Plus-Size-Mode zwischen Wunsch und Wirklichkeit*

Ein modischer Jumpsuit mit Jeansjacke an zwei völlig unterschiedlichen Figuren führt zur Frage: Sind die Outfits für Plus-Size-Frauen und super-dünne Hollywood-Stars austauschbar?

Ein modischer Jumpsuit mit Jeansjacke an zwei völlig unterschiedlichen Figuren führt zur Frage: Sind die Outfits für Plus-Size-Frauen und super-dünne Hollywood-Stars austauschbar?

*Sponsored Post – Oder: Was sich starke Frauen wünschen und ein Outfit-Vergleich

Das höre ich oft von den Leserinnen der Modeflüsterin: “Ich möchte mich gerne figürlich vorteilhaft und stilvoll kleiden, finde aber in den Geschäften einfach nichts Passendes für mich.” Wenn Sie auch dazu gehören, dann sind Sie damit nicht alleine. Ob Sie nun besonders klein, groß, schlank oder mollig sind: Sobald Sie keine Standardmaße haben, wird das Einkaufen von Mode schwierig. Legen Sie dann noch Wert auf Design und Qualität, wird die Luft noch dünner. Besonders heikel ist die Lage im Plus-Size-Bereich. Denn viele Top-Modemarken bieten ihre Kleidungsstücke nur bis Konfektionsgröße 40 an.

Als mir nun das neue, deutsche Modelabel “Studio Untold” die Ergebnisse einer aktuellen Emnid-Umfrage vorlegte, war ich selbst überrascht, wie eklatant die Situation für XXL-Frauen tatsächlich ist: Neun von zehn Frauen sagen, dass es fast unmöglich ist, modische Kleidung in Übergrößen zu finden. Aber warum ist das so? Brauchen kräftigere Frauen wirklich andere Mode? Hier sind die Fakten und ein Outfit-Vergleich.

Eine Emnid-Studie erforscht die Mode-Wünsche von starken Frauen.

Das renommierte Emnid-Institut hat im Auftrag von Studio Untold insgesamt 500 Frauen befragt, die Kleidergröße 42 oder höher tragen. Dabei stand das persönliche Körpergefühl ebenso im Fokus, wie das individuelle Mode-Kaufverhalten und die persönlichen Wünsche und Vorlieben. Das folgende Stimmungsbild zeigt, wie schwer es gerade für Frauen mit größeren Konfektionsgrößen ist, modische Kleidung zu finden:

  • 88 Prozent sagen, dass es aufwändig oder nahezu unmöglich ist, modische Kleidung zu finden. Vor allem junge Frauen wünschen sich das aber besonders oft.
  • 65 Prozent geben an, dass sie auch in speziellen Geschäften für Übergrößen nicht fündig werden.
  • 31 Prozent glauben, dass Plus-Size-Läden keine schicken Sachen führen.
  • 34 Prozent fühlen sich in Plus-Size-Läden sogar unwohl.
  • 33 Prozent kaufen ihre Kleidung ausschließlich online, weitere 35 Prozent zumindest gelegentlich.

Dabei fühlen sich die meisten Befragten durchaus wohl in ihrer Haut. Zwar möchte die Mehrheit gerne ein paar Kilo abnehmen, aber insgesamt ergibt sich doch ein recht positives Körpergefühl – was mich ganz besonders freut. Die Umfrage zeigt:

  • 80 Prozent aller Frauen, die eine Kleidergröße von 42 oder größer haben, fühlen sich wohl in ihrem Körper.
  • 63 Prozent sagen, dass sie gerne etwas abnehmen möchten.
  • 11 Prozent finden ihr Gewicht ideal.
  • 6 Prozent hätten kein Problem damit, noch etwas zuzunehmen.
Hier sehen Sie die Ergebnisse der Emnid-Befragung. Quelle: obs/Studio Untold.

Hier sehen Sie die Ergebnisse der Emnid-Befragung. Quelle: obs/Studio Untold.

Funktioniert schicke, modische Kleidung auch an XXL-Körpern? Ein Outfit-Vergleich bringt Klarheit.

Wo also liegt das Problem? Warum werden schicke, moderne, hochwertige Kleidungsstücke überwiegend nur in kleinen Größen angeboten? Oft wird an dieser Stelle angeführt, dass die Hersteller es nicht wollten, dass ihre Mode von kräftigeren Frauen getragen würde. Hartnäckig hält sich der Glaube, dass bestimmte, modische Stücke an fülligeren Körpern nicht in gleicher Weise zur Geltung kommen. Dass Kleidung für Übergrößen in erster Linie weit und unförmig sein muss. Dass XXL-Rubensfrauen ihre Kurven eher verstecken, als akzentuieren sollten.

Ich finde, das schreit geradezu nach einem kleinen Outfit-Vergleich. Also habe ich mich auf Spurensuche begeben und zwei sehr ähnliche Outfits gefunden. Das eine Outfit wird von einem super-dünnen, recht kurvenlosen Hollywood-Star mit H-Figur getragen. Das zweite Outfit sehen Sie an einem Plus-Size-Model mit einer X-Figur. Beide tragen eines der so genannten “It-Pieces” der Saison, einen Jumpsuit. Diesen kombinieren sie mit einer ebenfalls gerade angesagten, blauen Jeansjacke. Vergleichen Sie selbst:

Das Plus-Size-Outfit besticht durch mehrere Details, die für eine X-Figur vorteilhaft sind.

Das Plus-Size-Outfit besticht durch mehrere Details, die für eine X-Figur vorteilhaft sind.

Die Saumlänge der Hosenbeine

Beide Jumpsuits sind an der Taille leicht angereiht und haben schmal zulaufende Hosenbeine. Die Hosenbeinlänge ist aber etwas unterschiedlich: Der dünne Hollywood-Star trägt die Hose wadenlang. Dadurch werden die schmalen Waden akzentuiert und die Beine optisch etwas verkürzt. Das Plus-Size-Model trägt knöchellange Hosenbeine und akzentuiert damit die schmalste Stelle am Bein, während der etwas längere Saum immer noch eine angenehme, optische Beinlänge bewirkt.

Die Taillierung des Jumpsuits

Die Taillierung des Overalls liegt auf unterschiedlicher Höhe: Der Hollywood-Star akzentuiert mit einem Tunnelzug, der zwischen Taille und Hüfte etwas tiefer gelegt ist, seine schmale Hüftzone. Beim Jumpsuit des Plus-Size-Models wurde die Taillierung an der schmalsten Stelle des Torsos, ganz leicht oberhalb der natürlichen Taille platziert. Das macht nicht nur schlank, sondern auch noch mega-lange Beine.

Der Ausschnitt

Beide Overalls haben figurgünstige Ausschnitte in V-Form: Der Hollywood-Star trägt einen schlichten, tiefen und breiten V-Ausschnitt, wie es für die H-Figur vorteilhaft ist. Die größere Oberweite des Plus-Size-Models kommt mit einem Wickeltop hervorragend zur Geltung (dieses Detail ist auf dem Bild durch die Kette leider etwas verdeckt).

Die Saumlänge der Jeansjacke

Beide Frauen tragen Jeansjacken mit zwei Klappentaschen auf der Brust. Die Jeansjacke des Stars ist etwas länger als die des Models: Sie reicht bis zu der Stelle zwischen Taille und Hüfte, die auch beim Jumpsuit akzentuiert wurde. Die Jeansjacke des Models ist kürzer und endet genau in der Taille, die zusätzlich mit einem Gürtel betont wird – mehr Fokus auf die Taille geht nicht.

Die Ärmel der Jeansjacke

Und noch ein weiterer interessanter Unterschied: das Model krempelt die Ärmel der Jeansjacke hoch, so dass eine weitere horizontale Saumlinie in Taillenhöhe entsteht. Zudem werden durch die kürzeren 3/4-Ärmel auch die Beine optisch weiter verlängert. Das ist ein Trick, den alle Frauen mit kürzeren Beinen oder kleine Frauen anwenden können, um an Beinlänge zu gewinnen.

Das Outfit des super-schlanken Hollywood-Stars mit H-Figur zeigt einige figürlich nachteilige Details, die die Beine optisch verkürzen.

Das Outfit des super-schlanken Hollywood-Stars mit H-Figur zeigt einige figürlich nachteilige Details, die die Beine optisch verkürzen.

Die Schuhe der Outfits

Ein weiterer Unterschied der beiden Outfits liegt bei den Schuhen: Der Star kommt ganz lässig in Flip-Flops daher. Durch den flachen Schuh in Verbindung mit der tiefer gelegten Taillierung und dem kürzeren Hosensaum des Jumpsuits werden die Beine optisch verkürzt. Das wirkt sich aber nicht sehr nachteilig auf die gesamte figürliche Erscheinung aus, denn etwas weniger Länge wird in diesem Fall durch weniger körperliche Breite ausgeglichen.

Das Plus-Size-Model hat proportional in etwa gleich lange Beine wie der Star. Sie trägt aber Pumps mit etwas Absatz in der gleichen Farbe wie der Overall. Dieser Effekt zusammen mit dem längeren Hosenbein und der höheren Taille schafft unglaublich lange Beine, wie Sie sicherlich deutlich erkennen können.

Die Halsketten

Und schließlich: Auch die Halsketten spiegeln die unterschiedlichen Proportionen der Frauen wider. Während der zarte Star auch entsprechend feine Halsketten trägt, greift das Übergrößen-Model zu der eher größeren Variante eines Colliers. Neben den proportionalen Vorteilen dieser Wahl, wird der Blick durch eine auffälligere Halskette nach oben, auf das Dekolleté gelenkt – immer eine gute Idee, wenn andere, wesentlich tiefer liegende Körperzonen ausgeblendet werden sollen.

Sind die Outfits für super-dünne Stars und Plus-Size-Ladies austauschbar?

Dieser Vergleich führt uns zu folgenden Fragen: Könnten diese beiden Outfits austauschbar sein? Könnte der Star das Outfit des Übergrößen-Models tragen und umgekehrt? Und warum funktioniert der Tausch oder eben nicht?

Meine Antworten darauf lauten wie folgt:

  • Ja, der Star könnte ohne Probleme das Outfit des Plus-Size-Models tragen. Der Effekt wäre, dass die dünne H-Figur weniger androgyn und wesentlich kurvenreicher erscheinen würde – der starke Taillen-Akzent macht’s möglich. Darüber hinaus hätte der Star mit dem Plus-Size-Outfit deutlich längere Beine.
  • Nein, das Plus-Size-Model könnte das Outfit des Stars nicht ebenso vorteilhaft tragen. Die tiefer gelegte Taillierung des Jumpsuits würde die schlankste Stelle des Models an der Taille verdecken und dafür die wesentlich kräftigere Hüft-Bauch-Zone betonen. Das gleiche gilt für die Jeansjacke. Das verkürzte Hosenbein würde die Beine kürzer erscheinen und zudem eine eher kräftige Körperzone an den Waden hervortreten lassen. Und ein flacher Flip-Flop könnte diese beiden Effekte nicht ausgleichen. Zudem wären die zarten Halsketten für das Übergrößen-Model ungeeignet und würden die kräftigeren Körperzonen des Models noch mehr betonen, als davon abzulenken.

Ein Outfit-Tausch würde also nur in eine Richtung funktionieren. Allerdings liegt der Hauptgrund nicht allein darin, dass das Model eine größere Konfektionsgröße hat. Denn die entscheidenden Faktoren, die für oder gegen einen Outfit-Tausch sprechen, entstehen überwiegend durch den unterschiedlichen Figurtyp der Frauen. Während der H-Typ – je nach gewünschter, femininer oder androgyner Wirkung – entweder seine Taille oder seine Hüfte akzentuieren kann, ist es für einen X-Typ mit gleichen vertikalen Proportionen wesentlich vorteilhafter, die Taille zu akzentuieren. Eine weitere Antwort lautet also:

  • Ja, die Outfits könnten getauscht werden, wenn der dünne Star und das Plus-Size-Model den gleichen Figurtyp hätten und sich beide ein zum Figurtyp passendes Outfit ausgesucht hätten.

Dazu kommt aber eine Tatsache, die durchaus mit der Konfektionsgröße zu tun hat: Während der Star auch eigentlich unvorteilhafte oder voluminöse Schnitte und verkürzende Effekte ohne Probleme mit seiner sehr dünnen Körperlinie ausgleichen kann, ist dies für das Plus-Size-Model nicht ohne weiteres möglich. Zu viel Volumen an der Taille, ein unvorteilhafter Akzent an der Hüfte, ein zu kurzer Hosensaum zusammen mit flachen Schuhen und eine proportional zu feingliedrige Kette können die Frau voluminöser erscheinen lassen, als sie es ist.

Mein Fazit lautet daher:

Es gibt überhaupt keinen Grund, warum XXL-Frauen nicht genauso schicke, zeitgemäße Kleidung tragen können wie Frauen mit kleinen Konfektionsgrößen – solange sie diese auf ihre Körper-Proportionen abstimmen. Aber: Plus-Size-Frauen, die dabei möglichst schlank aussehen und ihre Figur möglichst vorteilhaft zur Geltung bringen wollen (was ja nicht immer unbedingt der Fall sein muss!!), sind anfälliger für verkürzende Effekte, Volumen oder Akzente an den falschen Stellen und proportional unausgewogene Accessoires.

Das bedeutet:

“XXL-Frauen brauchen eigentlich die besseren, durchdachteren Schnitte und eine noch konsequenter auf die Bedürfnisse der Figurtypen ausgerichtete Mode!”

Und genau in diesem Bereich liegt der wahre Mangel, den gerade Frauen ab Konfektionsgröße 42 deutlich zu spüren bekommen. Und so bleibt der Wunsch danach, sich modisch auszuprobieren, mit neuen Trends zu experimentieren oder sich einfach nur mit hochwertigen, perfekt auf den Körper angepassten, zeitlosen Basics einzudecken, oft unerfüllt.

Ob die neue, deutsche Modemarke Studio Untold dieses Problem lösen kann? Ich weiß es nicht. Zumindest hat sich hier ein Team von Mode-Begeisterten zusammengefunden und vorgenommen, Mode unabhängig von Kleidergrößen und Stildiktaten online anzubieten. Mode, die den Plus-Size-Ladies von Studio Untold selbst gefällt und die sie selbst tragen. Mode, die auch Frauen mit Übergröße die Freude an Kleidung wieder zurückgeben soll. Und dieses Vorhaben unterstütze ich nur allzu gerne. Das hier gezeigte Plus-Size-Outfit mit Jumpsuit gehört zur aktuellen Kollektion und ist schon mal ein guter Anfang.

Was denken Sie über die Situation am Modemarkt? Wie finden Sie das derzeitige Plus-Size-Angebot? Und wie sehen Sie die Möglichkeiten und Grenzen, sich auch mit einer Größe 42 oder darüber schick zu kleiden? Ich bin wie immer gespannt auf Ihre Gedanken dazu!

*Anmerkung: Dieser honorierte Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von Studio Untold erstellt, die mir hierfür die Umfrage-Ergebnisse samt Schaubild zur Verfügung stellten. Die im Beitrag erwähnten sonstigen Inhalte und der Outfit-Vergleich beruhen auf meinen eigenen Recherchen, Meinungen, Analysen, Texten und Illustrationen.

 

53 Kommentare

  1. Ein toller Bericht liebe Stephanie. Das trifft aber nicht nur auf Plus-Size-Frauen zu, sondern auch auf kleine Frauen mit etwas Übergewicht, die noch nicht Größe 42 und mehr erreicht haben (ein Zwischending – blödes Wort – ist aber so) also. Ich habe für mich jedenfalls noch keinen passenden Jumpsuit gefunden – sehe darin immer aus wie eine Drangtonne 🙁

    LG Sabine

    • Modeflüsterin

      Liebe Sabine,

      da hast Du natürlich Recht! Es geht allen Frauen so, die eben keine Standard-Proportionen haben und nach Mode für ihren Figurtyp suchen. Ich habe übrigens auch noch keinen Jumpsuit, da mein Oberkörper als große Frau etwas länger ist und daher die meisten Jumpsuits nicht passen… Und das zeigt wieder einmal mehr, dass nicht die Konfektionsgröße entscheidend ist, sondern die Proportionen eines Körpers. Im modischen Angebot ist in dieser Hinsicht noch viel Luft nach oben… 😉

      Liebe Grüße und einen schönen Sommer-Sonntag für Dich!
      Stephanie alias die Modeflüsterin

    • Liebe Frau Grupe,

      ich war sehr gespannt auf diesen Bericht. Aufmerksam habe ich bereits die ersten Kommentare gelesen und bin froh, dass es viele Frauen gibt, die ebenfalls Probleme mit der Passform haben.

      Beim ersten Anblick Ihrer beiden Bilder hätte ich nicht vermutet, dass das linke Model ein Oversize-Model ist. Ich war nur etwas irritiert über den hoch angesetzten Gürtel. Aber Ihre Erläuterungen waren so einleuchtend, dass ich die beiden Frau ganz anders betrachtet habe. Also war das linke Model so geschickt geleidet, dass ich es als solches nicht sofort erkannt habe.

      Für mich selbst schließe ich mich dem Kommentar von Sabine an. Bei einer Größe von 163 cm und Kleidergröße 40-42 fühle ich mich in vielen (hauptsächlich Oberteilen) unvorteilhaft gekleidet, da die Kleidungsstücke für größere Frauen konzipiert sind.

      Ich habe bei einige fülligeren, kleinen Frauen beobachtet, dass sie teils sehr lange (bis zum Oberschenkel) und weite Oberteile tragen. Dies lässt sie sehr kompakt aussehen.

      Letztens habe ich eine kleine, füllige Frau gesehen (ich vermute H-Typ), die richtig toll aussah. Sie trug helle und freundliche Farben und Oberteile im Lagenlook (nicht zu lang und weit geschnitten), dazu einen farbigen Rundschal (ich weiß leider nicht die richtige Bezeichnung). Als ich diese Frau gesehen habe, hat es mir Mut gemacht, dass man totz Übergewicht gut und attraktiv aussehen kann.

      Leider habe ich für mich (A-Typ oder treffender Birnenform) noch nicht den idealen Stil gefunden. Vielleicht hat jemand einen Tipp wie weitere Oberteile geschnitten sein müssen, damit sie sich nicht am Po hochschieben und im Rücken knubbeln bzw. einen nicht “schwanger” aussehen lassen.

      Liebe Grüße an alle und vielen Dank für die vielen Inspirationen, die dieser Blog immer bietet.

      Ulrike

      • Modeflüsterin

        Liebe Ulrike,

        jetzt muss ich natürlich dazu sagen, dass das Übergrößen-Model schon recht ausgewogene Proportionen hat und vor allem diese schön schlanke, etwas erhöhte Taille ist ein absoluter Vorteil. Bei Frauen mit mehr Bauch und nur wenig oder keiner Taille wird es anspruchsvoller, ein Outfit zu finden, in dem sie viel schlanker wirken (insbesondere, wenn sie auch noch klein sind). Was aber fast nie funktioniert, ist viel Volumen. Denn genau das ist kontraproduktiv. Viel mehr liegt die Lösung meist in einer figurnahen, aber immer noch fließenden und nur an den schlanksten Stellen enger anliegenden Schnittführung. Und wenn die Stoffe anfangen, irgendwo hinaufzukriechen, dann könnte das Kleidungsstück sowohl etwas zu eng, als auch die Stoffwahl nicht optimal sein. Allerdings muss man eingestehen, dass auch figur-optimierende Kleidung ihre Grenzen hat. Oft ist es besser, zu seinen Kurven und Polstern zu stehen und diese einfach nur so hübsch und typgerecht wie möglich zu verpacken und dabei die Akzente an den richtigen Stellen zu platzieren. Das wirkt schon Wunder!
        Ach ja und bevor ich es vergesse: Eines der immer wieder gern angewandten Mittel gegen den “Schwanger-Effekt” sind diagonale Drapierungen…

        Liebe Grüße von
        Stephanie alias die Modeflüsterin

    • Modeflüsterin

      Hallo Stefanie,

      ich befürchte, da kann ich Ihnen nicht helfen. Der gezeichnete Jumpsuit ist von Studio Untold. Ein Schnittmuster dazu gibt es nicht. Da müssten Sie sich bei den typischen Schnittmuster-Herstellern einen ähnlichen Schnitt suchen…

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  2. Zarkas Welt

    Ein sehr schöner Beitrag. Ich hätte noch anzumerken: Fast alle Hersteller für Kleidung in größeren Größen überschneiden die Schultern, damit die Weite für die Brust vorhanden ist und aufwändige Brustabnäher vermieden werden. Das hat zur Folge, dass kaum ein Shirt gut bzw.faltenfrei sitzt. Wir wünschen uns aber auch im Basic Segment gut sitzende Kleidung. Modische Kleidung bekommt man schon immer mehr. Da sind die Hersteller eigentlich die letzten Jahre dran. Was wir noch gerne hätten: angemessene Preise. Wenn das “kleine” Shirt 15€ kostet und das größere 49€, ist das für mich nicht mit höherem Materialaufwand zu begründen

    • Modeflüsterin

      Hallo Zarka,

      vielen Dank für diese Ergänzung! Da Du selbst nähst, weißt Du ja ziemlich genau, was Sache ist… 😉
      Bei den Preisen für Mode bin ich auch ziemlich kritisch – allerdings aus anderen Gründen. Denn bei einem T-Shirt für 15,00 Euro liegt die Vermutung nahe, dass irgendwo auf der Welt eine Arbeiterin/ ein Arbeiter ausgebeutet wird. Da man aber auch bei einem T-Shirt für 49,00 Euro nicht sicher sein kann, dass es in der gleichen asiatischen Fabrik gefertigt wird, ist der Preis leider heute kein sicheres Kriterium mehr für gute Qualität – egal in welcher Größe. Denn gerade die aufwändigeren, durchdachteren Schnitte, die gute Plus-Size-Mode bräuchte, würden einen höheren Preis rechtfertigen. Darin wären dann – wenn es richtig gemacht ist – nicht nur das Mehr an Stoff (und das andere Auflegen der Schnitt-Teile auf den Stoff), sondern vor allem auch die aufwändigeren Modell-Entwicklungskosten beinhaltet. Große Größen wirklich gut einzukleiden, ist eher eine Semi-Couture-Aufgabe… Aber ich lasse mich nur allzu gerne eines Besseren belehren 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  3. Liebe Stephanie,
    diesen informativen Bericht werde ich sofort an meine Schwester weiterleiten,
    denn auch sie (Kleidergröße 42) hat so ihre Probleme etwas passendes
    zu finden. Der Vergleich der beiden Outfits ist sehr interessant.
    Ich habe mir die Seite von Studio Untold angesehen und finde
    die Mode sehr sehr modisch und ansprechend.
    Vielen Dank und noch einen entspannten Sonntag.
    Ganz liebe Grüße zu dir.
    Gaby
    http://www.stylishsalat.com

    • Modeflüsterin

      Liebe Gaby,

      da ich das Angebot von Konfektionsgröße 38 bis 44 kenne (habe alles schon mitgemacht), kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die Luft für anspruchsvolles Mode-Design und hohe Umsetzungsqualität ab Größe 42 schon dünn wird. Als ich noch Größe 44 hatte, waren die meisten modischen Kleidungsstücke, die ich auf den Laufstegen oder in Magazinen gesehen habe, einfach nicht zu finden… Da hat sich zwischenzeitlich aber auch schon Einiges geändert. Die Schnitte für sehr große Größen sind aber oft immer noch nicht genug durchdacht – leider!
      Dann grüße mal Deine Schwester sehr herzlich von mir 🙂

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  4. blackforestgirl

    Liebe Stephanie,

    wieder ein tolle Blogbericht von Dir. Ich als kleine (1,60m) Frau mit größerer Oberweite und Muffintop, habe auch einen schwarzen Jumpsuit gefunden. Ganz schlicht, nur mit schwarzen Sandaletten, knallroter Clutch, knallroten Lippen, hochgesteckten dunklen Haaren und Goldcreolen habe ich die zwei Schulabschlüsse und Gottesdienste besucht. Und ich habe mich seit langem wieder mal rundum wohlgefühlt. Passend angezogen, weder over- noch understyled…und habe auch einige Komplimente dafür bekommen.
    Die Idee mit der Jeansjacke werde ich auch mal umsetzen.

    LG Ela

    • Modeflüsterin

      Liebe Ela,

      oh, das klingt aber wunderhübsch! Kann ich mir gut vorstellen! Schlichte, einfarbige Looks mit den entsprechenden Accessoires funktionieren gerade bei kleinen Frauen mit Kurven eigentlich immer, nicht wahr? Und bei der Jeansjacke sollte nur die Taillierung und die Saumlänge genau für Deine Proportionen stimmen. Dann ergibt sich ein etwas lässigeres Styling – vielleicht weniger für Kirchenbesuche oder Schulabschlüsse, aber für einen lockeren Sommer-Abend mit Freunden… 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  5. Frau Soundso

    Ich trage Größe 44 und habe ein paar Boutiquen und Onlineshops gefunden, die tolle, schicke Mode in größeren Größen anbieten. Und das keineswegs immer teuer! In den traditionellen Kaufhäusern finde ich meist nichts.

    • Modeflüsterin

      Hallo Frau Soundso (oder darf ich K. sagen?),

      das freut mich sehr, dass Sie Ihre Einkaufsquellen gefunden haben! Dann wünsche ich Ihnen weiterhin tolle Outfits – egal in welcher Konfektionsgröße 🙂

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  6. Sphinx75

    Hallo liebe Modeflüsterin,

    ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen. Ich selber trage Kleidung im absoluten Übergrößen-Bereich (Oberteile Gr. 56). Zusätzlich zu meinem üppigen Körper habe ich auch noch eine sehr große Oberweite.
    Online hat sich das Angebot an Mode in großen Größen (insgesamt gesehen) sehr verbessert.
    Leider erleben gerade die 90er ein Comeback, die Mode von damals habe ich in meinen Teenie-Jahren schon so gar nicht gemocht, weil sie mir zu sehr für “Topmodels” kreiert erschien, vieles androgyn, oder sehr figurbetont, z. B. Leggings und die dafür benötigten Beine, die Zeit der bauchfrei – Mode usw.
    Ich bin knapp 1,70 m, habe kurze, dicke Beine, breite, aber gemässigte Hüften, nen dicken Poppes, Bauch und eben eine sehr große Oberweite.

    Nach ausgiebigem Stöbern finde ich schon modische Ware, man muss zwar Abstriche machen, was Exklusivität angeht, aber mit etwas geschicktem Kombinieren geht das schon. Es stimmt, die Passform ist leider nicht immer perfekt, ich habe schon vieles ändern müssen. Wenn das geschafft ist und mit entsprechenden Accessoires kombiniert, kann man sich schon recht modisch kleiden. Ich weiß nicht, ob man hier die Shops nennen darf? Sonst würde ich schreiben, wo ich suche (und finde) ;).

    Abgesehen davon gebe ich Ihnen völligst recht. Von den hiesigen Anbietern wird immer noch zu sehr versucht, die Mode für Schlanke einfach “zu strecken” und “von der Stange” für üppige Frauen zu verkaufen. Da scheinen uns die Amerikaner voraus zu sein – immerhin ist das “Über”-Größensegment ein Riesenmarkt (mit Wachstum) der entsprechende Umsätze einbringen kann.

    Das größte Problem habe ich, BH´s zu finden. DIE gibt es wirklich schwer und sie sehen oft sehr oma-mäßig aus! Ich habe schon weltweit kaufen müssen, zuletzt die meisten Modelle aus den USA. Die Unterbrustweiten sind kein Problem, die gibt es hier bis 130 cm – aber die Cups! Entweder man bekommt kleine Unterbrustweiten mit Cups bis H oder größere Unterbrustweiten mit immer kleineren Cups – bis D.
    Ich habe 95 N – es ist in Deutschland nahezu unmöglich, bezahlbare Ware zu bekommen. Zuletzt habe ich mir über einen britischen Versand BH´s günstig kaufen können, leider haben sie ihren Firmensitz hier aufgegeben und verkaufen seither diese Größen nicht mehr. 🙁
    Anfang der 2000er gab es überraschend eine wachsende Anzahl an Angeboten, von “Miss Mary of Sweden” zum Beispiel – aber das lief nur etwa 5 Jahre, seither wurde das Angebot an solchen Größen wieder drastisch reduziert.

    Viele Frauen kennen das wohl nur zu gut – wenn das Darunter nicht stimmt, stimmt auch das Darüber nicht. Man zuppelt dann an sich rum und ist unzufrieden.
    In diesem Sinne, mit der Hoffnung auf Verbesserung, liebe Sommergrüße an Sie und alle anderen Begeisterten Leserinnen der Modeflüstern

    • Modeflüsterin

      Liebe Sphinx alias K.,

      da haben Sie das Thema schön zusammengefasst. Ich bin ganz Ihrer Meinung: Ohne guten Änderungsschneider geht in größeren Größen meist gar nichts. Denn je größer das Volumen eines Körpers, desto mehr machen sich proportionale Unterschiede bemerkbar. So individuell kann Mode von der Stange nie sein – selbst wenn sie schon auf große Größen optimiert wurde. Daher finde ich es auch sinnvoller, in wenige, aber hochwertige Stücke zu investieren – dann lohnen sich auch die Kosten des Änderungsschneiders und man hat jahrelang ein besonders schönes Stück im Schrank.
      Dass das Darunter mindestes ebenso wichtig ist, stimmt natürlich auch. Guter Halt – ob am Busen oder an Bauch, Taille oder Po – kann ein Outfit sofort viel besser aussehen lassen. Gerade beim Thema BH habe ich schon oft von Leserinnen gehört, wie schwer das ist, Passendes zu finden. Oft wird in diesem Zusammenhang das Forum “Busenfreundinnen” empfohlen. Dort gibt es wohl viele Tipps für Frauen mit großem Busen. Vielleicht gibt es dort ja auch Geheimtipps, die für Sie nützlich sind? Würde mich freuen!

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  7. Liebe Stephanie,

    gerne mehr von solchen Artikeln! Ich finde es extrem spannend (positiv wie negativ) wie die Medien, und dazu gehören heute natürlich unbedingt Bilder, unsere Körperwahrnehmung beeinflussen. Nur ein Beispiel: wenn ich (Größe 36/38, aber kurvig) bei Pinterest auf Outfitsuche gehe und dabei Frauen suche, die halbwegs meiner Figur entsprechen, muss ich als Suchbegriff “Curvy” eingeben. Pinterest schlägt mir dann automatisch als Synonym “Plus Size” vor. Die wunderschöne Salma Hayek wird ebenfalls wahlweise als “Hourglass”, “Curvy” oder eben “Plus Size” gehandelt.

    Quasi sämtliche Modekataloge, die nicht gerade von Spezialanbietern ausgegeben werden, zeigen ihre Mode an sehr schlanken H-Figurtypen, obwohl eben nur ein Bruchteil der Frauen so aussieht. Ich beobachte immer wieder, wie auf anderen, einschlägigen Modeblogs darüber hitzige Diskussionen entbrennen. Die meisten Frauen finden sich in den gezeigten Bildern nicht wieder, die Damen, die diesem Ideal entsprechen, zeigen sich diskriminiert und am Ende bleibt es eine Diskussion Dick gegen Dünn. Dabei geht es in Wahrheit eben nicht um Gewicht, sondern um Proportionen. Die Bloggerinnen schieben leider meist die Verantwortung weit von sich und proklamieren “wir sind alle wunderschön, wie wir sind!” Recht haben sie, aber so leicht ist es eben nicht.

    Ich jedenfalls kenne das Gefühl in der Umkleide zu stehen und das schicke Teil aus der Zeitschrift macht einen einfach nur alt und scheußlich. Ich übe zwar fleißig, mich selbst schön zu finden, aber immer gelingen will es eben (noch) nicht. Von reiferen Damen habe ich mir allerdings sagen lassen, dass das immer besser klappt 😉

    Schön wäre mehr Vielfalt und mehr Realität in der Mode. Die Mainstream-Richtung ist aber wohl eine andere.

    • Modeflüsterin

      Liebe Jessie,

      Du hast ja sooo Recht! Leider finden sich in den meisten Medien immer noch ausschließlich die super-dünnen Models wieder. Mehr Vielfalt oder figürliche Abwechslung täte da wirklich gut. Das Gefühl in der Umkleide, dass ein bestimmtes, aktuelles Kleidungsstück an mir irgendwie unvorteilhaft aussieht, das kenne ich selbst auch zur Genüge! Wenn man dann mal überlegt, warum das so ist, dann ist es der Schnitt, der eben nicht zu den Proportionen passt oder die Passform überhaupt – oft aber auch einfach nur Farbe, Muster, Stoffart oder der Stil des Teils. Von allen angesprochenen Gründen lässt sich nur die Passform vom Änderungsschneider verbessern – und auch nur an ein paar Stellen, an denen es ohne allzu großen Aufwand machbar ist. Sind andere Gründe dafür maßgeblich, dass das Stück nicht gut am eigenen Körper aussieht, sollte man die Finger davon lassen.
      Und es ist tatsächlich so: Mit zunehmendem Alter wird man gelassener, weiß besser mit den natürlichen Auswirkungen des Alterns umzugehen und der Perfektheitsanspruch an sich selbst relativiert sich. Ich finde, dass Altern sehr viel mit innerer Reife zu tun hat, während die Bedeutung von Äußerlichkeiten abnimmt. Mit sich selbst zufrieden zu sein, setzt sich dann aus innerem Reichtum, äußerer Gepflegtheit und einem positivem Rück- sowie Ausblick auf das Leben zusammen. Und das ist schön! Ich wünsche Dir, dass Du das auch immer mehr so erleben kannst.

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  8. Gerlinde

    Es gibt keine Mode-Bibel. Wenn ich mir die Bilder anschaue und den Text dazu………..da steckt viel Arbeit drin und trotzdem bringt es gerade den Frauen mit Problemzonen zum großen Teil nichts. Wenn ich mir vorstelle, ich würde so einen “Hansmann” (so hießen die Dinger früher und wurden von Männern als einteilige Unterwäsche getragen) anziehen, hätte ich alle Lacher und “Kopfschüttler” auf meiner Seite.
    Ich bin klein, 1,58 m, habe Ober- und Unterbauch stark ausgeprägt, Oberweite noch ein wenig mehr. Taille………die suche ich schon seit Jahrzehnten. Hüfte, überhaupt nicht ausgeprägt. Also eher die “Bier-trinkende-Männerfigur mit Oberweite”. Da geht nur schmale Hosen, weite Oberteile in A-Form mit V-Ausschnitt, und nur nix Gekräuseltes. Ärmellänge eher dreiviertel. Stoff- und Musterwahl finde ich ebenfalls sehr wichtig. Nicht gerade den Problembauch mit einem geplotteten Motiv betonen 🙂 Das war jetzt mal eine kurze Beschreibung meiner Figur und was ich anziehe.

    VG

    • Modeflüsterin

      Liebe Gerlinde,

      der Outfit-Vergleich sollte auf keinen Fall biblische Züge tragen!!! Der Blog hier ist bestimmt keine Mode-Bibel und will auch keine sein 😉 Auch wollte ich damit keinesfalls andeuten, dass jede Frau einen Jumpsuit tragen sollte! Bitte nicht! Ich wollte einfach nur an einem aktuellen Trend-Kleidungsstück beispielhaft zeigen, ob und unter welchen Bedingungen Frauen mit kleiner und großer Konfektionsgröße die gleichen Mode-Trends tragen können oder eben nicht.
      So wie Sie Ihre Figur schildern, ist ein Overall oder Jumpsuit oder “Hansmann” sicherlich nicht Ihr optimales Kleidungsstück (ich hoffe, Sie erkennen die leise Ironie in diesem Satz?) 😉 Auch kenne ich nur eine Frau im TV – eine Komödiantin -, die trotz ausgeprägter O-Figur Overalls trägt… Und Sie scheinen für sich selbst ja schon das optimale Styling gefunden zu haben, so dass gar kein Änderungsbedarf vorhanden ist. Ihre Beschreibungen klingen absolut nachvollziehbar und sinnvoll. Bleiben Sie einfach dabei, wenn Sie Ihr Wohlfühl-Styling gefunden haben!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  9. Hallo,

    ich gehöre auch zu plus size und stimme oft zu. Es ist schwierig Dinge zu finden, die einen guten Schnitt und Sitz haben – oft werden die Armlöcher viel zu tief geschnitten und die Ärmel viel zu weit. Ich fände es gut wenn die Hersteller, insbes. in den online shops, ihre Mode in Figurtypen einsortieren würden – das würde wenigstens ein wenig helfen. Navabi hat gute Qualität aber oft sind die Sachen nur in dunklen Farben, schwarz, zu haben. Wie wäre es mehr in Farbtönen im mittleren Farbsegment anzubieten – das steht den meisten. Oft sehe ich auch, dass ganz oft die Hüfte betont wird – das wollen aber auch viele XXL Frauen nicht und da geht es ja nicht um die Größe 44 oder so – da gibt es noch alle Figurtypen aber die meisten die Größe 50 plus tragen, haben einen fülligen Bauch – den muss man nicht noch mit Taschen im Bauchbereich betonen.

    Da muss noch viel gemacht werden…

    LG
    Lee

    • Modeflüsterin

      Liebe Lee,

      ja, Sie sagen es: Da muss noch viel gemacht werden! Vor allem die für die meisten Frauen mit größeren Konfektionsgrößen unmöglichen Details, wie Taschen im Bauchbereich, könnten endlich verschwinden… Und viele Kleidungsstücke werden ganz ohne Arm angeboten – sicherlich auch, um die angesprochene Problematik der Ärmelweite zu umgehen. Der Schulter-Brust-Arm-Bereich ist eine schnitt-technisch sehr komplexe Stelle – besonders bei Übergrößen gibt es hier kaum standardisierbare Maße. Ob nun Hüftbetonung gut oder schlecht ist, entscheidet mehr der Figurtyp als die Konfektionsgröße. Tja und was die Farben und Muster angeht: Das ist ein sehr, sehr weites Feld für Verbesserungen…

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  10. Hallo Stephanie,
    ich kenne das nur zu gut, was Du da so treffend auf den Punkt bringst.
    Ich bin schon seit 1983 1,83m groß und mit ziemlich langen Haxen gesegnet. Man möchte meinen, ich bin darüber froh.
    Bin ich auch. Im Prinzip. Aber das Kleidung kaufen macht es nicht leichter.
    Auch wenn ich mir als Teenager und junge Erwachsene meine Kleidung von meiner Mutter (Schneidermeisterin) anpassen oder sogar nähen lassen konnte, wollte ich natürlich auch immer eher das, was andere haben.
    Früher war mir alles zu kurz. Das mit den Hosen hat sich gebessert, da gibt es ja zwischenzeitlich mehr Auswahl. Wenngleich eine 36er Länge auch noch nicht flächendeckend erhältlich ist.
    Oberteile (gerade modische) gibt es nur in Einheitslänge. Kleider meist auch. Oder die aktuellen Jumpsuits. Die würden mir gut gefallen. Aber die Taille sitzt unter dem Busen und die Beine sind 15 cm zu kurz. Das ist nicht schön. Deshalb verzichte ich.
    So zwischen 42 und 46 trage ich schon die letzten 25 Jahre mindestens. Je nach Trainingslage irgendwo zwischen 70 und 80 kg. Richtig plus Size fühle ich mich nicht. Ganz im Gegenteil. Wenn man auf den Rippen Xylophon spielen kann, ist das wohl nicht “Übergröße”. Übergrößen Mode passt mir ganz selten. Ich kenne natürlich auch die Läden, deren Ware mir zu kurz, zu eng, zu klein ist.
    Und die wo mir alles zu kurz, der Bauch zu weit, der Rücken zu eng und die eingestellte Brust zu leer ist.
    Hätte ich keine ausgeprägte Taille, wäre ich in der Männerabteilung besser aufgehoben. Da haben die Oberarme, die Schulterblätter genügend Luft und der Bauch sitzt flach an… tja, nur die Hüfte, die passt da dann nicht so ganz rein.
    VG von der langen Athletin mit der kurvigen Hüfte.

    • Modeflüsterin

      Liebe Sunny,

      viele von den angesprochenen Passfehlern kenne ich am eigenen Leib – apropos Leib: die Leibhöhe bei großen Frauen ist halt eine andere, so dass viele Hosen, Röcke, aber auch Kleider und Overalls einfach nicht passen wollen. Aber wenn Du eine Schneidermeisterin als Mutter hattest, dann weißt Du ja bestens Bescheid 🙂 Meine Oma konnte auch toll nähen und hat mit ihrer Freundin – ebenfalls Schneiderin – immer für uns Frauen der Familie Sommerkleidchen, aber auch bayerische Dirndl genäht. Das waren dann auch die einzigen Kleider, die richtig passten… Jetzt nähe ich gerne selbst, wenn ich mal dazu Zeit finde und kann die vorgegebenen Schnitte immer besser auf meine Figur abändern. Das hilft 🙂 Allerdings stelle ich es mir tatsächlich schwer vor, beispielsweise Jeans in 36er Länge zu finden. Da wird das Angebot schon sehr dünn. Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du möglichst häufig fündig wirst!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  11. Hallo 🙂
    das ist ein wirklich umfangreicher informativer Artikel – Danke dafür!
    Rausgestellt wird ja unter anderem, dass Plus-Size-Frauen bemängeln, dass es wenig modisch Trendiges in großen Größen zu kaufen gibt. Da sage ich “Jein”, denn das gibt es schon, allerdings eher für die Frau Ü40 finde ich. Spritzige Designs, raffinierte Extras, Mode die auch ein 16jähriges molliges Mädchen gerne anziehen möchte ist eher selten und wenn, dann sehr oft von Billig-Anbietern aus qualitativ unterirdischen Materialien. Was ich wirklich vermisse ist zum einen nachhaltige Mode auch jenseits der Größe 42, auf dem Bio-Sektor gibt es offensichtlich die Meinung, dass Frauen, die Nachhaltigkeit und Bioprodukte schätzen automatisch dünn sind. Zum Anderen jugendliche Mode, in der man sich auch mit Anfang 20 in einer Disco wohl fühlt. Gerade bei einem sehr namenhaften deutschen Hersteller von Plus-Size Mode habe ich momentan das Gefühl dass sich dort viel tut, denn dort halten die ersten kba-Produkte Einzug, und man rückt dort ein wenig ab von übergroßen floralen Prints, Glitzersteinchen-Motiven und Lagenlook.

    • Modeflüsterin

      Liebe Jasmin,

      das ist eine interessante Analyse: Für erwachsene Frauen fehlen nachhaltige Produkte, für jüngere Frauen eher die fetzigen. Einige Fragen der Studie wurden auch für jüngere Frauen ausgewertet und zeigen genau Deine Vermutung: Gerade jüngere Frauen wünschen sich trendigere Übergroßen-Mode – noch mehr als der Durchschnitt. Interessant wäre sicherlich gewesen, wie die Antworten für nachhaltige Mode aussehen würden. Aber das wurde leider nicht erhoben. Und vor allem: Wie viel mehr dürfte nachhaltige Mode kosten, wenn es diese auch für Übergrößen gäbe? Aber ich glaube, die meisten Frauen wären schon glücklich, wenn es überhaupt schicke Mode für sie gäbe, die einfach nur passt. Ich denke auch, dass sich auf diesem Markt noch einiges bewegen wird.

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  12. Schimmelreiter

    Offenbar bin ich nicht die einzige hier, die selber näht. (Schnittmuster für Jumpsuits waren gerade in der Knipmode, nur so am Rande).
    Ich bin etwas länger als der Durchschnitt (1,80), habe aber eigentlich eine gut proportionierte Figur. Nur, was soll das, dass Hosenbeine und Ärmel immer zu kurz sind, Taillierungen auf den Rippen hängen und Abnäher nie da sitzen, wo sie sollen. Und zudem geht die Konfektion von einer Körbchengröße B/C aus, da passe ich ohne OP nicht rein. Ach neee!!! Und dann die Materialien – oft so viele Polytierchen (bei Plussize ganz besonders) Hauptsache billig!
    Schnittmuster werden zwar für die gleiche Grundform kreiert, aber wenn man sich mit der Materie beschäftigt, weiß man, wie man Änderungen vornimmt Schritt für Schritt. Anstatt durch die Stadt zu hetzen und mich zu frustrieren, bastel ich lieber zu Hause und freue mich über jedes Teil, das gelungen ist. So lernt man auch, Schnitte und Schnittdetails zu verstehen. Das versaut natürlich auch ein bißchen, man betrachtet seine Mitmenschen ganz anders… Zusammen mit den tollen Tipps hier kann man sich nach und nach einen Fundus an Grundschnitten zusammenstellen, die man immer wieder variieren kann.
    Besonders schlimm ist das Problem übrigens im Sektor Wäsche / Dessous, aber das ist eine andere Geschichte.

    • Modeflüsterin

      Liebe Schimmelreiter(in) alias A.,

      das ist ja toll, dass Sie eine so gut proportionierte Figur haben und dann auch noch nähen können!! Das erleichtert Vieles! Und ein selbst genähtes Exemplar ist immer etwas ganz Besonderes. So wie es klingt, haben Sie schon viel Erfahrung im Abändern von Schnitten gesammelt und ihre Grundschnitte erstellt. Toll! Und ja, ich betrachte Kleidung in den Geschäften mit anderen Augen, seitdem ich weiß, welcher Aufwand hinter bestimmten Schnitten, Nähten oder Verarbeitungstechniken steckt. Man erkennt besser, welcher Anbieter sich wirklich bemüht, hohe Qualität zu bieten und wer die Stücke nur schnell und lieblos zusammennäht. Das ist ein großer Vorteil!
      Übrigens bin ich zwar sehr tierlieb, aber für die vielen “Polytierchen” in der Mode würde ich auch nicht spenden…

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  13. Patricia

    Liebe Stephanie,
    mir geht es wohl wie Einigen hier! Fast jeder Online-Shop mit “großen Größen” hat ja zwischenzeitlich eine Figurberatung – leider werden die dort veröffentlichten Tipps nicht entsprechend umgesetzt und angeboten! Suche ich doch immer wieder nach der dunkel gefärbten schlichten Jeans mit glatter Vorderfront und finde dann im Shop nur die Super-Skinny mit Destroyed-Effekt!? So habe ich allmählich das Gefühl, dass die meisten Shops eigentlich die gleichen Kleidungsstücke und Schnitte verkaufen – nur eben ein paar Größen größer – damit aber leider nicht figurfreundlicher. Gerade wenn man noch dabei ist seinen Stil zu finden, wäre eine konsequentere Umsetzung dieses Beratungskonzeptes wünschenswert. Es ist natürlich jedem belassen, ob er sich optisch etwas ungünstig, dafür aber sehr modisch, kleidet.
    P.S.: Ich hätte der Dame mit der X-Figur auch keinen Jumpsuit empfohlen, da ich finde, dass durch die starke Taillierung zu sehr Bauch und Hüften betont werden. Auch ist mir die Jeansjacke zu plusterig. Eine schlichte Hose (mit glatter Front!) und ein gleichfarbiges, edles, Wickelshirt wäre besser gewesen – meiner Meinung nach. Ich will damit sagen, dass vielleicht nicht alle Kleidungsstücke für Jeden geeignet sind!?

    • Sabine Stechert

      Liebe Patricia,
      ich empfehle Brax.com. Dort bestelle ich 44L, das sind die Jeans mit den roten (langen) Größen, die gibt es bis 48. Die kleinen Frauen können dort die gelben K (kurz) Größen kaufen und alle anderen die blauen (normal) Hosen. Es gibt jede Saison auch dunkelblaue, elegante Jeans neben allen anderen Farben, die ich in den hiesigen Geschäften nicht finde. Bei Übergrößen aber normaler oder kurzer Größe ist die Linie Raphaela gut, in den verschiedenen Schnitten. Gut passen mir auch GAP Jeans (UK oder USA), die machen bis 34 (ich trage 32 mit hier Größe 44). Dort gibt es schöne dunkelblaue, z. B.
      In einer Zeitschrift (Plus Magazin) fand ich Hinweise auf NYDJ Jeans, die bis 48 machen und angeblich sehr gute Passformen hätten. Ich habe seit Jahren auch nach einem langen Jeansrock, also mind. wadenlang, gesucht. Bei Amazon gab es über 160 Modelle, dort habe ich eine Auswahl dunkelblau ohne Bleichungen bestellt, und fast alle paßten gut. Hätte nie gedacht. dort mal zu schauen, aber nun suche ich auch andere Sachen in 44 erst mal dort.
      Viele Grüße Sabine

  14. Liebe Modeflüsterin!

    Vielen Dank für den tollen Artikel!
    Da du ja auch Brillenträgerin bist möchte ich dich fragen, wie du es mit den Halsketten handhabst – denkst du, ich kann große, kräftige Halsketten kopfnahe tragen, auch wenn ich Brillenträgerin bin?

    Über einen kurzen Kommentar würde ich mich sehr freuen!

    Danke und liebe Grüße!
    Yvonne

    • Modeflüsterin

      Liebe Yvonne,

      grundsätzlich sehe ich da keine Probleme, so lange Du es nicht übertreibst – es sei denn, Du bist der exzentrische Stiltyp. Ich würde nur darauf achten, dass zu bunten Brillen kein bunter Schmuck getragen wird, sondern nur entweder Silber oder Gold oder Roségold oder Platin oder eben einfarbiger Schmuck. Zu einfarbigen der schlichten Brillengestellen darf es dann auch mehrfarbiger Schmuck sein. Das Gleiche gilt für das Dekor. Zu kleinteilig dekorierten Brillen würde ich schlichten Schmuck tragen, zu schlichten Brillen darf es auch ein üppig dekoriertes Schmuckstück sein. Beides – Farbe und Dekoration – ist aber von der Größe des Schmuckstücks völlig unabhängig. In beiden Fällen darf es ruhig groß sein, wenn der Knochenbau der Frau oder das Volumen des Körpers dies proportional vorgibt. Ich hoffe, das hilft Dir weiter!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      • Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Ich habe ein paar Outfits, denen immer das gewisse Etwas gefehlt hat, und ich bin mir sicher, dass ich denen mit einer tollen Kette auf die Sprünge helfen kann! Liebe Grüße!

  15. Sehr interessanter Artikel. Ich merke, dass XXL Mode ein Problemfeld ist, wenn ich mit meiner Mutter einkaufen gehe. Sie ist schon über 60, hat aber viel Freude an Mode und Farben, weshalb es uns beiden immer Spaß macht, zusammen zu shoppen. Sie ist ein typischer O-Typ mit großem Busen und fühlt sich wohl in ihrem Körper.
    Leider ist die Mode für Frauen ihres Alters und ihrer Figur eigenartig bieder und gleichzeitig billig wirkend. Seit gefühlten zehn Jahren bieten die Läden nur grellbunte Zelte mit Blumen- und Tiermustern und Glitzersteinchen an. Es erinnert eher an Papageienkostüme als an Mode. Und dass eine Frau jenseits der Menopause einen ganz anderen Hosenschnitt braucht (in der Taille weiter, an Po und Oberschenkel weniger geräumig), ist den Fabrikanten wohl ebensowenig geläufig, wie die Tatsache, dass auch ein reiferes Dekolleté nicht immer unter einem formlosen Kittel versteckt werden will. In den Schnitten zeigt sich schlicht eine Lücke an Fachwissen: “Unsere Käuferinnen sind Plus Size, macht es also einfach ganz groß und formlos, aber bunt, damit es trotzdem gekauft wird!”
    Für ein Sommerkleid ohne Zebraprint und ein Tshirt mit einem anständigen Schnitt können wir lange suchen, gezielt einkaufen ist sowieso nicht drin und Hosen müssen immer geändert werden.
    Das alles ist sehr schade und über die Preise wundere ich mich umso mehr. Sie haben oft mit Qualität nichts zu tun, sondern orientieren sich ausschließlich an der höheren Zahlungskraft der älteren Kundinnen. Bei einem Basic Tshirt von 70 Euro könnte man anständige Schnitte und Materialien doch erwarten!
    Dass es auch anders geht, haben wir beim Shoppen in UK erfahren. Dort gibt es viele Plus Size Frauen, die ihre Kurven nicht verstecken wollen, und darum findet man hier raffiniertere Schnitte und modischere Designs in allen Größen.

    • Modeflüsterin

      Liebe Lara,

      das ist eine sehr interessante und aufschlussreiche Beschreibung der Shopping-Erfahrungen mit Deiner Mutti! Danke dafür! Ich denke, dass viele Leserinnen hier Deinen Bericht gut nachvollziehen können.
      Hochwertiges Modedesign zeigt sich vor allem in genau diesen kleinen, vermeintlich unscheinbaren Details: Der Schnitt ist durchdacht und etwas passgenauer und ein eigentlich schlichtes Kleidungsstück wirkt irgendwie unglaublich stilvoll. Hierfür braucht es handwerkliches Expertenwissen, Top-Design und Top-Stoffwahl. Und das kostet. Viel einfacher hingegen ist es, einfache Schnitte zu verwenden, diese mit auffällig bedruckten, weniger hochwertigen Stoffen umzusetzen und noch ein paar Glitzersteinchen darauf zu kleben. Solche Mode lässt sich auch in riesigen Fabriken nähen, bei denen jeder Handgriff von einer anderen ungelernten Arbeiterin vollzogen werden kann. Das ist massentauglich produzierbare Ware. Muss ich dazu mehr sagen?
      Umso schöner finde ich es zu erfahren, dass es wohl in UK schon ein weit besseres Angebot gibt. Das lässt ja auch für Deutschland hoffen 🙂

      Dir und Deiner Mutter ganz herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  16. AnnetteH

    Danke für den informativen Beitrag. Ich gehöre zur Plus-Size-Fraktion und bewege mich beim Einkaufen machmal zwischen Lachen und Weinen. Eine Hose in 42 – sitzt, paßt und hat Luft. Ein Shirt in 48 (!) – und ich sehe aus wie eine Mettwurst! Meine beiden lokalen Lieblingsläden schmücken sich mit Abteilungen für “große” Größen. Leider grenzen viele Oberteile an den Tatbestand der Körperverletzung; alle, die schon mal verzweifelt gesucht haben, wissen, was ich vor Augen habe.
    Was ich mir wünsche: eine wirkliche Beratung im Geschäft, die auf meine Wünsche und meine Voraussetzungen eingeht. Ohne eben diese Beratung hätte ich mein wunderbares Wickelkleid nie angezogen, sondern hätte mich, wie schon viel zu oft, in einem 2Personenzelt versteckt. Das Kleid war übrigens nicht aus einer PlusSize-Kollektion sondern aus einer ganz normalen Linie. Und das führt mich zum Fazit meines Beitrages: Größen über 42 hinaus sind kein Sonderfall sondern mehr als mehrheitsfähig!

    • Modeflüsterin

      Liebe Annette,

      das ist ja so wahr! Konfektionsgrößen von 42/44 sind der deutsche Durchschnitt (habe ich mal irgendwo gelesen). Da fragt man sich wirklich ob das Wort “Übergrößen” noch zeitgemäß ist. Und schließlich steckt darin ja auch eine Bewertung, nämlich “zu groß” zu sein, also über das normale Maß hinausgehend…. Was für ein Unsinn! Auch der englische Begriff “Plus-Size” besagt ähnliches. Ich nutze die Worte zwar auch, aber eigentlich nur mangels Alternativen 😉
      Insgesamt gesehen finde ich, dass das Denken in Konfektionsgrößen ohnehin aufhören sollte. Wie ich so oft hier schon erwähnt habe, sind die Proportionen eines Körpers – und zwar seine tatsächlichen und die durch Mode absichtlich hergestellten – das Entscheidende für einen guten Look. Und Ihr Beispiel mit dem tollen Wickelkleid zeigt, dass es funktioniert. Weiter so! Ich wünsche Ihnen weiterhin so viel Courage und Eigenwilligkeit, dass Sie Ihren modischen Weg unbeirrt gehen können.

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  17. Hallo liebe Modeflüsterin 🙂

    Ein (mal wieder) wirklich gelungener Beitrag! Vielen Dank dafür!
    Witziger Weise war ich erst neulich mit meiner besten Freundin (seit Jaaaahren und auch nach zwei Schwangerschaften noch eine beneidenswerte 36, allerdings hart erkämpft) in einem Restaurant und sie beobachtete über meine Schulter hinweg eine andere Gästin (was ist die weibliche Form von “Gast”?) 🙂 und meinte dann, als diese an uns vorbei zu den Toiletten ging “Nicht gaaaanz so schlanke Frauen sollten keine Jumpsuits tragen….”. Ich war neugierig und sah mir die Frau an, als sie zurück zu ihrem Tisch ging. Dann korrigierte ich meine Freundin: “Sie kann schon Jumpsuits tragen – aber nicht diesen. Er sitzt einfach nicht richtig.” Wir diskutierten und analysierten beim nächsten Glas Wein darüber.
    Ich (eine 42/44, meines Erachtens eine fabelhafte X-Figur) finde es so spannend und interessant, wie Mode wirken kann. Hätte die Dame einen anderen Schnitt gewählt, vielleicht noch andere Schuhe, Schmuck – WOW. Aber der Gummizug, der in die Taille gehört hätte, wurde unvorteilhaft auf die Hüfte gezogen, wodurch die Proportionen verschoben und die Brust leider platt wurde. Sch….ade. Aber das ist eine logische Folge des in dem Beitrag geschilderten Themas.
    Ich muss sagen, dass mir meine Idee von Stil und Mode inzwischen wichtiger ist als gesellschaftliche Normen oder Vorstellungen. Man kann es sowieso niemandem Recht machen. Und anstatt sich zu beschweren, dass die ModeWelt so gemein ist (was hier niemand tut! Das möchte ich betonen! Go Girls!) und alles außerhalb von Size00 diskriminiert, mache ich lieber, was MIR gefällt. Deshalb zwänge ich mich nicht in Sachen, die mir nicht stehen, oder die auf Teufel komm raus modisch sind, aber ich lass mir den Spaß an Mode nicht vermiesen. Auch hier gilt für mich “Sei du die Veränderung, die du dir für die Welt wünschst.” So einfach ist das. 🙂
    Ich wünsche euch allen, und besonders dir, liebe Modeflüsterin, einen wunderschönen, freien und genussvollen Sommer!
    Liebe Grüße,
    Barbara

    • Modeflüsterin

      Liebe Barbara,

      wow! Das ist ja mal ein Statement ganz nach meinem Geschmack! Das Wichtigste ist doch immer, den eigenen Stil zu finden und umzusetzen – und eben den besagten Spaß an Mode zu haben. Frauen, die nur immer jedem Trend hinterher laufen, sind bekanntermaßen ja meist nicht besonders stilvoll. Im Gegenteil: Der Verdacht liegt nahe, dass sie ihren eigenen Stil noch gar nicht so richtig definiert haben, wenn sie diesen mit jedem Trend verändern…
      Toll an Ihrer Erzählung finde ich aber vor allem, dass Sie sich offensichtlich in Ihrem Körper pudelwohl fühlen und das ist eine ganz besondere Situation. Ich bin sicher, dass Sie das auch ausstrahlen und damit ohnehin im Stil-Himmel landen – egal was Sie gerade anhaben 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  18. Liebe Stephanie,
    ein wirklich schöner umfassender Artikel. Ich gebe dir vollkommen Recht, was den Figurtyp eines jeden angeht und das ist auch der Hauptgrund dafür, ob ein Kleidungsstück gut wirkt oder nicht. Auch für Frauen, die keine Übergrösse tragen trifft das zu; insofern ist das Problem etwas zu finden, das einen wirklich gut aussehen lässt eben eine Frage des richtigen Schnittes für eben diesen Typ.
    Darüber hinaus kann man hier auch gut mit den richtigen Farben arbeiten. Es muss nicht immer Schwarz sein. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Betonung der schmalsten Stellen, wie Knöchel und Taille( bei X-Typen). Der Fokus sollte doch immer dort liegen, wo man seine Vorzüge hat.
    beste Grüsse
    Edith

    • Modeflüsterin

      Liebe Edith,

      ich habe tatsächlich etwas gezögert, den schwarzen Jumpsuit für meinen Vergleich zu wählen, da ich vermeiden wollte, dass Frauen mit größeren Konfektionsgrößen denken, dass sie nur in Schwarz gut aussehen können. Dem ist natürlich nicht so! Die zum Farbtyp passende Farbwahl und die vorteilhafte Platzierung der Farben am Körper können eine große Wirkung haben. Und natürlich können alle Frauen – egal in welcher Größe – die Farben tragen, die sie wollen 🙂

      Farbenfrohe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  19. Chrissiebabe

    Liebe Modeflüsterin,

    hm, die X-Figur-Interpretation des Jumpsuits finde ich persönlich nicht so gut gelungen. Alle Bulletpoints sind zwar theoretisch nachvollziehbar, die Abbildung widerlegt das für mich.

    Die Jeansjacke ist meines Erachtens zu betont kurz und zu ballonig geschnitten und macht optisch eine astronomische Oberweite, zudem noch eine Statement-Kette getragen wird. Da fände ich eine etwas längere und leicht antaillierte Jacke vorteilhafter.

    Und die hochgezogene, enge gürtelgeschnürte Taille betont für mich eine verstärkte Hüfte kräftige Oberschenkel sogar noch stärker, gerade, wenn Polster vorhanden sind wirkt das gequetscht. kann da nicht vielleicht der Schnitt des Overalls enger und dann umfliessender geschnitten sein, dann wirkt der abgebildete Jackenschnitt vielleicht sogar besser in Kombi mit der Kette. So stoppt der Gürtel.

    Der schmalere Knöchelschnitt des Hosenbeins stoppt einen fliessenden Eindruck des Stoffes und lässt ihn immer wieder an den Problemzonen auflaufen und den Beckenbereich damit massiv wirken. Schöner fände ich eine geradere Form, die dann auch etwas länger geschnitten sein kann, im gegensatz zu der schmaleren Knöchelform, die stoppen den fliessenden Stoff, so dass er sich immer wieder an den Problemzonen abzeichnet.

    Und auch, wenn ich zustimme, dass 7/8 Hosen bei kräftigeren, kleineren Frauen verkürzend und gedrungen wirken können, finde ich die schmalen Hosenbeine noch etwas zu lang. Und zu guter letzt die Pumps ein bisschen massiv und madamig, eine spitzere Form fände ich ein bisschen lässiger.

    Sagt eine endvierzigjährige A bis X-Frau in Größe 44 unter 165cm, mit geraden Schultern, sehr großer Oberweite, kurzen Beinen , kräftig gepolsterten Hüften und ebensolchen Beinen aber schlanker Bauch- Taillenzone , die sich immer über XL-Mode ärgert, bei der standardmäßig

    – die Hosen karottig, am Knöchel zu eng und zu lang geschnitten sind (das staucht optisch!)
    – (kommt jetzt in diesem Beispiel nicht vor) kurze Ärmel bei Sommersachen zu kurz oder gar nicht vorhanden oder gar lediglich angeschnitten sind.
    – Taschen oder Zierpaspeln verstärkt an Problemzonen angebracht werden
    – keine schlicht fallenden, wadenlangen Kleider und Röcke sondern lediglich kurze oder knapp kniebedeckende Längen angeboten werden
    – alles voller Pailetten oder Applikationen nur so blinkt
    – immer die gleichen, unvorteilhaften Wintertyp-Farbtöne wie Bordeaux, Dunkelblau, Weiß, Petrol, Pink, Aqua, Schwarz, Rot und ggf. Anthrazit angeboten werden.
    – Ausschnitte halsnah oder hochgeschlossen sind oder alternativ wasserfallig ausfallen -sieht nicht gut aus bei X und A, ohnehin die beiden komplexesten Figurtypen, die es mit Mode am schwersten haben, denn die Körpermitte bei H, O und lässt sich am modisch am besten kaschieren und die Hüftregion bei Y betonen.

    Grmpfhhh 😉

    Liebe Grüße,
    Chrissie

    • Modeflüsterin

      Liebe Chrissie,

      vielleicht an dieser Stelle eine kleine Erklärung zum besseren Verständnis: Beim Beitrag ging es nicht um ein figur-optimiertes Outfit für Übergrößen. Vielmehr geht es um eine Gegenüberstellung zweier Outfits, bei dem das Übergrößen-Modell in etwa das gleiche Outfit trägt wie der kurvenlose, dünne Star (dazu habe ich übrigens sehr lange gesucht, bis ich einigermaßen Vergleichbares gefunden habe… ;-)). Die Überlegungen dienen lediglich dazu festzustellen, ob die Outfits austauschbar wären – bzw. warum eventuell nicht. Dazu muss man nur analysieren, wie sich Schnitte, Farben und Silhouetten der Outfits auf die Proportionen auswirken. Das Outfit des Übergrößen-Modells ist so konzipiert, dass der Fokus auf der Taillen-Betonung liegt und die Beine verlängert werden. Das Outfit des Stars bewirkt genau das Gegenteil.

      Natürlich gäbe es eine ganze Reihe von Ideen, wie sich das PlusSize-Outfit weiter figürlich optimieren ließe. Da würde mir beispielsweise eine lange Hose im Bootcut-Schnitt gut gefallen und auch eine etwas längere, aber taillierte und vor allem schlichtere Jeansjacke ohne Brusttaschen wäre bei großem Busen angesagt. Aber, wie gesagt, darum ging es eigentlich gar nicht…

      Absolut nachvollziehen kann ich Deine Liste mit typischen Eigenschaften von PlusSize-Mode. Zu kurze Röcke, zu hohe Ausschnitte und ärmellose Kleider – ja, da fehlt es oft an Einfühlungsvermögen in die speziellen Anforderungen kräftiger gebauter Damen.

      Dass es schwieriger ist, eine A- oder X-Figur zu kleiden als eine O- oder H-Figur – da würden Dir jetzt sicherlich viele betroffenen Leserinnen hier widersprechen… Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jede Frau mit ihren kleinen oder größeren proportionalen Verschiebungen so ihre ganz eigenen Probleme oder “Problemchen” hat – egal wo genau das optische Extra am Körper sitzt. Aber so eingehend, wie Du das PlusSize-Outfit analysiert und Deine Wünsche an die Übergrößen-Anbieter formuliert hast, bin ich sicher, dass Du für Dich einen Weg findest – oder schon gefunden hast -, wie Du das löst.
      Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute dabei!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  20. Mir stellt sich spontan die Frage, was ist der Maßstab? Meiner Meinung nach müssen wir Frauen umdenken und uns nicht mit etwas vergleichen was wir nicht sind. Mir fällt immer wieder auf, das Frauen jeglicher Figur irgendwie immer nur darauf bedacht sind “Vorteilhaft” gekleidet zu sein. Doch was erachten wir als Vorteilhaft und warum stellen wir eine imaginäre Figur über uns? Warum nicht einfach tragen was uns gefällt? Ich selber trage eine Größe 50 und hadere oft über diese Größengrenze die mich von vielen Kleidungsstücken ausschließt.
    Die einzige Grenze die ich für mich selber ziehe ist eine Paßformfrage, sprich ich mag es nicht wenn Röcke/Kleider vorne länger sind als hinten oder meine Brust nicht ins Oberteil paßt.
    Ich trage sehr gerne große Muster, was wenn ich mich so umhöre eher ein Plus Size no go ist, ich trage sie mit Leidenschaft und erhalte viele Komplimente, warum sollte ich mich also einem selbstauferlegten Modediktat unterwerfen?
    Bitte nicht falsch verstehen, ich kritisiere hier keineswegs Ihre Seite, ich finde die Modetipps ganz wunderbar. Allerdings wie schön wäre die Modewelt für uns alle wenn wir uns nicht ständig alles verbieten würden was uns gefällt, auch wenn es uns nicht vorteilhaft kleidet?
    Nachdenkliche wirklich liebe Grüße Miinchen

    • Modeflüsterin

      Liebe Miinchen,

      das ist eine gute und richtige Frage! Ich finde nämlich auch, dass das Allerwichtigste bei Mode ist, dass sie uns Freude macht und dazu beiträgt, dass wir uns wohler fühlen. Der eigene Geschmack und die eigenen Vorstellungen sollten immer die oberste Instanz sein. Ansonsten halte ich es wie Picasso: “Learn the rules like a pro, so you can break them like an artist.” Was so viel bedeutet wie: “Lerne die Regeln wie ein Meister, damit Du sie wie ein Künstler brechen kannst.”

      Ich sehe Mode ähnlich wie Kunst – sie ist für mich eine Form der angewandten Kunst, also Kunst, die eine Funktion erfüllt. Und wie in der Kunst lernen alle großen Meister zuerst, die Regeln der Komposition, der Farbenlehre und viele typischen Gestaltungstechniken zu beherrschen. Erst durch Üben und Bewusstwerdung, durch ein tieferes Verständnis der Regeln, Gesetzmäßigkeiten und Wirkungsweisen bricht sich allmählich der eigene Stil seine Bahn. Der Künstler entwickelt “seinen” spezifischen Strich, seine Form des künstlerischen Ausdrucks. Er wird wiedererkennbar. Modisch spricht man dann vom “Signatur Style” – einem eigenen Stil, der so individuell ist wie die eigene Handschrift. Dieser besteht dann oft genau darin, bestimmte Regeln wieder zu brechen, frei zu werden, der eigenen inneren Stimme zu folgen. Wenn man diesen Punkt modisch erreicht hat, sind Regeln nebensächlich – solange man sie theoretisch kennt und sich dessen völlig bewusst ist, was man macht.
      Oder ein anderes Bild: Es ist wichtig zu lernen, wie man beim Essen das Besteck richtig benutzt. Wenn man das perfekt kann, kann man sich immer noch von Fall zu Fall entscheiden, wann man lieber mit den Fingern isst und dies genüsslich tun 😉
      Und über das Thema “große Muster bei kräftigen Frauen” sprechen wir auch noch einmal bei Gelegenheit… Das sehe ich nämlich auch ganz anders 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  21. Liebe Modeflüsterin,

    Seit dem”Verlust” 😉 von fast 40 kg bin ich von Größe 52/54 auf 44 gelangt – und habe jetzt das Gefühl, nicht mehr Plus-Size zu tragen, weil ich in”normalen” Geschäften passende Sachen bekomme! Letztens hatte ich ein nettes Erlebnis: Ich war mit meiner Tochter (35, Gr. 50/52) bei Sheego, wo sie eine Bluse suche. In der Wartezeit probierte ich auch etwas an, aber alles was, besonders im Schulterbereich, viel zu weit. Da meine dir Verkäuferin, das sei nicht der richtige Laden für mich, ich solle es lieber nebenan versuchen (S. Oliver, Cecil, Comma) Liegt es vll an meinem fortgeschrittenen Alter von 61, dass ich mich nicht”Plus Size” fühle?
    LG
    Biggi

    • Modeflüsterin

      Liebe Biggi,

      ich kann Dich beruhigen: Es liegt nicht am Alter und auch nicht an Deiner Konfektionsgröße, ob man sich “PlusSize” fühlt oder nicht. Überhaupt finde ich diese Einteilung in “Normalgröße” und “PlusSize” völlig antiquarisch. Es gibt Marken, die bis Größe 44 produzieren und solche, die ab Größe 42 produzieren. Das sind nichts anderes als Marktsegmente, also für das Marketing der Firmen wichtige Kriterien, nicht für die Kundin. Als Kundin gehst Du einfach dorthin, wo Deine Passform vorhanden ist – und das kann in einer “normalen” Größe 44 ebenso sein wie in einer “PlusSize-44”. Die PlusSize-Anbieter kalkulieren oftmals breitere Schultern und festere Oberarme in ihre Schnitte mit ein, während die “Normalgrößen-Anbieter” nicht alle Maße gleichermaßen mit mehr Spielraum einplanen – beispielsweise oft schmalere Ärmel einarbeiten. Das musst Du einfach ausprobieren und es kann von Marke zu Marke unterschiedlich sein. Also alles ganz entspannt 🙂

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

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