Fashion-Layering: So funktioniert der Lagen-Look – Farben und Materialien (Teil 2)

Lagen-Look: So funktioniert Layering - Farben kombinieren - Stoffe und MaterialienDer Lagen-Look ist nicht nur eine trendy Fashion-Methode, um Outfits interessanter zu gestalten, sondern rettet Sie auch vor so manchen Wetter-Kapriolen. Daher ist Layering besonders in den saisonalen Überganszeiten die Methode der Fashionistas, um warm und schick zu bleiben. Aber ein stylisher Lagen-Look will gut überlegt sein. Was so locker übergeworfen wirkt, ist oftmals strategisch exakt geplant. Wenn Sie in mehreren Kleidungsschichten nicht visuell zehn Kilos zulegen und immer noch stilvoll aussehen wollen, müssen Sie gleich mehrere optische Gesetzmäßigkeiten und Fashion-Regeln berücksichtigen.

Um die Kunst des Lagen-Looks zu beherrschen, sollten Sie sich mit Silhouette, Volumen, Farben und Materialien sowie den wichtigsten Mode-Basics auseinandersetzen. Daher habe ich für Sie diese dreiteilige Beitragsserie entworfen. Im ersten Beitrag habe ich Ihnen bereits die wichtigsten Tipps zum Thema Silhouette und Volumen zusammengefasst. In diesem Beitrag geht es um die farbliche Komposition Ihrer Lagen-Looks sowie um die Materialien, die Sie dabei einsetzen. Diese beiden Kriterien geben Ihnen weitere Methoden an die Hand, wie Sie sich und Ihre Figur mit gelungenem Layering optimal in Szene setzen.

Insgesamt besteht diese Blogserie aus drei Teilen:

Wie Sie Farben so schichten, dass Sie Ihren Körper optimal gestalten

Die Farbwahl und Komposition ist ein entscheidendes Kriterium, um Ihren Lagen-Look harmonisch und stilvoll zu gestalten. Ein Farbklecks, ein starker Farbkontrast oder ein Muster an der richtigen Stelle lenken die Aufmerksamkeit zu den von Ihnen gewollten Highlights. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, die sich eröffnen, wenn Sie Farbe und Muster dazu einsetzen, um Ihre Proportionen optisch zu verändern.

Ein paar grundsätzliche optische Gesetzmäßigkeiten, die Ihnen helfen

Beim gekonnten Layering wird die Wirkung von Farben und Mustern auf die Proportionen nicht außer Kraft gesetzt. Im Gegenteil: Sie spielen eine große Rolle! Diese grundsätzlichen Wirkungen sollten Sie kennen:

  • Helle Farben, kräftige Akzentfarben und auffällige Muster lenken die Aufmerksamkeit zu der entsprechenden Körperzone und lassen die Fläche größer erscheinen.
  • Starke Kontraste teilen die Fläche des Körpers auf und verkleinern sie optisch.
  • Monochrome Designs strecken den Körper in die Länge.
  • Viele horizontale Farbzonen verkürzen den Körper optisch.
  • Viele vertikale Farbzonen verlängern die entsprechende Körperregion.
Dieser Lagen-Look beinhaltet einen starken Kontrast. In Variante 1 wird die Hüfte ausgeblendet, in Variante 2 hingegen betont. In Variante 3 wandert der Blick nach oben, in Variante 4 stehen Hüfte und Beine im Fokus.

Dieser Lagen-Look beinhaltet einen starken Kontrast. In Variante 1 wird die Hüfte ausgeblendet, in Variante 2 hingegen betont. In Variante 3 wandert der Blick nach oben, in Variante 4 stehen Hüfte und Beine im Fokus.

Beispiel

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das: Stellen Sie sich ein Outfit aus einer langen, dunkelblauen Jeans, einer weißen Bluse und einer rosa Strickjacke mit mittlerer Saumlänge vor.

1. Variante:

Sie stecken die Bluse in die Jeans und tragen die Strickjacke, die etwas länger ist als Ihre Taille, geschlossen darüber. Es entstehen drei horizontale Farbzonen: Oben am Ausschnitt ist der Körper Weiß und lenkt den Blick dorthin. Am Oberkörper mittig und außen ist der Körper rosa und sorgt mit dem Akzent dafür, dass der Blick am Oberkörper bleibt. Am Unterkörper ist der Körper Dunkelblau und daher dezent zurückgenommen.

Der Körper wird vertikal in drei kontrastreiche Zonen geteilt und wirkt dadurch kleiner. Dabei wird der Oberkörper vom Unterkörper durch den Jackensaum geteilt, der die Beine nicht verlängert. Die zusätzliche, horizontale Farbtrennung am Oberkörper in Weiß und Rosa macht diesen etwas kürzer.

2. Variante:

Sie tragen das Outfit wie oben, lassen aber die Strickjacke offen. Es entsteht eine mittlere Zone, die in der Taille in eine weiße, obere und eine dunkelblaue untere Zone geteilt wird. Dadurch wirken die Beine länger, der Oberkörper kürzer. Jeweils außen entsteht eine längere, rosa, vertikale Zone. Die damit produzierten langen, vertikalen Linien wirken streckend und teilend. Der Oberkörper wirkt jetzt zwar kürzer (weiße Zone), aber insgesamt schmaler (zwei äußere rosa Zonen).

3. Variante:

Sie tragen die weiße Bluse über dem Bund und die Strickjacke offen darüber. Es entstehen am Oberkörper drei lange, vertikale Zonen, die den Oberkörper verschmälern und verlängern – auf Kosten der Beinlänge (es sei denn, die Bluse verdeckt den Schritt, siehe horizontales Layering im Teil 1 dieser Serie).

4. Variante:

Sie tragen die weiße Bluse über dem Bund, schließen aber die rosa Jacke darüber, so dass der Blusen-Saum unter dem Jackensaum hervor schaut. Damit schaffen Sie am Oberkörper eine weitere Farbzone. Der Körper ist nun von unten nach oben in eine dunkelblaue, eine schmale weiße, eine rosa und noch einmal eine kleine weiße Zone eingeteilt. Die Beine wirken durch den Hell-Dunkel-Kontrast genauso kurz wie in Variante 3, aber der Oberkörper erscheint – solchermaßen mehrfach horizontal unterteilt – deutlich kürzer.

Wenn Sie sich beim obigen Beispiel nun noch vorstellen, was eine dunkle Bluse oder eine dunkle Strickjacke bewirken würde, verstehen Sie die große Bedeutung der Farbzonen beim Lagen-Look. Und Sie sehen, dass die Varianten der Farbgestaltung beim Lagen-Look nahezu unendlich sind – auch wenn Sie dabei gemusterte Kleidungsstücke noch gar nicht berücksichtigen und es in diesem Beispiel lediglich drei Kleidungsstücke gibt, die unter- oder übereinander getragen werden.

Farb-Kompositionen für Ihren Lagen-Look, die immer funktionieren

In diesem Lagen-Look stehen das helle T-Shirt und das Karo-Hemd im Fokus. Shirt, Weste und Hose greifen die Farben im Karo-Muster wieder auf. Durch farbliche Variationen wird der Blick jeweils auf andere Körperzonen gelenkt. In Beispiel 1 liegt der Fokus auf dem Hemd ("Sandwich-Trick"), in Beispiel 2 wandert der Blick von oben mittig zu den Beinen, während der äußere Oberkörper ausgeblendet wird. In Beispiel 3 ist die ganze Aufmerksamkeit auf dem Oberkörper, in Beispiel 4 ist die Weste am Rumpf der Hingucker.

In diesem Lagen-Look stehen das helle T-Shirt und das Karo-Hemd im Fokus. Shirt, Weste und Hose greifen die Farben im Karo-Muster wieder auf. Durch farbliche Variationen wird der Blick jeweils auf andere Körperzonen gelenkt. In Beispiel 1 liegt der Fokus auf dem Hemd („Sandwich-Trick“), in Beispiel 2 wandert der Blick von oben mittig zu den Beinen, während der äußere Oberkörper ausgeblendet wird. In Beispiel 3 ist die ganze Aufmerksamkeit auf dem Oberkörper, in Beispiel 4 ist die Weste am Rumpf der Hingucker.

Alle möglichen Varianten hier vorzustellen, würde folglich den Rahmen des Machbaren sprengen. Es gibt jedoch drei grundsätzliche Strategien für Ihre Farbwahl, die immer gut funktionieren – auch wenn Sie kein Farb-Genie sind:

Layering-Strategie 1: Monochrome Looks mit einem starkem Farbkontrast

Bleiben Sie bei Ihrem Lagen-Look im Wesentlichen bei nur einem Farbton und seinen Nuancen. Variieren Sie jedoch den Helligkeitswert an einer Stelle, so dass ein großer Kontrast entsteht. Sie können also ein helles Outfit mit einem dunklen Kontrast anreichern, oder ein dunkles Outfit mit einem hellen Kontrast.

Ziel 1:

Sie platzieren den Kontrast an einer Stelle, die zu Ihren körperlichen Highlights zählt und heben diese hervor – also eine schmale Stelle oder einen Blickpunkt, wie Gesicht, Dekolleté, Hände, Taille, Hüften etc. Ein monochrom dunkles Outfit und eine weiße Bluse, die am Kragen und an der Hüfte heraus spitzt, unterstreichen Ihr schönes Gesicht und Ihre schmale Hüfte. Wenn die weiße Bluse am Kragen und an den Manschetten sichtbar ist, lenkt dies den Blick auf Ihr Gesicht und Ihre Hände.

Ziel 2:

Die Kontrastlinie nutzen Sie, um entweder eine horizontale Linie oder eine vertikale Linie im Outfit zu setzen – also entweder, um die Schmalheit einer bestimmten Körperzone zu akzentuieren, eine Körperzone horizontal von einer anderen Zone abzugrenzen (horizontales Layering) oder um eine Körperzone zu verlängern, vertikal aufzuteilen und zu verschmälern (vertikales Layering).

Layering-Strategie 2: Der „Sandwich“-Trick

Das unter Strategie 1 vorgestellte Prinzip funktioniert auch mit einem Outfit aus neutralen Farben, dem Sie als Kontrast einen Spritzer Knallfarbe hinzufügen. Leider habe ich den Begriff des „Sandwich“-Tricks nicht selbst erfunden, sondern die Blogger-Kollegin Connie Wang. Diese beschäftigt sich ebenfalls mit einer einfachen Farb-Formel für den Lagen-Look und vergleicht ihre Herangehensweise mit einem Sandwich.

Dabei handelt es sich um ein monochromes Outfit, das ausschließlich aus einer Farbfamilie zusammen gestellt wird – bis auf eine Ausnahme: Eine Zwischenschicht besteht aus einer Akzentfarbe.

Beispiel:

Sie tragen ein Outfit aus Hose und Bluse in Beige und dazu einen Kamelhaar-Mantel oder -Blazer. Doch zwischen Mantel und Bluse spitzt plötzlich ein zitronengelber Strick-Cardigan heraus. Die innerste und äußerste Schicht des Lagen-Looks – in diesem Fall das Beige – entspricht dem Brot vom Sandwich. Die Zwischenlage in Zitronengelb stellt die Füllung des Sandwiches dar. Fertig ist der perfekt kombinierte Lagen-Look.

Der Trick funktioniert übrigens auch mit Accessoires, wie einem farbigen Gürtel oder einem farbigen Tuch oder Schal!

Layering-Strategie 3: Looks mit einem Muster und ein bis zwei Basisfarben

Diese Strategie rankt sich um ein aufmerksamkeitsstarkes Kleidungsstück, das ein auffälliges Muster hat. Darum herum werden Kleidungsstücke angeordnet, die jeweils eine Farbe des Musters aufgreifen. Diese Strategie ist umso leichter, je weniger zusätzliche Farben Sie einsetzen und je neutraler diese Farben sind. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, bleibt es bei einer neutralen Basisfarbe, mit der Sie das Muster „erden“.

Wichtig dabei: Das Muster zieht die Aufmerksamkeit an. Somit gelten die gleichen Gesetzmäßigkeiten wie oben, wenn es um horizontale oder vertikale, kontrast-starke Linien geht, die beim Übergang vom gemusterten zum unifarbenen Kleidungsstück entstehen.

Und wenn Sie zu den absoluten Farbkünstlerinnen unter den Leserinnen zählen, dürfen Sie natürlich auch ein zweites, gemustertes Kleidungsstück zu Ihrem Lagen-Look hinzufügen. Nach oben ist die Skala ja modisch immer offen…

Wie Sie Ihren Lagen-Look mit unterschiedlichen Materialien interessant machen

Bei diesem Lagen-Look in einer fast monochromen Beige-Schlamm-Mixtur stehen die verschiedenen Oberflächen-Texturen der Stricksachen im Mittelpunkt: der glatt gestrickte Pullover mit Rippenbund , der Long-Cardigan in Waffeloptik und schließlich das Highlight des Outfits, der Strickrock im gemusterten Häkel-Design.

Bei diesem Lagen-Look in einer fast monochromen Beige-Schlamm-Mixtur stehen die verschiedenen Oberflächen-Texturen der Stricksachen im Mittelpunkt: der glatt gestrickte Pullover mit Rippenbund , der Long-Cardigan in Waffeloptik und schließlich das Highlight des Outfits, der Strickrock im gemusterten Häkel-Design.

Neben Farben und Mustern lässt sich ein Lagen-Look auch mit unterschiedlichen Oberflächen-Texturen, Stoffen und Materialien abwechslungsreich gestalten. Auch dabei gibt es ein paar Regeln, die Ihnen das Leben leichter machen:

  • Wenn Sie mehrere Materialien mit stark unterschiedlicher Oberflächen-Textur kombinieren, bleiben Sie möglichst bei Farben und Mustern monochrom!
  • Je stärker die Oberflächen-Struktur, desto neutraler und dezenter sollte die Farbwahl des Outfits ausfallen.
  • Kombinieren Sie maximal drei unterschiedliche Materialien oder Oberflächen-Texturen in einem Outfit – inklusive Mantel, Weste oder Jacke!
  • Tragen Sie die dickste, gröbste Oberflächen-Textur möglichst in der äußersten Schicht!
  • Werden Sie bei der Material-Dicke und -Steifheit nach innen hin immer dünner und softer! (Dieser Tipp hängt auch mit dem Volumen zusammen, das Sie an der jeweiligen Stelle kreieren. Mehr dazu finden Sie im ersten Teil dieser Blogserie.)
  • Nutzen Sie zarte Seide oder Chiffon, aufgerautes, mattes, glänzendes, genarbtes oder geprägtes Leder, Kunstfelle oder -Pelze, Rippenstrick oder Cord, Samt oder metallische Oberflächen, Fransen, Pailletten, Spitze oder Stickereien, um Ihren Look interessant zu gestalten.
  • Aber bleiben Sie bei den Materialien und Oberflächen-Texturen immer Ihrem Stiltyp treu!

Auch bei der Kombination unterschiedlicher Materialien gibt es – wie bei den Farben – unzählige Varianten. Welche Stoffe und Haptik dabei überhaupt für Sie infrage kommen, entscheidet immer Ihr Stiltyp. Eine Kleiderschrank-Inventur kann Ihnen dabei helfen, diese Vorlieben zu erkennen – anhand der Kleidungsstücke, die Sie häufig, kaum oder gar nicht tragen.

Grund dafür, dass Sie bestimmte Kleidungsstücke niemals im Lagen-Look tragen, könnte aber auch sein, dass diese so gar nicht für den Einsatz in Schichten geeignet sind. Sie brauchen für einen funktionierenden Lagen-Look nämlich ganz bestimmte Mode-Basics, die Ihnen das Layering erleichtern. Welche Mode-Basics das genau sind, darum geht es im nächsten Beitrag dieser Blogserie.

Jetzt bin ich wieder gespannt, nach welcher Methode Sie Farben, Muster und Materialien zu Ihren Lieblings-Lagen-Looks zusammen stellen. Teilen Sie Ihre Tipps mit mir und den Leserinnen? Ich würde mich freuen!

21 Kommentare

  1. Liebe Stephanie, auch dieser Post ist wieder sehr hilfreich, vielen Dank dafür. Insbesondere auch deswegen, da ich selber ein sehr großer Fan von Lagenlooks bin und dank Dir kann ich nun, was ich bisher unbewusst gemacht habe, ganz gezielt einsetzen. Noch einen schönen Sonntag für Dich!
    Liebe Grüße von Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

    • Modeflüsterin

      Liebe Rena,

      herzlichen Dank! Ich freue mich immer, wenn ich Dir eine Inspiration geben kann. Dir auch noch eine schöne Woche!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  2. Anna Kristin Krönert

    Der Lagenlook ist ja DER Look für Frauen, die eher zierlich gebaut sind und etwas Fülle dazuzaubern mögen. Von dir wieder super Tipps zur Umsetzung, wenn man (äh frau) eben nicht diese androgyne Figur hat. Toll ist dann einfach durch die Farbwahl die vertikale Linie zu betonen. Zum Beispiel kann man einen langen Schal in einer Kontrastfarbe offen von beiden Schultern runterhängen lassen. Sehr cool finde ich deine Vorschläge mit der Steppweste.

    • Modeflüsterin

      Liebe Anna Kristin,

      das freut mich, dass ich Dir Inspirationen für Deinen Lagenlook geben konnte! Dann wünsche ich noch fröhliches Ausprobieren!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  3. Hallo liebe Stephanie 🙂

    da hast du in meinem Fall genau 2 Fliegen mit einer Klappe erwischt! Steppwesten und nicht gerade hoch gewachsen! Gleich mal meine Steppweste rauskramen und mit experimentieren beginnen! 😉

    Oft hat man ein Outfit an und es sieht so super aus aber eigentlich weiß man gar nicht warum genau (und umgekehrt!). Deine theoretischen Leitlinien helfen mir sehr, meine geglückten und auch verunglückten Outfits viel besser zu verstehen. Vielen Dank dafür! 🙂

    liebe Grüße und einen wunderschönen Wochenstart
    Dana 🙂

    • Modeflüsterin

      Liebe Dana,

      na, das mit den „verunglückten“ Versuchen hält sich bei Dir aber in sehr, sehr engen Grenzen… Ich habe zumindest noch keines dieser seltenen Exemplare gesehen 😉

      Dir auch noch eine schöne Woche & liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  4. Violetta

    Herzlichen Dank für Deine Tipps, die so anregend sind, dass ich gestern den ganzen Tag überlegt und probiert habe: Was ist nun für mich die richtige Kombination? Welche Farben, welche Farbkontraste, welche Körperpartie sollte ich kaschieren und welche betonen? Und bekomme ich auch einen Kontrast mit Materialien hin?
    Mein heutiges Ergebnis habe ich bei Polyvore für dich eingestellt:
    http://www.polyvore.com/14_m%C3%A4rz_2016/set?id=193490574
    Bei mir passt am besten eine vertikale Gliederung , im heutigen Outfit hervorgerufen durch einen hellen kittfarbenen Longcardigan. Interessanterweise sieht es besser aus, wenn ich anders als vermutet, das Shirt in den Rock stecke und sogar noch einen Gürtel trage. Wenn ich es wie auf Deinem obigen Beispiel versuche, stimmen meine Proportionen nicht mehr, meine schönen langen Beine wirken zu kurz und mein Oberkörper zu langgestreckt. Der Gürtel teilt mein Outfit, obwohl ich ja eher eine O-Figur habe viel vorteilhafter. Ich habe einen Schal in der derselben Farbe wie mein Shirt, damit betone ich meine Halspartie, anders als auf dem Beispiel wickele ich den Schal zweimal um meinen Hals und binde eine dekorativen Knoten auf die rechte Seite. Es sieht aber auch toll aus, wenn ich den Schal einfach links und rechts hängen lasse, das betont die Vertikale.
    Der Grobstrick des Cardigans korrespondiert mit meinem Tweedrock, der wiederum die Farben des Shirts aufgreift (er hat tatsächlich violettgraue Fäden).

    Liebe Grüße
    Violetta

    • Modeflüsterin

      Liebe Violetta,

      Dein Outfit macht Deinem Namen mal wieder alle Ehre 😉 Eine sehr schöne Kombination!
      Und zum Thema O-Typ: Viele meinen ja, sie müssten den ganzen Rumpf in einen länglichen Sack stecken (leider wird auch PlusSize-Mode oftmals nach diesem Prinzip angeboten). Ist aber nicht so. Im Gegenteil: Wenn eine schmale Stelle akzentuiert wird, sieht es insgesamt immer schmaler aus. Und Dein langer Cardigan sorgt ja für die entsprechende Streckung des äußeren Oberkörpers und dafür, dass ein Bauch von der Seite nicht mehr so gut auszumachen ist… Den Material-Mix kann ich mir übrigens auch sehr schön vorstellen!

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  5. Also liebe Stephanie, gerade noch mal nachgedacht, was du über Farben hier schreibst. Denn aktuell ist ja viel Dowton Abbey Silhouette zu sehen. Nur leider zieht das sehr nach unten, weil der Schwerpunkt bei diesem Stil ja unten sitzt. Ich denke, aber du hast mir einen Weg aufgezeigt: oben hell, unten dunkel. So müsste es auch bei mir wadenlang klappen 😉 Hoffe, es geht dir gut und sende dir herzliche Grüße aus Frankfurt. Sabina

    • Modeflüsterin

      Liebe Sabine,

      ja, da hast Du recht: Silhouetten können völlig anders aussehen, je nachdem welche Farbverteilung man wählt. Viel Spaß bei Deinen Experimenten!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  6. Liebe Stephanie,
    du inspirierst mich einfach, ich gehe jetzt gleich an meinen Schrank und werde mir ein Outfit im Lagenlook zusammenstellen. Danke für den informativen Beitrag, über den ich nun wieder sehr viel gelernt habe.
    Liebe Grüße
    Gaby
    http://www.stylishsalat.com

    • Modeflüsterin

      Liebe Gaby,

      Deine Lagenlooks sind immer perfekt und immer total „Gaby-like“ – ich sehe da gar keinen Verbesserungsbedarf 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  7. Ulrike B.

    Liebe Frau Grupe,
    ich habe mit sehr viel Interesse den ersten und zweiten Teil dieser Serie gelesen. Einige Stellen musste ich mir mehrfach durchlesen.
    Ich habe das Layering für mich wie folgt entdeckt:
    Ich habe einen schwarzen, engeren Pullover mit V-Auschnitt, der den Po bedeckt und vorne bis zum Schritt geht. Schwarz ist gar nicht meine Farbe. Ich habe den Pullover eigentlich nur gekauft für Auftritte unseres Chores. Ich trage den Pullover jetzt zu einer schwarzblauen Jeans darüber eine Zippel-Jacke im beerenton oder in koboldblau mit passendem farbigen Schal und T-Shirt. Ich fühle mich mit diesem Outfit sehr gut. Ich denke meine üppigsten Stellen (Bauch, Po und Hüfte) sind durch den scharzen Pullover ausgeblendet. Die o. g. Jacken gehen hinten bis auf das Becken und verlaufen vorne in Zipfeln bis zum halben Oberschenkel und zeichnen meine Taille (+Punkt) nach.
    Liebe Grüße
    Ulrike

    • Modeflüsterin

      Liebe Ulrike,

      so ein schwarzer Pullover kann tatsächlich so einiges ausblenden 😉 Und sobald darüber noch etwas Buntes ist, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht und für die richtigen Silhouette sorgt, ist alles im grünen Bereich. Von daher kann ich mir das gut vorstellen. Ich freue mich, dass der schwarze Pullover nun noch eine Zweitverwendung gefunden hat!

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  8. Christine Koch

    Liebe Stephanie,

    ich habe Sie schon einmal angeschrieben, wegen meiner Speckrolle in der Magengegend. Ich möchte gerne ein schönes Kleid zur Hochzeit meiner Tochter. Nun habe ich einen Schnitt gesehen, wo die Taille überschnitten ist, d. h., das Oberteil endet knapp vor der Hüfte. Der Rock fällt dann glockig. Der Ausschnitt am Dekollte ist auch sehr schön. Ich trage Gr. 44 und bin 1,60 m klein. Wenn ich einen schön gemusterten Stoff nehme, könnte ich mir vorstellen, daß das Kleid schlank macht. Was meinen Sie dazu?
    Auf eine Antwort von Ihnen freue ich mich.

    Ganz herzliche Grüße
    Christine Koch

    • Modeflüsterin

      Liebe Christine,

      so gerne ich Ihnen helfen würde – das ist leider nicht möglich. Ich müsste das Kleid, Ihre Figur und am besten das Kleid an Ihrer Figur sehen, um überhaupt eine Einschätzung abgeben zu können und beides würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. So individuelle Stil-Tipps kann einfach nur eine Stilberaterin vor Ort geben. Ich finde es ja unglaublich lieb, dass Sie meinem Rat so vertrauen! Nur leider stoße ich hier an die grenzen des Machbaren.
      Ich kann nur so viel sagen: Wenn das Kleid die Taille tiefer gelegt hat, dann verlängert das den Oberkörper und verkürzt die Beine. Beides kann für kleinere Frauen schwierig werden. Und die tiefere Taille sollte dann auch an einer schmalen Stelle des Körpers liegen. Auch ist entscheidend, wie das Oberteil des Kleides geschnitten ist: tailliert, figurnah, gerade oder blousonartig. Je mehr Volumen am Oberkörper platziert wird, desto schmaler sollte dann der Rock sein. Das wären meine Gedanken zu Ihrer Frage. Ich hoffe, sie bringen Sie ein bisschen bei Ihrer Entscheidung weiter.
      Ich wünsche Ihnen eine zauberhafte Hochzeit, dass Sie sich als Brautmutter in Ihrer Kleidung wohl fühlen und das Fest in vollen Zügen genießen können!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  9. Christine Koch

    Liebe Stephanie,

    haben Sie herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Sie geben sich immer soviel Mühe.
    Das Oberteil des Kleides ist schmal geschnitten. Der Ausschnitt ist rund. Obwohl ich klein bin, habe ich relativ lange Beine und einen kurzen Oberkörper. Der angesetzte Rock fällt zwar glockig, aber nicht zu weit. Ich trage meine Blusen immer über dem Rock um alles ein wenig zu kaschieren.
    Ich wünsche Ihnen ein schönes Osterfest.

    Viele liebe Grüße
    Christine Koch

    • Modeflüsterin

      Vielen Dank, Christine! Dann scheint ja alles in bester Ordnung zu sein!

      Ihnen ebenfalls ein wunderschönes Osterfest!
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  10. Da sieht man wieder, was Farben alles bewirken können …

    Dennoch funktioniert das 1. Outfit mit dem Pullover über der Longbluse in Variante 3 (Dark-Blue-Jeans, Bluse schwarz, Pulli weiß) nur bedingt für den A-Typ, weil der Pulli eben doch ziemlich lang ist und somit der Farbübergang Weiß-Schwarz in Hüfthöhe verläuft. Wäre der Pulli allerdings taillenkurz, würde die Bluse unter dem Pulloverbund Falten bilden und dadurch zusätzlich auf der Hüfte auftragen. Abgesehen davon wirkte die Hüftzone sehr lang. Man kann es eigentlich nur falsch machen …

    Steckt man dagegen die Bluse (oder das T-Shirt) in den Hosenbund, gibt das zwar ein schönes Bild von hinten und von vorn. Von der Seite jedoch fällt das Bäuchlein extrem ins Auge. Ich löse das immer so mit Halftuck, wobei ich ehrlich gesagt mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden bin: Taille verschwindet teilweise, Bauch auch nur teilweise.
    Vielleicht muss ich eine Miederhose tragen? Aber die zeichnet sich dann sicher wieder unter so einer engen Jeans ab? Hat jemand Erfahrung damit?

    Dieser „Sandwich-Trick“ gefällt mir ausgesprochen gut. Ich finde das von Frau Wang gezeigte Outfit mit der gelben Strickjacke echt toll. So was muss ich direkt mal ausprobieren. Wobei das natürlich für den A-Typ nicht ganz so der Bringer ist, aber man könnte einfach eine taillenkurze Strickjacke wählen und natürlich einen unauffälligeren Rock als in diesem Beispiel. (Ich habe ja jetzt so eine schöne gelbe Strickjacke, die ich fast nie anziehe, weil irgendwie immer nix dazu passt.)

    Du musst aber wirklich nicht bedauern, dass Du den „Sandwich-Trick“ nicht selbst erfunden hast. Wir verdanken Dir schon genug sprachliche Mode-Kreationen mit durchschlagender Wirkung („Farbklammer“, „Magisches Modedreieck“ …) Für jeden Begriff hättest Du allein einen Orden verdient.

    Verschiedene Materialien bzw. Texturen und Muster zu kombinieren, finde ich extrem schwierig.
    Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich eher ein schlichter Typ bin, der nicht ganz so viel Opulenz verträgt?

    • Modeflüsterin

      Liebe Silva,

      der Lagen-Look ist immer ein Spiel mit fein austarierten Volumen und Saumlängen. Manchmal ist schon ein kleiner Zentimeter T-Shirt-Saum, der unter einem kürzeren Pullover herausspitzt, genau das Detail, das einen Look interessant macht. Genauso ist es auch mit Oberflächen-Texturen, wenn man der schlichte Typ ist. Schon kleine Nuancen machen den Unterschied. Ein feines Wildleder zusammen mit Jeans-Stoff, ein Feinstrick-Cardigan zur Seidenchiffon-Bluse – solche feinen Effekte reichen oft schon aus, um einem Outfit den entscheidenden Kick zu geben. Es sind modisch nicht immer die großen Gesten, die zählen – glücklicherweise 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  11. Ja, das ist wohl der entscheidende Rat: Die Dosis muss zur Person passen. Also experimentiere ich einfach mal fröhlich weiter …
    ^_^

    Vielen Dank für diese tolle Serie!

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