Auf dem weichen, soften Material überwiegt die sanfte Ausstrahlung – allerdings mit einem maskulinen Unterton.
  • Die grazil geformten Riemchen-Sandaletten sind aus feinem Leder und metallischen Effekten konstruiert – mit nur zwei schmalen Riemen stellen sie eine Mischung aus schlichter Eleganz und glamourösen Akzenten dar.
  • Auch die Tasche nimmt diese Formensprache auf: Schlicht, schimmernd, mit einer schmalen Schließe konstruiert, veranschaulicht sie Understatement, ein wenig Festlichkeit und pure Klassik. Aber Vorsicht: Die Tasche ist eine Box-Clutch und damit hat sie eine harte Schale!
  • Die Farbigkeit des Outfits ist äußerst zurückgenommen. Grau, Weiß und Beige sind neutrale Farben, die einen mittleren Farbkontrast und einen recht monochromatischen, sehr harmonischen Look ergeben. Dies trägt zur ruhigen Ausstrahlung des Looks wesentlich bei. Nur die metallischen Effekte und die Struktur des Grau lockern das Bild etwas auf, geben ihm mehr Tiefe.
  • Überhaupt sind es die metallischen Effekte bei Schmuck und Accessoires, die dem puristischen Outfit eine glamouröse, luxuriöse Komponente hinzufügen – purer Luxus, könnte man sagen.
  • Das Outfit zeigt eine Stil-Persönlichkeit, die nicht allzu sehr auffallen möchte, sich feminin, elegant und dezent zurückhaltend gibt. Das kann aber das Faible für opulenten Luxus nicht ganz verdecken, der besonders bei den Stil-Elementen der Accessoires deutlich sichtbar ist.

Die Sprache der Kleidungsstücke und Accessoires: männlich oder weiblich?

  • Auch wenn der feminine Gesamteindruck eindeutig überwiegt, so beinhaltet Annettes Outfit auch einige Stil-Elemente, die mit maskulinen Eigenschaften assoziiert werden.
  • Eine Weste ist natürlich ein androgynes Kleidungsstück – auch wenn ihre männlichen Anteile in dieser puren Ausführung und in der Überlänge nicht mehr stark zur Geltung kommen. Die Formensprache, die sich durch die beiden seitlichen hellen, länglichen Säulen ergibt, ist aber durchaus klar, kantig, clean und daher maskulin.
  • Das Kleid hat auf den ersten Blick viele feminine Stil-Elemente: der runde Ausschnitt, der etwas glockige Saum, das weiche, anschmiegsame Material. Allerdings sprechen die Rippenstruktur und die rautenförmigen Schnitt-Details auch eine andere Sprache. Denn Linien und spitze Muster zählen zu den androgynen Merkmalen.
  • Überhaupt enthält das Outfit mehr längliche, kantige Elemente und gerade Linien, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Die Riemchen der Schuhe sind zwar filigran, aber auch schlicht, länglich und eigentlich rechteckig. Das Gleiche gilt für die Clutch. Diese ist ein längliches Rechteck mit einem kleinen länglichen Rechteck als Schließe. Kantig, rechteckig und schnurgerade bedeuten in der Modesprache maskulin.
  • Das bringt uns zum Schmuck von Annette. Sehen Sie sich einmal das Armband an, das in dreiteiliger Reihung um das Gelenk geschlungen ist. Auch hier ist eine Reihung mit klaren Linien das stilgebende Element. Allerdings scheinen die Metallplättchen innerhalb der Reihung rund zu sein. Und das wiederum ist eine klassisch-feminine Form – ebenso wie der schlichte Silberring.
  • Schließlich wäre da noch das Collier von Annette. Dieses hat nicht nur äußerst viele opulente, runde Details, wie Ketten, Perlen und diverse, kleinere wie größere Schmucksteine, sondern vor allem auch eine dominante Tropfenform im Anhänger. Die Tropfenform wiederum ist ein klassischer Zwitter: Sie hat einen spitzen und einen runden Teil und ist damit ein feminin-maskulines Verbindungsstück.
  • Die Assoziation des Colliers verweist auf eine weitere stilistische Facette in Annettes Look: weibliche Exotik. Denn das auffällige, üppige Collier könnte auch von einer indischen Tempeltänzerin stammen. Es ist der Stilbruch im Look, der die ansonsten klassisch-elegante Schlichtheit durchbricht. Warum wundert mich das jetzt nicht?
Annette wirkt zwar sehr feminin, hat aber eine starke maskuline Seite, die in ihrem Outfit nur anklingt. Dazu kommt ein Faible für Opulenz und Luxus.

Annette wirkt zwar sehr feminin, hat aber eine starke maskuline Seite, die in ihrem Outfit nur anklingt. Dazu kommt ein Faible für Opulenz und Luxus.

Fazit

Insgesamt ist klar: Annettes Haupt-Stil ist die klassische Eleganz, die sich mit viel puristischer Zurückhaltung paart. Dazu gesellt sich aber eine durchaus opulente, luxuriöse Note, die den Look aus dem dezenten Grau hervorhebt. Und die sich bis hin zu temperamentvoller Exotik steigern kann.

Interessant wird es, wenn der Look auf feminine und maskuline Stil-Elemente hin analysiert wird. Dann zeigt sich nämlich, dass unter einer äußerst femininen Schale ein durchaus starker, männlicher Kern schlummert.

Dieser maskuline Kern gibt dem Stil-Element Klarheit noch einmal eine ganz andere Bedeutung: Es geht hier auch um geistige Klarheit, um Willenskraft und – vielleicht – ein wenig um Kontrolle und Selbstbestimmung. Es geht um Verlockung und Grenzen. Um Anziehung und Rückzug. Und genau das macht Annettes Stil alles andere als langweilig…

Ich hoffe, Sie konnten sich auch von diesen beiden Outfit-Analysen viele, interessante Erkenntnisse mitnehmen, die Sie bei Ihrer eigenen Stilsuche weiter bringen. Wichtig dabei ist: Natürlich sind alle oben genannten Details nur meine Interpretation der Dinge. Nur Anja und Annette wissen wirklich, wie viel Wahrheitsgehalt in meinen Analysen steckt. Vielleicht verraten sie es mir ja einmal bei passender Gelegenheit. Was ist Ihr Eindruck?

 

Autor: Modeflüsterin

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).

27 Kommentare

  1. Liebe Stephanie,
    es macht riesigen Spaß, einmal diese 2 Stil-Persönlichkeiten ausführlich zu betrachten und zu erkennen, was wie und warum so wirkt, wie es wirkt. Anjas Stil sagt mir sehr zu, allerdings kämpfe ich immer mit dem Gedanken: Hemd in die Hose stecken, oder doch locker fallen lassen und damit riskieren, dass die Beine optisch kürzer wirken? Ich würde deshalb auch schwarze Schuhe tragen, begreife jetzt aber, dass helle Schuhe genau das Element darstellen, den maskulinen Stil zu brechen und Leichtigkeit ins Bild zu bringen.
    Verblüffend- die Wirkung der verspielten Kette!!
    Das macht mir Mut, mit Stilbrüchen zu spielen!
    Vielen Dank- ich freue mich jeden Sonntag auf Ihren Blog!

    Antworten
    • Modeflüsterin

      22/08/2016 @ 10:33

      Liebe Sabine,

      das freut mich sehr! Ja, Stilbrüche sind derzeit modisch gesehen eigentlich der größte Trend überhaupt. Und die Designer betreiben das Spiel immer mutiger und verrückter. Wie weit jeder Einzelne das mitmachen muss oder will, ist absolut individuell und von der Stilpersönlichkeit abhängig. Aber so ein kleiner Stilbruch ab und zu macht ein Outfit meistens interessanter… 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  2. Liebe Modeflüsterin,

    ich lese ja immer gern Ihren Blog, habe auch schon einige Anregungen übernommen. Aber die beiden Beispiele heute können mich nicht ganz überzeugen. Vor allem mit der weißen Longweste zum ärmellosen, eleganten Outfit kann ich mich leider optisch gar nicht anfreunden. Außerdem: Ärmellos heißt für mich: Sommer und Wärme, da will man doch keine Wollweste überziehen, die obendrein die Arme weiter unbedeckt lässt. Ich finde, ohne diese Weste sähe die Frau einfach besser aus. Sorry

    Antworten
    • Modeflüsterin

      22/08/2016 @ 10:40

      Liebe Ulrike,

      das ist ja das Schöne an der Mode: Das jeder einen ganz eigenen Geschmack und Vorlieben hat :-) Und das ist auch gut so. Die heutigen Outfits sind nicht quasi „vorbildhaft“ zum Nachmachen gedacht, sondern um die Wirkung von bestimmten Formen, Linien, Flächen, Farben und sonstigen Stil-Elementen zu verdeutlichen. Wie sich Frau mit und ohne Ärmel und mit oder ohne zusätzlich wärmende Lagen wohl fühlt, spielt dabei keine Rolle. Die Problematik, die Sie angesprochen haben, gilt ja im Prinzip für alle Westen. Sie erzeugen eine zusätzliche, wärmende Schicht am Torso, ohne den Armen zusätzlichen Schutz zu gewähren. Ob und wann das sinnvoll ist, muss jeder wohl für sich selbst entscheiden.
      Ich habe dieses Problem beispielsweise mit ärmellosen Rollkragen-Pullovern… Da frage ich mich auch immer, welchen Sinn diese wohl haben 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  3. Super Blogserie. Ich finde deine Analysen immer sehr durchdacht und kompetent. Kompliment.
    Was würde stiltechnisch passieren, wenn Anja feminine Schuhe gewählt hätte?? Ein eher missglückter Stilbruch nehme ich an. Letztendlich ist die Gesamtwirkung des Looks abhängig von der getroffenen Schuhwahl, oder?.
    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße Ingrid

    Antworten
    • Modeflüsterin

      22/08/2016 @ 10:46

      Liebe Ingrid,

      das würde ich jetzt tatsächlich ein wenig davon abhängig machen, welcher Stiltyp das Outfit trägt. Ich könnte mir vorstellen, dass beispielsweise Cla durchaus eine weite Longbluse mit 7/8-Hose und spitze, sexy Pumps dazu tragen könnte. Wie viel Stil-Kontrast eine Frau „aushält“ un damit dennoch harmonisch wirkt, ist sehr individuell unterschiedlich. Im Fall von Anja ist der ganze Look in erster Linie auf androgyn ausgerichtet. Da schaffen die femininen Spritzer nur einen interessanten Effekt, der zeigt: Aha, hier gibt es also auch noch eine andere Seite zu entdecken. Aber eben nicht mehr. Mit spitzen, sexy Pumps wäre die Aussage eine wesentlich andere und sie benötigt auch eine deutlichere Komponente von Sexyness in der Ausstrahlung und Wirkung einer Persönlichkeit. Ich würde dann auch das Outfit eher etwas weniger lässig gestalten, beispielsweise durch eine enger geschnittene Hose. Aber das ist hier bewusst nicht gewollt. Es sollte ein sehr lässiger, entspannter Look werden. Beantwortet das Deine Frage?

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  4. Was mir bei beiden als erstes auffällt, ist, dass beide durch ihre Outfits irgendwie zu klein wirken, unharmonisch für meinen Geschmack.
    Bei der ersten würde ich, wenn In dieser Länge, eine engere Hose wählen, um die Silhouette zu verlängern oder aber einen Bootie mit Absatz dazu wählen. Bei der zweiten machen meiner Ansicht nach die ähnliche Länge von Kleid und Weste und dann die halbhohen Schuhe mit dem Riemen über den Spann eher klein.
    Nach diesem ersten optischen Eindruck habe ich dann den Artikel gelesen und fand die ausführlichen Überlegungen sehr interessant. Einiges hat mich überrascht.
    So unterschiedlich kann ein Eindruck sein, sehr spannend.

    Antworten
    • Modeflüsterin

      22/08/2016 @ 10:51

      Liebe Tanja,

      das ist lustig, dass Du das sagst, denn vor allem Anja hat diesen Effekt meiner Zeichnung ebenfalls bemerkt. Hast Du Dir schon einmal die Original-Fotos der Outfits angesehen? Beispielsweise sind die Riemchen-Schuhe von Annette wirklich fast mit ihrem Hautton kompatibel und fallen weit weniger auf als in meiner Zeichnung. Aber Du hast völlig Recht: Unter proportionalen Gesichtspunkten sind beide Outfits nicht optimiert. Da wäre noch viel Luft nach oben, um schlanker und größer zu wirken. Das war aber in diesem Fall (ausnahmsweise) mal gar nicht der Anspruch. Beide sollten nur ein Outfit wählen, in dem sie sich in ihrer Stil-Persönlichkeit wiederfinden. Und das ist beiden ganz gut gelungen, wenn ich die Analyse der Stil-Elemente so ansehe… 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  5. Nicole Frank

    21/08/2016 @ 21:31

    Liebe Stephanie,

    es ist sehr interessant, was Sie alles aus einem Outfit „herauslesen“ können.
    Mein Stil ähnelt dem von Anja, ich wüsste zu gerne, wie Sie mich charakterisieren und welche Tipps Sie mir geben würden.
    Schönen Abend und eine schöne, neue Woche!

    Nicole
    (queeninsilver auf Instagram)

    Antworten
    • Modeflüsterin

      22/08/2016 @ 10:53

      Liebe Nicole,

      vielen Dank für Ihr positives Feedback! Leider mache ich (noch) keine individuellen Stilanalysen. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen 😉 Wenn Sie meinen Newsletter bestellen, erfahren Sie es als erste, wenn sich da etwas tut… Und außerdem freue ich mich über loyale Leserinnen immer so sehr :-)

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  6. Diese Reihe ist wirklich sehr interessant. Ich habe sie mit Genuss mitverfolgt, – vielen Dank! Schade, dass dies schon der letzte Teil ist.
    Generell ein großes Lob für die Seite, man lernt unglaublich viel – auch als bald 30-Jährige .
    Ich freue mich jede Woche auf den neuen Beitrag und möchte dazu ermutigen, so weiterzumachen.
    Herzliche Grüße,
    Ida

    Antworten
    • Modeflüsterin

      22/08/2016 @ 10:56

      Liebe Ida,

      das ist ja ein schönes Feedback – vielen lieben Dank dafür! Ja, viele der hier vorgestellten Tipps sind völlig alters-unabhängig. Nur ein paar Beiträge sind dann doch für reifere Frauen gedacht – mit den typischen Problemen und Problemchen, die mit dem Älterwerden einfach einhergehen… 😉 Und ja: Weitermachen werde ich auf jeden Fall, solange ich noch vielen Frauen hier helfen kann, ihren perfekten Kleiderschrank zu bekommen :-)

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  7. Ich liebe Anjas Outfit und es ist mein Stil eigentlich immer,
    mal mit Hemden, mal mit Shirts, mal mit Westen etc..

    Danke dafür!
    Biba

    Antworten
  8. Liebe Stephanie,

    die Stilelemente waren für mich der interessanteste Teil! Ich mixe gerne androgyn mit extrem feminin, z.B. ein pinkfarbener Midirock aus Seide mit schlichtem grauem Tshirt und Slip-ons oder ein ausgestellter Satin-Rock mit Blumenmuster zu einem Boyfriend-Pullover und Doc Martens. Durch deinen Artikel ist mir auch etwas klarer geworden, wieso: ich habe schon rein optisch sehr feminine (Gesichtszüge, Haare) und auch sehr androgyne (Y- oder H-Typ) Anteile.

    Ich finde übrigens auch, dass man nicht immer figuroptimierend denken muss, sondern die Aussage manchmal wichtiger ist. Meine Denim-Culotte sieht natürlich mit spitzen Pumps am schmeichelndsten aus; manchmal ziehe ich sie dennoch mit meinen schwarzen, nietenbesetzten Birkenstocks an, weil es einfach cool und edgy wirkt.

    Herzlichen Gruss

    Diana

    Antworten
    • Modeflüsterin

      22/08/2016 @ 16:35

      Liebe Diana,

      das ist ja schön, dass Du vom Beitrag so viel für Dich mitnehmen kannst! Ich finde es ja auch immer Augen öffnend, wenn man endlich weiß, warum man etwas gerne trägt – oder auch nicht. Und Deine Erklärung klingt für mich super-logisch :-) Und das mit der Figur-Optimierung macht einfach jeder so, wie er will – das ist sowieso immer das Beste und hält modisch bei Laune 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  9. Liebe Stephanie, je besser man seinen eigenen Stil kennt, desto schöner lässt sich ja damit dann variieren oder mal etwas Neues ausprobieren. Etwas tragen, worauf man sonst so noch nie gekommen wäre. Einfach, weil man denn denkt. Warum nicht? Ich mach das jetzt mal. So ist mir das jedenfalls mit der Zeit gegangen. Schöne Woche noch und Liebe Grüße zu dir! Sabina

    Antworten
    • Modeflüsterin

      26/08/2016 @ 15:03

      Liebe Sabina,

      das ist, glaube ich, der schönste Teil an der Stilsicherheit: dass man dann experimentieren kann. Und so ein kreativer Mensch wie Du braucht das ja ohnehin 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  10. Danke für deine ausführliche Antwort. Sie hat mir weitergeholfen.

    Beim Lesen der Beträge dachte ich spontan, dass die verschiedenen Figurtypen auch stark von der Körpergröße und vom Körpervolumen beeinflusst werden. Und dadurch auch die Aussagekraft/Wirkung eines Stils verstärken oder abschwächen können. Beispiel: an großen und sportlichen X-Frauen kann der androgyne Stil toll aussehen, zierliche X-Frauen brauchen ein mehr an weiblichen Komponenten bei einem androgynen Look.
    Liebe Grüße Ingrid

    Antworten
    • Modeflüsterin

      26/08/2016 @ 15:05

      Liebe Ingrid,

      die unterschiedliche Körpergröße wirkt sich vor allem dort aus, wo Volumen ins Spiel kommt. Weniger bei stilistischen Details. Aber das ist ein interessanter Gedanke, dem ich einmal nachgehen werde :-)

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

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  11. Liebe Stephanie,

    danke für diese wundervolle Reihe.
    Ich habe alle drei Beiträge mehrmals gelesen und wirken lassen. Besonders gefallen hat mir deine Anordnung mit dem Artikel über den Stil zum Schluss.
    Seit etwa zwei Jahren lese ich deinen Blog jede Woche und freue mich. Du hast mir schon viele tolle Anregungen gegeben, die mich auf der Reise mit meinem Kleiderschrank begleitet haben.
    Mittlerweile befinden sich dort vorwiegend Kleidungsstücke, die ich gerne anziehe, die sich untereinander gut kombinieren lassen und über deren neue Kombimöglichkeiten ich mich immer wieder freue.
    Begonnen hat diese Reise mit meinem persönlichen „Körper-Proportionen-Diplom“. Es war eine ziemliche Erleuchtung zu entdecken, was an mir vorteilhaft aussieht. Das hat eine ziemliche Welle von Kleider ausmisten und neu kaufen ausgelöst. Welch ein Spaß!
    Dann jedoch stellte ich fest, dass ich mich in vielen der neuen, figürlich und farbtechnisch vorteilhaften Kleidern auch nicht wirklich wohlfühlte und nicht recht wusste warum.
    Da begann ich, mich mehr mit meinem persönlichen Stil auseinander zu setzen, und stellte fest, dass auch viele Farben und Formen, die rein pragmatisch betrachtet wie für mich gemacht sind, zwar meinen Körper kleiden, aber nicht meinen Charakter und meine Seele.
    Den großen Durchbruch für mich hatte ich, als ich mir mit Hilfe einer kleinen Übung (vom Blog von Suzanne Carillo) meine „Style Statement“ zusammenstellte.
    Und da schließt sich der Kreis: Es ist gut zu wissen, was am eigenen Körper vorteilhaft aussieht, weil bei der Auswahl hilft. Das reicht aber nicht. So lange ich nur darauf achtete, fühlte ich mich immer noch von außen bestimmt in meiner Kleidungswahl, zog Dinge an, die mir die „vorteilhaften Regeln“ vorgaben und versuchte, mich darin wohl zu fühlen. Ich wunderte mich, warum das nicht funktionierte.
    Jetzt weiß ich, dass sie nun mal nicht zu mir passten. Ganz wichtig finde ich, dass ich mich zuhause fühle in meiner Kleidung, und das tun die Damen aus dem dritten Teil deiner Reihe ganz offensichtlich. Auch wenn – oder vielleicht gerade weil – dabei vielleicht die ein oder andere „vorteilhafte Regel“ gebrochen wurde.

    Danke für deine schöne Reihe!

    Liebe Grüße,
    Inra

    P.S.: So eine professionelle Outfitanalyse von dir fände ich auch seeehr interessant. : )

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    • Modeflüsterin

      29/08/2016 @ 13:26

      Liebe Inra,

      ich vergleiche die Mode immer ein wenig mit der Kunst. Um ein guter Künstler zu werden, muss man zuerst die Regeln lernen und diese in der Anwendung beherrschen. Erst dann kann man diese wieder brechen, um zum ganz eigenen Stil – der eigenen künstlerischen Handschrift – zu kommen. Die berühmtesten Künstler ihrer Zeit haben immer auch die vorherrschenden Regeln ihrer Zunft gebrochen… Also: Nur Mut! Nach dem „Körper-Proportionen-Diplom“ kommt ganz sicher der erfolgreiche Abschluss der „Stil-Masterclass“ 😉

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

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  12. Ich finde beide Outfits ganz toll. Wahrscheinlich wäre ich früher sofort losgerannt, um mir weiße Herrenschuhe und eine lange Weste zu besorgen.
    ^.^‘
    Heute bin ich schlauer. Mal abgesehen davon, dass beide Outfits für meine Figur unvorteilhaft wären, passen sie auch gar nicht zu meiner Persönlichkeit.
    Das zeigt der Beitrag eben ganz deutlich: Stil ist höchst individuell. Man kann sich von anderen inspirieren lassen, aber man sollte nicht versuchen, sie zu kopieren, sondern man muss seinen eigenen Weg finden. Dabei kann man durchaus auch einmal vom Primat der Figuroptimierung abweichen, wenn man sich damit besser fühlt. Denn da hat Inra ganz recht: Man muss sich in seiner Kleidung vor allem wohlfühlen!

    Interessant finde ich, dass die Spitznamen der beiden Damen ähnliche Assoziationen wecken wie die Outfits, die sie präsentieren.
    Bei „Schminktante“ fallen mir sofort Begriffe ein wie „witzig“, „ironisch“, „provokant“, „unkompliziert“, „aktiv“, „unternehmungslustig“, eben eine Frau zum Pferdestehlen mit Lust an der Inszenierung. Und ich finde, genau das kommt auch in ihrer lässig-puristischen Kombination zum Ausdruck.
    „Lady of Style“ dagegen lässt an andere Adjektive denken: „damenhaft“, „stilvoll“, „elegant“, „feminin“, „selbstsicher“, „schnörkellos“ – so stellt man sich diese Bloggerin vor. Das graue Kleid mit Weste und Clutch passt da perfekt ins Bild.

    Zum Thema Weste: Westen sind tolle Topper für den Sommer, eben genau dann, wenn es für eine Jacke zu warm ist. Für A-Typen sind kurze, für O-Typen lange Westen eine gute Lösung, um die Figur zu optimieren, ohne zu sehr ins Schwitzen zu geraten. Also ich bin ein absoluter Westen-Fan.

    Ich finde das eigentlich gerade cool, wenn zu einer sehr weiten, maskulinen Hose feminine Pumps getragen werden, aber auch das ist Geschmackssache. (Für mich sind solche Outfits natürlich auch wieder der Figur-GAU.)

    Ja, wenn die Modeflüsterin einmal eine individuelle Stilberatung anbietet, greife ich sofort zu.
    Da weiß ich ja dann auch, dass das was bringt.
    Beide Daumen hoch für Stephanie!

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    • Modeflüsterin

      01/09/2016 @ 23:31

      Liebe Silva,

      ich glaube, Du brauchst bald keine Stilberatung mehr – und bietest einfach selbst eine an 😉 Aber trotzdem: Vielen Dank für Deine Vorschuss-Lorbeeren!

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

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  13. Oh, danke für das tolle Kompliment!!
    Ich werde ganz rot!
    Aber wenn ich schon ein wenig sicherer bin in Sachen Stil, dann Deinetwegen!
    Vielen Dank!!!

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