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Fashion-Trend 70er Jahre: die Mode-Basics für den Boho-Chic

Helle Jeans, eine auffällige Schnürung, ein Flechtgürtel, Riemchen-Sandaletten und eine Kroko-Schultertasche in Braun - alles typische Elemente des Boho-Chic.

Helle Jeans, eine auffällige Schnürung, ein Flechtgürtel, Riemchen-Sandaletten und eine Kroko-Schultertasche in Braun – alles typische Elemente des Boho-Chic.

Sprechen Sie schon Mode? Immer wieder werde ich von Leserinnen gefragt, ob es eine Art Übersetzung für Mode und Stil gibt. Tatsächlich werden bestimmte Mode-Stile und Looks durch ganz spezifische Kleidungsstücke, Accessoires, Silhouetten, Materialien und Deko-Effekte hergestellt. Ich möchte Ihnen heute veranschaulichen, wie das am Beispiel Boho-Chic funktioniert. Denn der Look, der die typischen Stil-Elemente aus den 70er Jahren wiederbelebt, ist einer der größten Mode-Trends der kommenden Saison. Doch welche typischen, modischen Details machen den Bohemian Look oder Hippie-Style wirklich aus? Und welche Mode-Basics und Accessoires benötigen Sie, um den 70er Jahre Look umzusetzen? Ich hoffe, meine „Übersetzung“ der Mode-Sprache hilft Ihnen dabei, Ihren eigenen inneren Hippie zu entdecken und modisch mit den für Sie relevanten Elementen auszudrücken.

Ein kleiner Tipp dazu vorab: Auch schon eine kleine Prise „Hippie“ in Ihrem Outfit lässt Sie in diesem Sommer sofort modern und zeitgemäß aussehen – immer vorausgesetzt natürlich, Sie tragen das Boho-Gen in Ihrer Stil-Persönlichkeit

Typische Stil-Elemente des Bohemian Flairs sind…

Mode-Stile haben sehr viel mit Assoziationen zu tun. Wenn Sie an die 70er Jahre denken, was kommt Ihnen dann in den Kopf? Denken Sie an Musikfestivals und Protest gegen das Establishment? An Blumenkinder und Flower Power? An Hippie-Feeling, freie Liebe und Toleranz? An die Wiederentdeckung ethnischer Wurzeln und Respekt für die Andersartigkeit unterschiedlicher Kulturen? An das einfache, naturnahe Leben in Kommunen, in dem vieles selbst gebastelt oder hergestellt wurde? Dann liegen Sie im Prinzip richtig. Denn der 70er Jahre Boho-Chic hat mit all dem zu tun. Typische modische Elemente dazu sind beispielsweise:

Florale Designs oder Ethno-Muster zieren einfach alles.

Nicht von ungefähr wird in den 70er Jahren von Flower Power gesprochen. Blumige Flatterkleider und Röcke – möglichst in Maxi-Länge und mit Volants oder Rüschen – und lockere Tunika-Blusen mit floralem Druck prägen den Look. Blumen werden auf Hosen, Röcke, Taschen, Gürtel und Schuhe gestickt – und ins Haar gesteckt. Dazu kommt die modische Umsetzung des Multi-Kulti-Feelings in Form von traditionellen Mustern aus unterschiedlichsten ethnischen Kulturen, die mit Stickereien, Lochmustern, Steppungen auf Kleidung und Accessoires aufgebracht werden.

Lockere, bauschige Schnitte sorgen für Bewegung und Bewegungsfreiheit.

Die Freiheit des Daseins mit all seinen unterschiedlichen Lebensentwürfen wird auch dem Körper gewährt. Alles ist weit, lang, locker und in Bewegung. Blusen, Kleider und Röcke bauschen sich auf, Raffungen, Rüschen, Volants sorgen für bewegliche Elemente im Look. Alles fließt, ist leicht und unbeschwert. Sogar Hüte werden zum übergroßen Schlapphut mit seinen weichen, welligen Rändern. Taschen erhalten als Beuteltasche ganz viel unstrukturierte, weiche Rundlichkeit. Und Hosen haben plötzlich einen übertrieben weiten, bei jedem Schritt schlabbernden Saum – die Schlaghose wird geboren. Darüber hinaus werden lockere, unkomplizierte Kleidungsstücke aus anderen Kulturen wieder entdeckt. Der Kaftan, der Kimono und die Tunika werden zum Mode-Basic erkoren.

Shorts symbolisieren die neue, körperliche Freiheit.

Die überweite, weiße Bauernbluse, eine Jeans-Shorts mit großen Knöpfen auf den Klappentaschen und dazu geschnürte Sandaletten - fertig ist der Hippie-Look.

Die überweite, weiße Bauernbluse, eine Jeans-Shorts mit großen Knöpfen auf den Klappentaschen und dazu geschnürte Sandaletten – fertig ist der Hippie-Look.

Wird der Körper nicht durch weite, wallende Kleidung umspielt, bleibt er gerne ganz frei. In den 70er Jahren wird neben dem Minirock ein weiteres Kleidungsstück zum Renner, das noch viel mehr Bewegungs- und Beinfreiheit verschafft: die Jeans-Shorts – und zwar die ganz kurze „Hot-Pants“-Version, die nur knapp den Po bedeckt. Auch so kann der Protest gegen das etablierte Bürgertum aussehen.

Häkeln, Stricken, Sticken, Weben, Knüpfen, Flechten, Färben und Patchwork ist „in“

Die Rückbesinnung auf traditionelle Handarbeitstechniken und das „Selbermachen“ ist in der Kleidung sichtbar. Häkel-Optik an Blusen, Röcken und Accessoires ist typisch für die Zeit. Auch Spitze wird gehäkelt, geklöppelt oder gestickt. Pullover, Tops und sogar Bikinis werden zu bunten Maschenkunstwerken. Kleidungsstücke werden im Batik-Verfahren bunt gefärbt, Gürtel aus Hanf geknüpft oder aus Leder geflochten. Alles ist mit üppigen, floralen oder ethnisch anmutenden Mustern bestickt. Ganz schick ist ein Kleidungsstück, wenn die Steppnähte deutlich zu sehen sind – auch wenn das nur Zierde ist. Was ursprünglich zum Ausbessern von Kleidung gedacht war, ist nun Mode: das Patchwork (englisch: „patch“; deutsch: „Flicken“; in etwa zu übersetzen mit: „Handarbeit, bei der Stoff- oder Leder-Flicken aufgenäht werden“). Ach ja, und ein locker geflochtener Haar-Zopf passt einfach zu allem – mit einem Stirnband wird daraus sogar eine kleine Pocahontas…

Schmuck wird selbst gemacht: aus bunten Perlen, Federn, Steinen und Naturmaterialien.

Schließlich wird auch Schmuck selbst gemacht. Dazu werden Perlen, Steine, Federn, Münzen, Metalle und andere Naturmaterialen aufgefädelt oder verknüpft. Der Hippie-Look bedient sich gerne aus fremden Kulturen: beim Indianerschmuck mit viel Silber und Türkis ebenso wie bei afrikanischen Naturvölkern oder den üppigen Kreationen aus Indien. Es wird bunt und wild kombiniert. Am liebsten werden gleich mehrere, lange und kürzere Ketten miteinander zu einem bunten Gesamt-Kunstwerk stilisiert. Das Gleiche gilt für Ohrhänger und Armbänder, wenn diese nicht ohnehin durch große, breite, klobige Armreife ersetzt werden – Afrika lässt grüßen.

Schnürungen sind die Verschlussart erster Wahl – neben riesigen Knöpfen.

Die Nähe zu indianischen Wurzeln und zu verschiedenen ethnischen Kulturen zeigt sich in weiteren modischen Elementen des 70er Jahre Looks: viele Kleidungsstücke und Accessoires werden mit Schnürungen versehen. Dabei werden Schnürungen vor allem zum Schließen von Kleidern, Blusen, Röcken und Hosen sowie zum Zusammenhalten von Schuhen und Gürteln verwendet. Nicht verwunderlich also, dass Römer- oder Gladiatoren-Sandalen mit ihren bis teils zum Knie hinaufreichenden, verflochtenen Lederriemchen wieder im Trend liegen. Dazu kommen bezaubernde, sexy Sandaletten mit raffinierten Schnür-Elementen.

Eine weitere, beliebte Verschlussart und gleichzeitig dekoratives Element ist der große, runde Knopf. Dieser ziert vor allem Jacken, Mäntel, Kleider, Hosen und so manchen A-Linien-Rock. Gerne prangt er auch an aufgesetzten Klappentaschen.

Fransen, Quasten und Metallösen sind wichtige, dekorative Details.

Geblümte Maxikleider sind er Inbegriff der Flower Power Ära. Dazu machen sich Römersandalen gut.

Geblümte Maxikleider sind er Inbegriff der Flower Power Ära. Dazu machen sich Römersandalen gut.

Fransen sind ein schwingendes, bewegungsintensives Element, das der Kleidung die gewünschte lockere, freie Anmutung gibt und dabei gleichzeitig an den wilden Westen, südamerikanische Ponchos oder an die Nomaden-Kleidung Nordafrikas erinnert. Auch wird mit Fransen ein Durchblick an Stellen möglich, die ansonsten ganz von Stoff bedeckt sein würden – ein raffinierter Effekt, der Rock-, Kleider- und Jackensäume interessant macht. Dabei gibt es ein breites Spektrum an Fransen aus Stoff, Wolle, Bändern, Leder oder Perlensträngen. Auch ausgefranste Säume – beispielsweise an den besagten Jeans-Hot-Pants! – gehören zu diesem Repertoire.

Für noch mehr Durchblick an geeigneten Stellen sorgen Materialien, die mit Metallösen durchbrochen sind – nicht nur, um damit raffinierte Schnürungen umzusetzen.

Alles dreht sich um Naturmaterialien, Holz und braunes Leder.

Die Hinwendung zur Natürlichkeit, zur traditionellen Handwerks- und Handarbeitskunst und zu anderen Kulturen zeigt sich bei den typischen Stoffen und Materialien für Mode, Accessoires und Schmuck. Naturmaterialien und naturbelassene Stoffe sind „in“. Neben Leinen, Hanf, Baumwolle, Schurwolle und Jeans-Stoffen, ist das vor allem Wildleder, Fell oder Pelz und Holz – nicht zu vergessen das Leder von ein paar weiteren wilden Tieren, wie Kroko, Leo, Schlange und mehr. Dabei bleibt Leder überwiegend in naturnahen Farben, vornehmlich in unterschiedlichen Braun- und Cognac-Tönen. 

Wenn Sie also in diesem Sommer einem braunen Wildlederschuh begegnen, der auch noch Fransen-Details oder Schnürungen aufweist, sind Sie trendmäßig ganz vorne mit dabei. Aber auch Hemdblusen aus braunem Wildleder, Röcke oder Taschen und Gürtel werden in vielfältiger Version verfügbar sein. Holz wiederum werden Sie in Form von Holzperlen, aber auch als Schuh-Sohle wieder finden. Denn Sandalen, die berühmt-berüchtigten Clogs und Sandaletten mit Plateau-Sohlen aus Holz sind zurück.

Es wird multi-kulti-bunt, mädchenhaft weiß oder erdig braun.

Der Boho-Chic kommt in dieser Saison in ganz verschiedenen Ausführungen daher – je nachdem, welche Farben und Deko-Elemente Sie einsetzen. Mit weißen, leichten Bauernblusen und Tuniken mit Wäsche-Spitze, pastelligen Akzenten, zarten Blütenmustern und ausgewaschenen, hellen Jeansstoffen können Sie einen sehr mädchenhaften, leichten und verträumten Look umsetzen. Greifen Sie zu fröhlichen, bunten Farben, üppigen Blumen- oder Ethno-Mustern, Batik-Elementen sowie opulentem Schmuck, sind Sie eine Vertreterin des Boho-Glam. Mit viel Leder in Brauntönen und sonstigen warmen, erdigen Farben sind Sie entweder ein modernes Western-Girl – speziell wenn noch Fransen im Look eine Rolle spielen – oder gehen als trendige Wüsten-Nomadin in die Modegeschichte ein.

Die typischen Mode-Basics für den 70er Jahre Boho-Chic

Nach diesen Einblicken in die typischen modischen Elemente des Boho-Chic werden Sie wahrscheinlich schon ahnen, welche Basics sich zur Umsetzung dieses Looks besonders gut eignen. Wenn dieser Trend zu Ihrer Stil-Persönlichkeit passt und Sie Lust haben, Ihr Hippie-Gen nach außen sichtbar zu machen, sollten Sie sich nach diesen Mode-Basics und Accessoires umsehen:

  • (Jeans-)Schlaghose
  • Jeans-Shorts
  • Tunika mit Loch- oder Häkelspitze
  • Bauernbluse mit Stickerei
  • Batik-Top
  • Maxikleid oder Maxirock mit Blumenmuster oder Spitze
  • Lederjacke mit Fransen oder helle, bestickte Jeansjacke
  • Beuteltasche oder Schultertasche mit Fransen oder Stickereien
  • Brauner Ledergürtel mit Flechtwerk, Stickerei, Metallösen oder Lochmuster
  • Clogs oder Plateau-Sandalen mit Holzsohle
  • Römersandalen oder geschnürte Riemchensandaletten
  • Lange, üppige Halsketten mit Perlen, Federn oder Schmucksteinen im Ethno-Look
  • Armbänder und Armreifen mit Perlen, Leder, Holz und Schmucksteinen
  • Lange Ohrhänger mit Federn und Perlen
  • Großer Schlapphut
  • XL-Sonnenbrille im Retro-Look

Mit diesen Basics und Accessoires können Sie Ihren ganz persönlichen Hippie-Look realisieren. Gerade reifere Frauen rate ich dabei aber zur Vorsicht: Vermeiden Sie es, einen Komplett-Look im 70er Jahre Boho-Chic zu tragen! Anders als junge Frauen kommen Sie damit nur durch, wenn der Boho-Chic einen Großteil Ihrer Stil-Persönlichkeit ausmacht. Alle anderen reiferen Frauen könnten schnell verkleidet wirken. Viel besser ist es in den meisten Fällen, nur eine kleinere Dosis Hippie-Flair in Ihr Outfit zu integrieren – beispielsweise eine Hippie-Kette zum weißen Shirt, einen braunen Flecht-Gürtel und Riemchensandalen zum Hemdblusenkleid oder eine Tasche mit Fransen zum Jeans-Freizeit-Look. Damit zeigen Sie, dass Sie zwar up to date sind, aber eben kein Mode-Opfer.

Welches Stil-Element des Boho-Chic werden Sie in dieser Saison wählen? Konnte ich Sie inspirieren, Ihr inneres Hippie-Girl hervorzuzaubern oder bleiben Sie bei diesem Trend abstinent? Und hat Ihnen meine Stil-Übersetzung dabei geholfen, die Sprache der Mode besser zu verstehen? Ich bin gespannt auf Ihre Gedanken zum Thema!

Autor: Modeflüsterin

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).

25 Kommentare

  1. Guten Morgen Stephanie,

    deine Stilübersetzung finde ich sehr gelungen. Am schönsten finde ich Boho bei ganz jungen Frauen und Mädchen. Ganz wenige „ausgewachsenen“ Frauen sind meiner Meinung nach der Typ für diesen Kleidungsstil. Ich wüsste jetzt auf Anhieb so gar nicht, wie ich das in meine mühsam aufgebaute, eher sportliche Garderobe integrieren könnte. Allenfalls, wie vorgeschlagen, über Accessoires und Sandalen. Hm…..

    Liebe Grüße

    Doro

    Antworten
    • Modeflüsterin

      19/04/2015 @ 11:42

      Liebe Doro,

      ich bin ja auch nicht der Boho-Typ… 😉 Aber ich habe beispielsweise eine schwarze Hobo-Bag mit einer Leder-Quaste mit langen Fransen daran. Die Quaste lässt sich abnehmen und so kann ich die Hippie-Dosis selbst nach Lust und Laune kontrollieren. Ebenfalls in meinem Kleiderschrank sind ein paar Tuniken, die man im Sommer ganz wunderbar zu weißen oder blauen Jeans tragen kann. Dazu kombiniere ich meine geliebten Perlen-Leder-Armbänder und maximal eine lange Kette. Das Ganze ist immer noch so dezent, dass ich auch als Ü50-Frau gut damit durchkomme. Jeans-Hotpants würde ich allerdings nicht mehr tragen…. 😉
      Aber wie immer gilt: Alles kann, nichts muss. Und wenn bei Dir kein Boho-Funke überspringt, dann lässt Du den Trend eben einfach aus. Es gibt ja noch genug andere Trends – beispielsweise den „Sporty Trend“ oder die „neue Lässigkeit“. Es bleibt modisch auf jeden Fall spannend.

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  2. Liebe Stephanie,

    vielen Dank für diese tolle Zusammenfassung!

    Mein bevorzugtes Stil-Element wäre die wunderschöne Fransentasche aus Veloursleder, die würde ich sofort hingebungsvoll und mit ganz viel Liebe tragen. Leider bin ich da Opfer meines – ähm – exquisiten Geschmacks: Preislich liegt die Saint Laurent Tasche nicht ganz in meinem Budget! 😉

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünscht Dir Anna

    Antworten
    • Modeflüsterin

      21/04/2015 @ 12:29

      Liebe Anna,

      ja, die Tasche habe ich vor allem aufgenommen, um den Leserinnen zu zeigen, wie Boho Chic aussehen könnte… So ein ähnliches Exemplar findet sich bestimmt schon bald zu erschwinglicheren Preisen in den Geschäften 😉 Ich würde ohnehin so stark trend-abhängige Stücke nicht allzu teuer einkaufen – es sei denn, der Boho Chic ist für die entsprechende Stil-Persönlichkeit eben keine Trend-Erscheinung, sondern Dauerzustand. Dann lohnt sich auch die Investition in eine hochpreise Tasche in dem Look. Aber einen guten Geschmack hast Du trotzdem, wenn Dir die Tasche gefällt 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  3. Liebe Stephanie,

    ich gehöre auch zu denjenigen, die sich kostümiert fühlen, wenn sie sich von Kopf bis Fuss in 70er Jahre-Kleidung hüllen (und auch in die anderer Epochen…). Hippie moderat mag ich im Hochsommer im Urlaub oder bei „casual“ Anlässen ganz gerne – da wird dann der Maxirock aber mit einem puren Top und schlichten Sandalen kombiniert. Zuviel Ethno und Flowerpower vertrage ich nicht, die Silhouetten finde ich aber manchmal ganz spannend und im Sommer vor allem angenehm luftig. In Sao Paulo, wo ich im März war, konnte man in den Schaufenstern und in den Magazinen fast nur 70er-Looks entdecken – und ich habe ehrlich gesagt ein wenig aufgeatmet, als ich kürzlich im Internet die ersten Blicke auf Herbst/Winter 2015 werfen konnte und wir wieder ein wenig „zurück in die Zukunft“ geholt werden.

    Viele liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch,

    Diana

    Antworten
    • Modeflüsterin

      21/04/2015 @ 12:32

      Liebe Diana,

      da stimme ich Dir voll zu: Ich würde auch maximal ein Boho-Stück ins Outfit integrieren und dieses eher schlicht kombinieren. Der All-over-Look ist wirklich recht gefährlich und nur für echte Hippie-Girl-„Oldies“ machbar. Aber ein Hippie-Maxi-Rock und ein weißes Shirt dazu sieht im Sommer immer toll aus. Fürs Büro ist der Hippie-Look ohnehin meist weniger passend…

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  4. Liebe Stephanie,

    das ist ja mal wieder eine witzige Gedankenübertragung gewesen. Gerade heute dachte ich darüber nach, dass der 70er-Jahre-Hippie-Look ja sein Comeback feiert, dieser als Komplett-Look aber meiner Meinung nach nur an jungen Frauen richtig gut aussehen wird. Und schwupps – da kommt Dein passender Beitrag. :-)

    Ich habe schon seit einiger Zeit eine längere schwarze Strickjacke mit Fransen, mag auch längere Ketten, und aktuell kann ich mich für mehrere gleichzeitig getragene Armbänder begeistern, was ich bis vor kurzem noch als „too much“ für mich angesehen habe. In diesem Zusammenhang bin ich neulich über die Begriffe „arm party“ oder „arm candy“ gestolpert. Sooo viele werden es bei mir aber nicht. 😉

    Als Teenager habe ich fast alles Hippiemäßige getragen, was aber nicht zuletzt am Modediktat lag und es häufig ja ausschließlich das gab, was gerade angesagt war. Und ich muß immer etwas schmunzeln, wenn ich sehe, wie uns Vieles davon heute als neu präsentiert wird und ich dann denke: Das hatte ich damals schon, brauche es jetzt aber nicht mehr: Einen geknöpften Wildledermini, eine Wildledertasche mit Fransen (hat mir damals meine Oma geschenkt, und ich war stolz wie Oskar! Lustig, wenn ich jetzt daran denke, weiß ich wieder genau, wie sich die Tasche anfühlte), eine lila (!) Schlaghose mit grasgrüner (!) Jacke und natürlich die Hot Pants. :-)

    Eine leichte (bin ja klein) Schlaghose möchte ich aber durchaus mal probieren. Bootcut streckt mich eigentlich immer ein bißchen, und wenn ich ein Modell finde, dass erst ab Knie nur leicht ausgestellt ist, könnten wir vielleicht Freunde werden.
    Und wer weiß, vielleicht gesellen sich auch ein Paar Clogs (wie habe ich sie damals geliebt!) und ein Schlapphut dazu. Ich muß ja nicht alles gleichzeitig tragen. 😉

    Lieben Dank wieder einmal für Deinen tollen Beitrag und viele Grüße

    Susanne

    Antworten
    • Modeflüsterin

      21/04/2015 @ 13:08

      Liebe Susanne,

      „arm candy“ finde ich auch ein sehr schönes Wort! Und das beste daran ist, dass dieses „Candy“ nicht ungesund ist… 😉
      Nach Deinen Erzählungen hast Du ja in den 70er Jahren modisch fast nichts ausgelassen! Da fragt man sich natürlich, ob noch genug Lust übrig geblieben ist, die 70er Jahre Schätze wieder in sein Leben zu lassen… Mit Schlaghose, Clogs und Schlapphut bist Du da bei Bedarf ja schon bestens aufgestellt. Schlaghosen sind übrigens meist erst ab dem Knie ausgestellt. Die Matrosen- oder Marlene-Hosen sind die weiten Schnitte, die bereits ab den Oberschenkeln (oder Hüften) weiter auslaufen. Bootcut-Hosen sind immer eine gute Lösung – für fast alle Figuren. Egal wie Du Dich entscheidest, ich wünsche Dir auf jeden Fall schon mal an dieser Stelle einen wonnigen 70er-Jahre-Sommer!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  5. Super, liebe Stephanie! Ich liebe den Boho-Look!
    Vielen Dank für die Zusammenstellung.
    Tuniken und weite Folkloreblusen habe ich in allen Farben und Mustern. Hauptsächlich aber in besticktem Weiß.
    Da ich mit Brauntönen so meine Probleme habe, nehme ich am liebsten Accessoires in Farben, die zur Bluse oder zur Hose passen. Aber ich muss gestehen, so eine Fransentasche wie die von SL wäre wunderschön. Da fällt mir gerade ein, ich müsste noch eine dreißig Jahre alte Sattlebag in Naturbraun haben, da schau ich morgen mal auf dem Dachboden nach….
    Noch eine andere grundsätzliche Frage:
    Was ist eigentlich das Attraktive an destroyed (schreibt man das so?)Jeans? Damit kann ich gar nichts anfangen, weder beim Boho-Look als auch sonst. Oder bin ich dafür mittlerweile zu alt?
    Liebe Grüße
    Violetta

    Antworten
    • Modeflüsterin

      23/04/2015 @ 18:52

      Liebe Violetta,

      so eine Saddlebag im Stil eines Pferdesattels ist natürlich toll für den Boho-Look, speziell wenn es in Richtung Western Style gehen soll. Also immer her damit! Das Thema Destroyed Jeans habe ich auch lange umgangen. Gerade vor ein paar Wochen habe ich dann doch zugeschlagen und bin absolut glücklich mit meiner Wahl – der Coolness-Faktor ist einfach da… auch mit über 50 Jahren 😉 Der Ursprung des Destroyed Looks liegt – so viel ich weiß – beim Punk und bei den Protestbewegungen gegen das Establishment. Wie so oft wurde dieses Detail dann einfach in das modische Repertoire übernommen. Ich kombiniere zu meiner Jeans gerne meine silbernen Slip-ons, so dass ein Kontrast zwischen alt/zerstört und glänzend/glamourös entsteht. Das gefällt mir derzeit sehr gut. Aber ich weiß, dass dies sicherlich nicht zu allen Stil-Persönlichkeiten passen würde… Also höre einfach auf Deine innere Stimme. Die wird Dich schon richtig leiten :-)

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  6. Charity Heels

    20/04/2015 @ 09:31

    Liebe Stephanie,

    das ist mal ein schöner, umfassender Beitrag zum Thema Boho, den ich sehr gern gelesen habe. Zeitlich auch passend zum aktuellen Coachella Hype.
    Aus Schuh-Sicht sind für mich Wedges der Inbegriff des Boho. Mit Holz, Kork- oder Bastabsatz sind sie der Hammer zu weiten Röcken oder Schlaghosen. Ich arbeite gerade an einem Beitrag zum Thema Wedges. Es gibt aktuell so viele schöne Modelle in allen Preisklassen, da ist für jede etwas dabei.

    Love and Peace
    Bianka mit k

    Antworten
    • Modeflüsterin

      23/04/2015 @ 18:54

      Liebe Bianka,

      ja, da hast Du absolut recht: Wedges oder Keilabsätze aus Bast, Kork oder Holz sind auf jeden Fall auch so richtig Boho. Danke für diese Ergänzung!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  7. Liebe Stephanie
    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ach wie alt bin ich denn? Diesen Boho-Look habe ich als junge Frau erlebt und vieles davon getragen. Sogar behauptet, ich könne mit den hohen Plateau-Sandaletten problemlos laufen…
    Heute könnte ich mit vorstellen, den schönen Schmuck aus dieser Zeit zu einem nüchternen Outfit zu tragen.
    Liebe Grüsse
    Maggie

    Antworten
    • Modeflüsterin

      23/04/2015 @ 18:56

      Liebe Maggie,

      das finde ich eine sehr gute Idee! Bei der Recherche zum Beitrag habe ich auch ein Foto gesehen, auf dem eine reifere Dame üppigen Indianer-Schmuck in Silber und Türkis zu einer weißen Hemdbluse trug – wundervoll!

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  8. Hallo Stefanie,
    ich gestehe, ich liebe den Boho-Look und bin ganz erfreut, daß er jetzt so aktuell ist und ich meine Garderobe aufstocken kann. Große Muster sind zwar nicht mein Stil, aber das Weite/Flatterige/Bequeme passt perfekt in „mein Sommergefühl“.
    Wedges mit Holz- oder Korkabsätzen und braunem Leder sind immer meine erste Wahl für Sandalen…schön, daß ich diesen Sommer da viel Auswahl haben werde.
    Was mir in deiner Aufzählung allerings fehlt, sind weite Pluderhosen aus Baumwolle oder Leinen. Das finde ich nämlich auch sehr Boho-Hippie-mässig.
    VG
    Fan

    Antworten
    • Modeflüsterin

      23/04/2015 @ 19:02

      Liebe Fanni,

      vielen Dank für Deine Ergänzung! Ja, die Pluderhosen oder Haremshosen gehören auch zum Boho-Style. Sie sind auf jeden Fall ein Zitat aus fremden, arabisch geprägten Kulturen. Und die Muster darauf sind häufig ziemlich ethno-mäßig. Allerdings kommen nicht alle weiten Hosen vom Hippie-Style. Beispielsweise Marlene- oder Matrosen-Hosen haben einen anderen Ursprung. Und auch die „neue Lässigkeit“ spielt mit weiten Hosenbeinen. Aber so eine weite, gemusterte Flatterhose ist sicherlich am ehesten dem Boho-Style zuzurechnen. Die weiten Leinenhosen liebe ich übrigens auch sehr im Sommer… 😉

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  9. Liebe Stephanie, sehr dankbar, dass du eine nützliche Übersicht angeführt hast. Da kann sich jede ihren eigenen Look zurecht basteln! Und vieles ist davon ja noch im Kleiderschrank. Jedenfalls bei mir. z.B. die Wedges aus Wildleder oder Troddelsandalen. Da fällt die Zusammenstellung leichter! Nur ein kleines Problem gibt es: Deine wunderschöne Illustration mit dem Kleid dazu? Das hast du dir doch sicher selbst ausgedacht wie ich dich Kreative kenne??? Sonnige Grüße von Sabina | Oceanblue Style

    Antworten
    • Modeflüsterin

      23/04/2015 @ 19:04

      Liebe Sabina,

      jetzt muss ich Dich leider enttäuschen: Beide Kleider – das Jeanskleid ebenso wie das Blumenkleid – sind vom Laufsteg. Die gibt es also wirklich 😉

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  10. Ich liebe diesen Stil auch sehr! Vor allem, weil ich viele „alte“ Lieblinge aus meinem Kleiderschrank dabei wunderbar tragen kann – aber auch ein paar neue Stücke sind aktuell dazu gekommen :).

    Bei mir sieht man in den letzten Wochen Boho irgendwie öfter.

    LG aus der EDELFABRIK
    Chrissie

    Antworten
    • Modeflüsterin

      23/04/2015 @ 19:05

      Liebe Chrissie,

      das kann ich mir bei Dir gut vorstellen! Und interessierte Leserinnen werden sicherlich jetzt gleich zu Dir rüber klicken… 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  11. Ich mag diesen Hippie-Style echt gern. Mir steht der jedoch nicht so wirklich.
    Für Maxikleider bin ich zu klein, für Tuniken zu flachbrüstig, für Stickerein und Fransen zu klassisch, für Hotpants zu alt und zu dick, für braunes Leder und Holz zu sehr Wintertyp, für Mittelscheitel habe ich einen zu ausgeprägten Eierkopf …

    Hm. Ich habe keine Idee, wie ich das für mich umsetzen könnte. Höchstens über Batik-T-Shirt oder Blumenmuster und den Schlapphut mit Ethno-Schmuck … Ja, das könnte gehen.

    Ich habe schon oft gelesen, dass Schlaghosen die Beine verlängern. Bei mir funktioniert das irgendwie nicht. Ich sehe mit Schlaghosen immer klein und dick aus, Skinnys dagegen machen mich schlanker.
    Bilde ich mir das nur ein??

    Antworten
    • Modeflüsterin

      25/04/2015 @ 12:22

      Liebe Silva,

      also ich weiß wirklich nicht, ob ich alle Details Ihrer Beschreibung so stehen lassen würde… Ich denke, eine objektive Betrachterin würde wahrscheinlich nicht alles so absolut kritisch sehen. Meist beurteilen wir uns selbst ja viel negativer als andere. Andererseits sollten Sie auch nur diejenigen Trends mitmachen, die Ihnen gefallen, die zu Ihrem Leben passen und die Ihnen hervorragend stehen. Und wenn der Boho Chic eben nicht dazu gehört, plädiere ich für den Mut zur (Kleiderschrank-)Lücke 😉
      Dass Schlaghosen die Beine verlängern, stimmt per se nicht. Aber: Typischerweise werden diese mit hohen Wedges oder Sandaletten darunter getragen und der Saum muss dabei bis zum Boden reichen. Und das wiederum mogelt längere Beine. Wenn Sie zur Schlaghose niedrigere oder flache Schuhe tragen, funktioniert diese Beinverlängerung leider gar nicht.
      Also Sie bilden sich das keineswegs ein, sondern haben eine gute Beobachtungsgabe. Ob nun skinny Hosen oder Schlaghosen zur eigenen Figur besser passen, hängt von den restlichen Proportionen des Körpers ab.

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  12. Hallo Modeflüstern,
    das gezeichnete Flower power Maxikleid ist toll! Gibt es ein ähnliches irgendwo zu kaufen?
    Viele Grüße
    Sabine

    Antworten
    • Modeflüsterin

      02/05/2015 @ 11:29

      Liebe Sabine,

      das gezeichnete Kleid ist von Valentino, direkt vom Laufsteg. Aber ich bin sicher, dass diese Kleider schon bald von günstigeren Marken mehr oder weniger nachgemacht werden – wie immer in der Modebranche. Ich könnte wetten, dass pünktlich zur Sommersaison entsprechende Exemplare in den Geschäften auftauchen 😉 Mein Rat: Ausschau halten! Ich drücke auf jeden Fall die Daumen.

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Mdodeflüsterin

      Antworten

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