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Das Strickwaren-Mischpult: Welche Dosis Grobstrick vertragen Sie?

Die Pullover-Saison ist gestartet! Und mit ihr kommen die neuen Strickpullover und Strickjacken auf den Markt. Dabei haben sich die Designer für diese Saison wirklich so richtig dicke Grobstrick-Pullover einfallen lassen: mega-dicke Wollfäden, gigantische Zopfmuster, Noppen-, Waffel- und Rippenstrick wohin das Auge reicht. Dazu kommen auffällige Muster, Patchwork-Optik und Oversize-Pullover. Da stelle ich mir die Frage: Steht Grobstrick eigentlich jeder Frau? Und wie dick darf Ihr idealer Strickpullover auftragen?

Wie sehr tragen Strickwaren auf? Nutzen Sie das Mischpult, um das optische Gewicht Ihres  Pullovers, Cardigans oder Schals zu beurteilen.

Wie sehr tragen Strickwaren auf? Nutzen Sie das Mischpult, um das optische Gewicht Ihres Pullovers, Cardigans oder Schals zu beurteilen.

Wenn ich in meinen Kleiderschrank blicke, fällt mir auf, dass dort überwiegend glatt gestrickte Pullover mit mittlerer Wollstärke angesiedelt sind. Ist das Zufall? Ich denke nicht. Denn Stricksachen haben unterschiedliche Volumen und Texturen. Nicht jeder Frau stehen alle davon gleichermaßen gut. Sowohl der Figurtyp, als auch Ihre Haar- und Haut-Beschaffenheit sowie die Körpergröße entscheiden mit, wie viel wollige Oberflächenstruktur und optisches Gewicht Sie verkraften können.

In diesem Beitrag erfahren Sie, ob Feinstrick, Grobstrick oder irgendetwas dazwischen am besten zu Ihnen passt. Dazu habe ich für Sie ein einfaches Punkte-System entwickelt: das „Strickwaren-Mischpult“ der Modeflüsterin. So finden Sie genau die richtige Dosis Grobstrick für Ihren Typ.

Wie sehr tragen Stricksachen auf? Eine Skala von 3 bis 9 Punkten zeigt es Ihnen.

Ob Pullover, Strickjacke oder Schal – Strickwaren können ein stark unterschiedliches optisches Gewicht haben. Je mehr optisches Gewicht ein Kleidungsstück aus Wolle hat, desto mehr trägt es auf. Die folgenden Kriterien sind dabei ausschlaggebend:

Die Stärke des Wollfadens:

Stricksachen, die mit einem dicken oder mehrfädigem Wollfaden gestrickt werden, sind dicker und kompakter. Sie haben nicht nur ein tatsächlich größeres Volumen, sondern auch mehr optisches Gewicht.

Die Strickart:

Es gibt unterschiedliche Strickarten, mit denen die Oberfläche eines Pullovers gestaltet werden kann. Werden bei einer Strickart starke Höhenunterschiede auf der Oberfläche produziert, entsteht ein 3D-Effekt. Dies ist in etwa bei Noppen-, Waffel- oder Zopf-Mustern der Fall. Bei Glattstrick entstehen fast keine Oberflächen-Höhenunterschiede. Je größer der 3D-Effekt von Strickwaren ist, desto mehr tragen sie optisch auf – eigentlich logisch. Dazu kommt der Effekt, dass solche 3D-Muster mit ihrer Struktur und Textur grundsätzlich mehr optische Unruhe ins Outfit bringen.

Die Farben und Muster:

Wie immer in der Mode gilt auch bei Stricksachen, dass dunklere Farben weniger optisches Gewicht haben als kräftige oder helle Farben. Und auch bei Strickwaren gilt: Ein monochromes, kleines Muster trägt weniger auf als ein großflächiges, kontrastreiches Muster.

Mit diesen Kriterien habe ich Ihnen das erste, kleine Mischpult für Strickwaren zusammengestellt. Dieses hilft Ihnen dabei, mit einem einfachen Punkte-System das optische Gewicht eines Pullovers, einer Strickjacke oder eines Schals zu bestimmen. Ordnen Sie dazu einfach Ihr Strickteil in den entsprechenden Kategorien ein, als ob Sie auf einem Mischpult die Schieber auf den Pfeilen nach oben oder unten bewegen. Zählen Sie dann die erzielten Punkte zusammen.

Beispiel: 

  • Ein dunkler, einfarbiger Pullover, der aus einem feinen Wollfaden glatt gestrickt wurde, trägt am wenigsten auf und erhält damit die minimale Punktzahl 3. Alle drei Schieber bleiben auf Stufe 1.
  • Hätte der gleiche Pullover ein kleines, monochromes Muster (der dritte Schieber steht dann auf Stufe 2), würde er mit 4 Punkten immer noch ein relativ niedriges optisches Gewicht haben.
  • Wäre der Pullover statt in Glattstrick in einem Muster mit etwas mehr Höhenunterschieden gearbeitet, beispielsweise in Rippenstrick (der zweite Schieber steht auf Stufe 2), würde mit 5 Punkten ein mittleres optisches Gewicht zu Buche schlagen.
  • Wäre dieser Pulli dann auch noch aus einem sehr dicken Wollfaden gestrickt (der erste Schieber steht auf Stufe 3), erzielt der Pulli insgesamt 7 Punkte und hat damit schon ein recht großes optisches Gewicht.

Alles klar?

Das Strickwaren-Mischpult: Haut, Haare und Figur entscheiden über Ihren Strick-Typ

Nicht jede Frau kann Grobstrick gleichermaßen vorteilhaft tragen. Im Gegenteil: Es gibt viele Frauen, die mit feinen oder mittleren Strickwaren mit weniger optischem Gewicht viel besser zur Geltung kommen. Das hängt vor allem davon ab, wie viel Oberflächen-Struktur und -Textur Sie selbst mitbringen und welche figürlichen Voraussetzungen Sie haben. Dabei sind die folgenden Faktoren ausschlaggebend:

Ihre Haut:

Je glatter, feiner und makelloser Ihr Teint ist, desto weniger gut passt dazu sehr grober Strick. Haben Sie jedoch eine Haut, die ein paar Falten, Unebenheiten oder Pigmentflecken aufweist und damit bereits eine etwas unruhige, visuelle Oberfläche hat, sieht Grobstrick harmonischer aus.

Ihre Haare:

Auch Haare haben eine Oberflächen-Struktur und optisches Gewicht. Sind Haare beispielsweise sehr glatt und glänzend, liegen sie eng am Kopf an oder sind sie sehr kurz, haben sie wenig optisches Gewicht. Sind die Haare stumpfer, gewellt oder sogar kraus, fest und voluminös oder sehr lang, haben sie ein hohes optisches Gewicht. Beachten Sie auch, ob Ihre Haare eher einfarbig oder gesträhnt sind. Starke, kontrastreiche Strähnen haben ein hohes optisches Gewicht.

Ihre Figur und Körpergröße:

Da Grobstrick aufträgt, sollte die Körper-Partie, an der er getragen wird, eher schlank und weniger kräftig gebaut sein. Je breiter Ihre Schultern, je größer Ihr Busen und je kräftiger Ihr Oberkörper insgesamt gebaut ist, desto nachteiliger wirkt dort ein Grobstrickpullover oder eine dicke Strickjacke. Zudem braucht Grobstrick mehr Platz und baut mehr Volumen auf. Beides ist für sehr kleine Frauen nachteilig. Diese sollten Grobstrick – wenn überhaupt – nur in ganz kleiner Dosis einsetzen.

Wie viele Markierungen haben Sie in den einzelnen Strick-Gewichtsklassen?

Auf der Basis dieser Kriterien habe ich das zweite Strickwaren-Mischpult entwickelt. Markieren Sie dazu die auf Sie zutreffenden Kriterien und sehen Sie, in welcher der drei Kategorien Sie die meisten Markierungen gemacht haben – bei Grobstrick, mittlerem Strick oder Feinstrick. Mit einem Klick auf das Bild unten öffnet sich das Strickwaren-Mischpult als pdf-Dokument. Sie können es ausdrucken und Ihre Markierungen eintragen.

Sind Sie der Grobstrick- oder Feinstrick-Typ? Die Markierungen auf dem Strickwaren-Mischpult zeigen Ihnen, welches Strickgewicht zu Ihnen passt.

Sind Sie der Grobstrick- oder Feinstrick-Typ? Die Markierungen auf dem Strickwaren-Mischpult zeigen Ihnen, welches Strickgewicht zu Ihnen passt.

Die meisten Frauen können zwei der drei optischen Strick-Gewichtsklassen recht gut tragen. Liegen Ihre Markierungen in allen drei Kategorien gleichmäßig verteilt, ist eine mittlere Wollstärke für Sie grundsätzlich am besten. Sie können aber durchaus kleinere Areale mit kräftigeren oder feineren Stricksachen einplanen. Ich habe beispielsweise zwei Markierungen in Stufe 3, zwei Markierungen in Stufe 1, der Rest liegt im mittleren Bereich. Und genau so sieht auch meine Pullover-, Strickjacken- und Schal-Garderobe aus!

Eine weitere Überlegung: Zu welchem Anlass ist Grobstrick geeignet?

Bei der Entscheidung, ob Sie besser in Grob- oder Feinstrick investieren sollten, spielt noch eine weitere Überlegung eine wichtige Rolle: der Anlass, zu dem Sie Ihr Strickteil tragen wollen. Denn Grobstrick ist ausschließlich für die Freizeit und Outdoor-Aktivitäten die richtige Wahl. Mittlerer Strick kann je nach Styling sowohl für die Freizeit, als auch für berufliche Gelegenheiten eingesetzt werden, wenn die Kleiderordnung „Business Casual“ vorsieht. Feinstrick kann sogar bei eleganten, förmlicheren Anlässen eine Rolle spielen – als wärmender Überwurf zum kleinen Schwarzen in etwa oder am Abend zum Pailletten-Rock.

Weitere Tipps und Tricks für Ihre Outfits mit Strickpullover, Cardigan, Schal und Co.

  • Grundsätzlich entsteht ein harmonischer Gesamteindruck, wenn Ihre natürliche Oberflächen-Struktur dem Gewichtsgrad der Strick-Textur in etwa entspricht.
  • Sie können Strickwaren auch als Kontrast zu Ihrem natürlichen Stil einsetzen. Wenn besonders zarte, glatte Wesen zu Grobstrick greifen, akzentuieren sie durch den Gegensatz ihren Elfen-Typ. Aber: Dies ist sehr schwer wirklich ansprechend zu stylen. Im schlechtesten Fall wird die tragende Person komplett vom Grobstrick vereinnahmt… Daher gilt in diesem Fall: Wenn Sie Strick im Kontrast einsetzen, achten Sie darauf, dass Sie an einer anderen Stelle in Ihrem Outfit Stoffe einsetzen, die Ihrem optischen Gewichts-Typ entsprechen! Eine zarte Frau würde Grobstrick dann beispielsweise mit glatter, feiner Seide kombinieren.
  • Auf die Dosis kommt es an: Wenn Sie Strickwaren tragen wollen, die nicht unbedingt zu Ihrem Typ passen, dann achten Sie darauf, diese nur in kleiner Dosis zu tragen – beispielsweise nur als Schal, Handschuhe oder Stulpe.
  • Gleichen Sie zu geringes optisches Gewicht durch Stoff-Lagen aus! Wenn Sie Strickwaren besitzen, die eigentlich zu fein und glatt für Ihren Typ sind, addieren Sie einfach eine oder zwei Lagen Stoff im Lagenlook dazu. Eine Long-Bluse darunter und ein Gürtel darüber und schon ist alles wieder im Lot.
  • Gestalten Sie Ihre Frisur passend zum optischen Gewicht Ihrer Strickwaren! Sie möchten einen grob gestrickten oder stark gemusterten Pullover tagen? Dann gestalten Sie Ihre Haare strähniger, etwas verwuschelt, unordentlich hochgesteckt, mit Flechtwerk oder geben Sie Ihrem Haar auf andere Weise mehr Struktur und Volumen. Falls machbar, schaffen Sie auf diese Weise einen harmonischeren Effekt.

Wie immer gilt auch hier: Tragen Sie nur, worin Sie sich absolut wohl fühlen und was Ihnen gefällt! Auch wenn Sie eine zarte Elfe sind, dürfen Sie sich im Winter in einen Grobstrickpullover kuscheln. Und auch wenn Sie einen kräftigeren Oberkörper haben, sind dicke Long-Strickjacken für Sie nicht grundsätzlich verboten. Wenn Sie aber demnächst mal wieder vor einem zauberhaften Strickpullover, einer tollen Strickjacke oder einem verführerischen Schal stehen und überlegen, ob Sie diesen wirklich in Ihrer Garderobe brauchen, dann wissen Sie jetzt, worauf Sie achten können. Und die Tipps werden Ihnen dabei helfen, Ihre bestehende Strick-Garderobe noch gezielter und typgerechter einzusetzen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine kuschelige Herbstzeit! Und lassen Sie mich wissen, ob Ihnen das Strickwaren-Mischpult der Modeflüsterin helfen konnte, Ihren idealen Stricktyp ausfindig zu machen!

Autor: Modeflüsterin

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).

38 Kommentare

  1. Ich finde grobgestrickte Pullis und Jacken zwar an anderen schön, trage selbst aber ausschließlich feine Cardigans. Alles andere ist mir viel zu warm!
    Allein ein Pulli, den ich dann über den Kopf ausziehen müsste, ist mir schon unangenehm, während ich ein Strickjäckchen offen lassen oder auch schnell mal ausziehen kann. Letztes Jahr habe ich mir dann zwei dünnere Pullis gekauft, aber nie getragen…. Auch alles „haarige“ wie Mohair oder Angora (letzteres sowieso) scheiden für mich aus.

    Dein Tipp, eher zu Accessoires z.B. in Form eines Grobstrickschals zu greifen, finde ich daher für mich sehr passend!

    LG
    Annette | Lady of Style

    Antworten
    • Modeflüsterin

      29/09/2014 @ 12:08

      Liebe Annette,

      mit Mohair oder Angora kannst Du mich auch jagen! Aber Kaschmir-Pullover oder Stricksachen aus Merino-Wolle oder Baumwolle trage ich sehr gerne. Im Lauf der Jahre habe ich ein Pullover-An-und-Auszieh-System entwickelt, bei dem im Normalfall weder Make-up, noch Frisur großen Schaden erleiden. Das ist natürlich Grundvoraussetzung für Pullover (die zum Ausziehen gedacht sind). Aber Du hast schon Recht: Mit zunehmendem Alter muss ich auch auf diverse Hitzewallungen Rücksicht nehmen… Da ist ein Schal natürlich viel leichter schnell abzunehmen.
      Auch Cardigans haben beim Styling so ihre Vorzüge. Aber das wäre dann wieder ein anderes Thema :-)

      Liebe Grüße und Dir eine schöne Woche!
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  2. blackforestgirl

    28/09/2014 @ 14:49

    Liebe Stephanie,

    du machst dir hier so viel Arbeit und ich bin wieder sprachlos, was du alles so miteinander beachtest. Vielen Dank. Ich bin so oft zwischendurch bei dir auf der Seite, um irgendetwas nachzuschauen.
    Und jetzt weiß ich auch, warum Grobstrick nicht so richtig bei mir aussieht, nicht nur weil ich klein mit großem Busen bin, sondern auch meine Naturlocken und mein (gottseiDank) ebenmäßiger Teint tragen ihren Teil dazu bei. Und dabei liebe ich Grobstrick bei anderen so. Bleibt mir also nur weiterhin der Grobstrickschal…tja irgendwann muß man auch was akzeptieren.
    Ein sonniges WE!

    ELA

    Antworten
    • Modeflüsterin

      29/09/2014 @ 12:43

      Liebe Ela,

      das Schöne an der Mode ist ja, das sich immer, wenn sich eine Tür schließt, eine andere öffnet. Und wenn es eben nicht Grobstrick ist, dass ist es eine Fülle an Möglichkeiten, mit feineren oder mittleren Stricksachen zu punkten. Ich glaube ja insgeheim, dass Frauen, die modisch weniger Möglichkeiten haben, letztendlich schneller und besser wissen, was ihnen wirklich steht, als Frauen, die zu viele Möglichkeiten haben. Die haben es schwerer, sich zu orientieren und auf ihren Stil festzulegen. Unendliche Wahlmöglichkeiten zu haben, macht nicht immer glücklicher 😉

      Liebe Grüße sendet Dir
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  3. Liebe Stephanie,
    auch ich greife instinktiv nicht zu groben, dicken Strickteilen. Einerseits teile ich Annettes Unbehagen vor Kleidung, in denen mir schnell zu warm wird. Andererseits ist grober Strick in meinem modischen Verständnis eher mit Assoziationen verknüpft wie „natur- und erdverbunden“ oder „zünftiger Landhausstil“, in denen ich mich nicht wiederfinde. Hinzu kommt, dass ich Wolle grundsätzlich als unangenehm auf meiner Haut empfinde und außer Kaschmir gar keine Wolle tragen kann. Ich besitze nur einen einzigen grob gestrickten Baumwollpullover, der sehr luftig gestrickt und weiß ist, so dass er im Ganzen eher leicht und fluffig wirkt. Nachdem ich deine sehr interessanten Ausführungen zum Thema Strick nun gelesen habe, bin ich sicher, dass grober Strick auch bei mir unvorteihaft auftragen würde, ich also ein weiteres Argument gegen dessen Verwendung hätte, wenn das denn noch nötig wäre.
    Ich sehe manchmal grobe, dicke, weite Strickpullover an großen, schlanken Frauen, die dazu Strumpfhosen und derbe Boots kombinieren, das gefällt mir dann an denen mitunter ganz gut, aber für mich käme das nicht infrage.
    Viele herzliche Grüße an dich. Ich wünsche dir eine schöne, sonnige Altweiberherbstwoche in großer Vorfreude!
    Bianca

    Antworten
    • Modeflüsterin

      29/09/2014 @ 12:51

      Liebe Bianca,

      ist das nicht beruhigend zu wissen, dass Du beim Grobstrick-Trend nichts verpasst? Ich persönlich bin eigentlich immer ganz froh, wenn ich wieder einmal eine modische Option für mich ausschließen kann… Das beruhigt ungemein 😉
      Zu Deiner Wolle-Unverträglichkeit: Hast du schon mal einen Baby-Alpaka-Pullover probiert? Die Wolle ist federleicht und so angenehm zu tragen – ich habe mich sofort verliebt. Und das, obwohl ich auch schnell kratzige Gefühle entwickle. Vielleicht ist das ja eine Alternative für Dich.

      Liebe Grüße und bis ganz bald!
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  4. Liebe Stephanie, das ist das Tolle hier bei Dir, wenn sich mir bestimmte modische Phänomene selbst nicht erschließen, finde ich bei Dir die Erklärung. Grob gestrickte Sachen finde ich z. B. auch meist nur an anderen gut – aber so ganz feine Stricksachen passen auch nicht so gut zu mir… am liebsten mag ich so ein Mittelding… und Muster mag ich nur bei Strickjacken… Bei Pullis bevorzuge ich eindeutig Uni, darf aber gerne eine kräftige Farbe sein…
    Deine Tabelle ist jedenfalls toll und hilfreich – vielen Dank, dass Du Dir diese Mühe machst…
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche und freue mich schon sehr aufs kommende Wochenende, lieber Gruß – Conny

    Antworten
    • Ich schließe mich Conny an.
      Trage könnte/kann ich auch groberen Strick. Aber meist ist mir das in Räumen zu warm und unter Jacken zu „geschoppt“. Und schon gar, wenn es ein Pullover und keine Jacke (siehe Annette) ist. Ich bevorzuge für mich eher längere und weitere Teile, einfarbig, kräftige Töne. Dünn und glatt (meist schwarz) oder etwas gröber, dann gerne farbig (obwohl…. in letzter Zeit auch nicht mehr…) mehr aus BW-Mischungen.
      Vor Jahr(zehnt)en habe ich mir diesen Pullover gestrickt. Der erste Versuch war viel länger. Das war einfach zu wuchtig.
      Ich habe in dann in einer kürzeren Variante (für den Sommer gestrickt). Dafür ist er aber doch zu warm und schwer. Trage ihn daher eher mit Langarmshirt und wenn ich keine Jacke drüber brauche…. Kompliziert, oder?
      http://howtobea-sunstorm.blogspot.de/2013/09/my-wardrobes-depth-3.html
      LG und danke für Deine Denkanstöße
      Sunny

      Antworten
      • Modeflüsterin

        29/09/2014 @ 13:55

        Liebe Sunny,

        ja, Strick hat so seine Tücken… Dickerer Strick, der in einer löchrigen Strickart gestrickt wurde, ist natürlich eine besonders schwierige Kombination: Einerseits soll er luftig sein – dafür ist aber die Wolle zu dick. Andererseits kann man ihn nicht ohne ein Darunter tragen, also ist die luftig-löchrige Strickerei ohnehin verpufft, falls man nicht ein Top mit Kontrastfarbe darunter trägt und das Ganze nur wegen der Strukur-Optik macht. Und dann ist der Pulli natürlich stilistisch so essentiell, dass man ihn nicht mehr gut ausziehen kann. Das ist die Quadratur des Kreises.
        Ich selbst habe so ein Problem mit Grobstrick-Long-Cardigans mit Dreiviertel-Ärmeln. Diese kann man nur tragen, wenn es kalt genug ist, aber keinesfalls feucht oder nass. Dann möchte man aber auch die Arme warm haben, heißt konkret: entweder ein dicker Langarm-Pullover darunter oder lange Handschuhe und ein Kurzarm-Shirt oder hochgekrempelte Bluse – das könnte dann allerdings wieder zu kühl werden… Ein Mantel darüber ist ebenfalls undenkbar. Solche Jacken müssen die äußerste Schicht sein. Für mich ist so ein Kleidungstück völlig unpraktisch und überflüssig – auch wenn ich zugeben muss, dass man damit einen recht hübschen Lagen-Effekt erzeugen kann… Bei manchen Fashionistas würde ich da gerne mal Mäuschen sein 😉

        Dir, liebe Sunny, wünsche ich möglichst wenige solcher „Kämpfe“ mit Deinen Stricksachen!
        Herzliche Grüße sendet Dir
        Stephanie alias die Modeflüsterin

        Antworten
    • Modeflüsterin

      29/09/2014 @ 12:59

      Liebe Conny,

      das ist ja schön zu hören! Ich freue mich immer so, wenn meine Tipps wirklich hilfreich sind! Und an dem Strickwaren-Mischpult habe ich ganz schön lange herumgefeilt… Es war nicht so leicht, die unglaublich vielfältigen Stil-Kriterien in ein einfaches und anschauliches System zu bringen. Da musste ich mehrmals drüber schlafen 😉
      Dass für Dich eine mittlere, überwiegend unifarbene Strickwelt am besten ist, hätte ich jetzt auch getippt. Allerdings glaube ich, dass Dein wesentliches Kriterium für Strick das Strickmuster ist: Du brauchst glatt gestrickte Teile. Die kommen Deinem sehr klaren natürlichen Typ sehr entgegen :-)

      Liebe Grüße und bis ganz bald!
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  5. Wow! Wieder mal ein ganz toller Artikel! Und das rechtzeitig bevor ich mich mit neuen Pullis eindecke. Befinde mich nämlich mitten in einer Kleiderschrankinventur. Ich finde Grobstrick an anderen toll, bin aber wie es aussieht der absolute Feinstricktyp. Danke für die Aufklärung. Ganz großes Lob an dein Blog! Einzigartig und mit ganz viel Herzblut! Liebe Grüße, Luisa

    Antworten
    • Modeflüsterin

      29/09/2014 @ 13:01

      Liebe Luisa,

      tausend Dank für Deine Begeisterung! Freut mich sehr, dass Du die Tipps gerade so gut gebrauchen kannst! Dann werden bei Deiner Kleiderschrank-Inventur wohl hauptsächlich Teile aus Feinstrick überleben… 😉 Viel Erfolg und Freude beim Schrank-Neugestalten!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  6. Liebe Modeflüsterin, von der Tabelle bin ich auch fasziniert. Sehr einleuchtend. Und sooo schlimm ist es ja auch nicht, kein Typ fürs Grobe zu sein!
    Auf jeden Fall weiß ich jetzt, warum ich so gern zu schlicht gestricktem greife. Auch bei Schals werde ich übrigens zunehmend schlichter. Vielleicht auch eine Frage des Alters. Aber ich merke dies auch bei meinem Kundinnen. Allzuviel Schnickschnack oder Bling Bling ist dort nicht mehr gefragt.
    Sie haben heute wieder einen sehr nachahmenswerten Post geschrieben. Ich habe ihn auf meiner Facebook-Seite geteilt und schon Resonanz darauf bekommen. Vielen Dank für Ihre sorgfältigen Vorschläge!
    Herzliche Grüße von Sieglinde Graf vom da sempre Onlineshop.

    Antworten
    • Modeflüsterin

      29/09/2014 @ 13:11

      Liebe Frau Graf,

      dass mit zunehmendem Alter immer weniger Schi-Schi und Bling-Bling gewünscht wird, kann ich mir gut vorstellen. Ich denke, dass die geistige Reife auch mit mehr Klarheit des Denkens, Fühlens und Sehens einhergeht und sich diese Entwicklung letztendlich auch im Modestil niederschlägt. Viele aus der jüngeren Generation wiederum fühlen instinktiv, dass das System des Überflusses allmählich zur Neige geht und für die Welt teilweise grausame Folgen hat. In einer komplexen, sich rasant verändernden Welt wird die Sehnsucht nach dem Einfachen, Bleibenden, Verlässlichen größer :-)
      Zurück zu Strickwaren: Ich finde es interessant, dass gerade ältere Frauen mit mehr Falten und einer „gelebten“ Hautstruktur sowie mit grau-melierten Haaren ja eigentlich besser gröbere Strickwaren tragen können als all die jungen Models… Spannend oder?

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
      • Ach, das haben Sie aber schön gesagt mit der „gelebten Hautstruktur“….
        Werde ich bei Gelegenheit plagiieren, wenn’s erlaubt ist?
        Herzlichen Gruß, Sieglinde Graf

        Antworten
        • Modeflüsterin

          30/09/2014 @ 11:20

          Liebe Frau Graf,

          sehr gerne! Für ein Zitat bin ich immer zu haben 😉
          Liebe Grüße!
          Stephanie alias die Modeflüsterin

          Antworten
  7. Liebe Stephanie,
    dein Thema ist mal wieder interessant und kommt genau im richtigen Moment. Ich hatte die Tage schon einen Strickpullover an.

    Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Frauen was gegen Grobstrickpullover oder Pullover im Allgemeinen haben. Ich trage Pullover sehr gerne, vorzugsweise aus Kaschmir und in allen Variationen. Egal ob V-Ausschnitt, Rundhals und auch Rollkragenpullover. Selbst mit Großstrickpullis hätte ich kein Problem.
    Ich hege eher eine Abneigung zu Schals. Die trage ich nur zum Wärmen. Bei einem Schal habe ich eher den Eindruck, ich verhänge meine Figur damit und wirke voluminöser als ich bin.

    Der graue Poncho ist übrigens klasse. Denn würde ich mit Lederleggings kombinieren.
    Grüße Cla
    http://www.glamupyourlifestyle.com/

    Antworten
    • Modeflüsterin

      29/09/2014 @ 14:09

      Liebe Cla,

      ich glaube, es gibt Strick-Typen und Stoff-Typen. Wenn Du keinerlei Kratz-Probleme mit Stricksachen hast, gehörst Du zu den Glücklichen! Ich selbst muss unglaublich aufpassen, welche Woll-Art und -Qualität ich an meinen Hals lasse. Ich glaube, Du bist so ein Typ, der wahrscheinlich in allen drei Strick-Gewichtsklassen ein paar Kriterien markiert hat oder? Wahrscheinlich möchtest Du instinktiv nicht Deine schönsten Körperstellen verdecken. Und dazu gehört aus meiner Sicht auch Deine Gesicht-Hals-Dekolleté-Zone – neben Deiner schönen Taille, den wundervoll gerundeten Hüften, den langen Beinen…. Also für voluminöse Schals sehe ich da wirklich keinen Platz, an dem sie etwas verdecken sollten 😉
      Den grauen Poncho finde ich auch toll. Daher habe ich ihn in meine Pulli-Sammlung aufgenommen. Ich würde ihn auch genauso wie Du, mit Leder-Leggings tragen. Einziger Nachteil des schönen Stücks: Ich wüsste nicht, welche Jacke oder Mantel noch darüber passen sollte und Ausziehen wäre auch nicht möglich, ohne den schicken Look zu zerstören… Man müsste eine länger Bluse oder Top darunter tragen.

      Dir sende ich herzliche Grüße und eine schöne, wollige Woche!
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  8. Liebe Stephanie
    Vielen Dank für diesen hilfreichen Beitrag! Was ich bisher nur im Gefühl hatte, sehe ich jetzt anhand Ihrer Tabelle bestätigt: ich bin in allen Punkten (ausser der Körpergrösse) ein „Feinstricktyp“. Bei kaltem Wetter ziehe ich jeweils ein nicht auftragendes, wärmendes Unterleibchen an, damit ich nicht zu grobgestrickten Obergewändern greifen muss!
    Herzliche Grüsse
    Maggie

    Antworten
    • Modeflüsterin

      29/09/2014 @ 14:15

      Liebe Maggie,

      ist das nicht schön, dass es für fast alle unsere modischen Gefühlswelten eine rationale Erklärung gibt? Wenn ich einen meiner geliebten Kaschmir-V-Pullover „pur“ tragen möchte, greife ich auch zu einem Trick: Ich ziehe ein Bauch-weg-Hemdchen darunter. Das hat gleich zweifache Wirkung: als wärmendes und schützendes Unterhemd – wie Sie das auch machen – und zusätzlich ein bisschen Ausgleich für die gefürchteten Muffin-Tops – die kleinen Speckröllchen, die sich gerne über dem Hosenbund breit machen 😉

      In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch viele warme oder gut gewärmte Herbsttage!
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  9. Liebe Stephanie,

    die Idee mit dem Mischpult ist ja genial! Ich bin überwiegend Typ 2, mit einem Abstecher nach 3. Ich trage auch nicht so viel gestricktes, weil mir in geschlossenen Räumen auch schnell zu warm wird. Tatsächlich ist meine sehr übersichtliche Auswahl an Pullovern (nämlich 4) mitteldick, fein gestrickt oder mit ein wenig Struktur und einfarbig (ein dunkler, ein heller, 1 x leuchtend lila) oder kleingemustert. Ich habe einen schwarzen Cardigan aus dicker Wolle mit etwas strukturierterem Muster und Bindegürtel, der ist dafür aber schwarz – diesen trage ich sehr gern, allerdings eher als Übergangsjacke, weil meine schmal geschnittenen Mäntel nicht richtig darüber passen. Ich liebe allerdings große, lange, grob gestrickte Schals! Passt also alles ganz gut in die Kategorie 2 mit dem Ausrutscher nach 3 und spricht dafür, dass dein Mischpult gut funktioniert! :-)

    Ich feinen, glatt gestrickten Sachen fühle ich mich übrigens ganz schnell bieder – auch wenn ich die Sachen an anderen ganz hübsch finde.

    Liebe Grüße, Diana

    Antworten
    • Modeflüsterin

      30/09/2014 @ 10:53

      Liebe Diana,

      vielen Dank dafür, dass Du uns einen so schönen Einblick in Deine „Strick-Welt“ gibst! Und schön, dass sich hier auch mal ein Typ 2/3 zu Wort meldet! Ganz besonders freut mich natürlich, dass mein System für Dich funktioniert – ist ja nicht wissenschaftlich getestet und hat auch kein Gütesiegel 😉

      Weiterhin viele Freude an Deinen 2er und 3er Stricksachen wünscht Dir
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  10. Liebe Stephanie wir haben uns ja schon auf twitter über deine wieder sehr gelungene Anleitung ausgetauscht. Dennoch muss ich nochmal hinzufügen, dass dieses einfache Punktsystem das einprägsamste ist, was mir seit langem begegnet ist – und ich bin eine alte Strickhäsin. Kann aber wegen Armproblemen nicht mehr stricken. Früher gehörte das zu meinem Standardprogramm im Winter! :( Was mich aber wirklich gefreut hat, war auf dein Strickthema zu stoßen am vergangenen Samstag. An dem Tag hatte ich zufällig mal wieder meinen Kurzstrickpulli mit Rauten an, den ich mir selbst ausgedacht hatte – auch vor langer Zeit. Jetzt freue ich mich, ihn noch nicht aussortiert zu haben! Sei ganz lieb gegrüßt für heute und hab einen schönen Tag!
    Sabina https://twitter.com/WentoManderly

    Antworten
    • Modeflüsterin

      30/09/2014 @ 10:59

      Liebe Sabina,

      vielen Dank für das große Lob von einer Strick-Expertin! Das ist ja jammerschade, dass Du nicht mehr so viel stricken kannst – ist eine sooo schöne Beschäftigung, wenn man die Zeit dazu hat. Dass Du auch ganz super Grobstrick tragen kannst, darüber hatten wir uns ja schon auf Twitter ausgetauscht. Und Deinen Selfmade-Pullover, der jetzt mit seiner „cropped“ Form wieder top-aktuell ist, durfte ich ja auch schon bewundern. Aber wer hätte das voraussagen können, dass das kleine Teilchen irgendwann wieder modern werden würde? Also ich auf jeden Fall nicht 😉 Und die Figur, um einen Kurz-Pullover zu tragen, muss man sich auch erst mal über die Jahre bewahrt haben…
      Ich finde es sehr schön, dass Du jetzt wieder so viel Freude mit dem Pullover hast!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  11. Liebe Stefanie, vielen Dank für diesen für mich sehr erhellenden Beitrag.
    Dass sehr grob gestrickte Kleidung nicht zu mir passt, war mir lange klar (großer Busen, breite Schultern, kräftig), aber ich habe nie verstanden, warum mir die ganz fein gestrickten Pullis und Strickhüllen nicht stehen. Das Mischpult hat mir verdeutlicht, dass es an meiner Haarstruktur und Körpergröße liegen kann. Ein echtes Aha-Erlebnis. Meine ideale Strickkleidung liegt in der Mitte.Danke hierfür!
    Freundliche Grüße
    Ariadne

    Antworten
    • Modeflüsterin

      01/10/2014 @ 11:20

      Liebe Ariadne,

      das ist schön, dass bei Dir das System so gut funktioniert! So ist es ja oft: Manchmal braucht der Geist eine rationale Begründung für etwas, was das Bauchgefühl instinktiv schon weiß :-) Der Mensch ist halt doch ein wissbegieriges Wesen…

      Herzliche Grüße von „Mittelstrick-Wesen“ zu „Mittelstrick-Wesen“ sendet
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  12. Hallo Stephanie,
    auch ich verfolge mit Begeisterung deine Modetipps. Es ist phaszinierend, mit welcher Akribie, fast schon Besessenheit, du dabei in die Tiefe gehst.
    Das Thema Strick spricht mich an, weil ich ein sehr widersprüchlicher Typ bin. Von der Figur her bin ich eindeutig ein A, was dazu geführt hat, dass ich immer schon gerne den Oberkörper mit Strick „aufgefüllt“ habe, im Winter gerne mit haarigem Mohair, im Sommer z.B. mit Ajourmuster. Andererseits bin ich von der Haut, den Haaren, vom Gesicht und vom Wesen (z.B.Stimme) her ein sehr zarter Typ. Da passt dann Grobstrick wieder nicht so gut, deshalb achte ich instintiv darauf, dass die Materialien nicht zu schwer sind. Marc ‚O Polo hat z.B. jedes Jahr dünne, leichte, transparente Mohairpullis, die ich bevorzugt kaufe. Denn einerseits brauche ich Struktur, andererseits darf sie nicht zu schwer sein. In glattem Feinstrick fühle ich mich nicht wohl, weil mein Oberkörper dann zu mager wirkt im Vergleich zu den kräftigen Beinen, das müsste dann schon ein weiterer Cardigan in einer hellen Farbe sein, den ich offen trage. Ich finde es manchmal schwer, da abzuwägen. Daher finde ich deinen Tipp mit der Seide sehr interessant. Gestern probierte ich im Laden ein langärmeliges, kastig geschnittenes Seidentop und darüber einen gestrickten Bolero aus extrem wuscheliger Mikrofaser (wirkte wie ein Pelz) an, dazu einen schmal fallenden A-Linienrock. So hatte ich das Gefühl, alle Kriterien einigermaßen unter einen Hut gebracht zu haben. Falls dir noch was einfällt, was für meinen „Mischtyp“ geeignet ist, bin ich gespannt.

    Herzliche Grüße,
    Karin

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    • Modeflüsterin

      01/10/2014 @ 12:01

      Liebe Karin,

      Danke für Dein dickes Lob und schön, dass Du Dich aus der Menge der stillen Leserinnen hier zu Wort gemeldet hast!
      Es scheint, dass Du schon Vieles für Dich selbst herausgefunden hast. Obwohl ich bei „kastigen“ Oberteilen beim A-Typ eher vorsichtig wäre – hat Dir denn Dein Experiment mit Seiden-Top von der Oberflächen-Struktur her gefallen?
      Um einen schmalen Oberkörper mit feineren Stricksachen „aufzufüllen“, kannst Du 1. auf kontraststarke, größere Muster setzen (die beim A-Typ möglichst quer über Brust und Oberarme verlaufen sollten, wie beispielsweise die typischen Norweger-Muster) oder 2. mehr Volumen oder mehrere Lagen anwenden. Dann wäre das im Winter beispielsweise ein Pullover plus Cardigan plus (Fell-)Gürtel oder -Weste darüber. Oder Du versuchst es mal mit Stricksachen, die Volants, Raffungen, Wasserfall-Elemente etc. aufweisen (die gibt es leider nicht so häufig, da muss man suchen).
      Ferner können Stricksachen mit mittlerer oder dicker Wolle auch so großmaschig gestrickt sein, dass sie eher wie ein Netz und daher weniger kompakt (und schwer) wirken. Aber das wendest Du wohl schon bei Deinem Sommer-Strick an, wenn ich Dich richtig verstanden habe.
      Und noch ein Tipp: Um zu groben Strick auszugleichen, kannst Du auch bei Accessoires zu besonders glatten, glänzenden Oberflächen greifen: Lackschuhe, Handtasche aus Lackleder, metallische Lederwaren, glatte Kaschmir-Seide-Schals, Schmuck mit großen, flächigen, transparenten Steinen etc. All das greift die zarte Glattheit Deines Typs auf und spiegelt diese wider.
      Ich hoffe, diese Gedanken helfen Dir, Deine ideale Dosis an Strick zu finden!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

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  13. Liebe Stephanie,
    ich bin vor ein paar Wochen auf deinen Modeblog gestoßen, da ich einen bunten Kleiderschrank habe und verständlicher weise Probleme habe diese zu kombinieren. :)
    Nachdem ich viele deiner Beiträge gelesen habe, habe ich so einiges verstanden und gehe jetzt mit anderen Augen einkaufen. Besonders gefallen hat mir die Tipps mit den Basis- und Akzentfarben. Kleider gibt es nicht in meinem Kleiderschrank, die sehen immer unförmig an mir aus. Doch nach deinen Vorschlägen und Tipps bei großen Oberweite und Bauch, habe ich letztens ein kleid gefunden in schwarz und mit Raffungen am Bauch und es kaschiert wirklich. Das erste mal das ich mir im Kleid gefalle, obwohl schwarz für mich „Blassbacke“ vielleicht zu dunkel ist, ist es ein Basic-Teil. :) Ich habs gelernt. 😉
    Eine Farb- und evtl. Stilberatung will ich demnächst auch noch machen und meinen Kleiderschrank in eine kombinierfreundlichere Richtung zu bringen.
    Nun zu deinem aktuellen Beitrag: Toll!!!!! Großes Lob. Ich steh nämlich immer vor den groben Stricksachen und wenn ich sie probiere sieht es nicht gut aus. Nun weiß ich warum und bleibe bei meinen Feinstrickstrickjacken.
    Mach weiter so, ich bleibe dabei und bin schon gespannt was als nächstes kommt.

    Viele Grüße
    Anja

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    • Modeflüsterin

      02/10/2014 @ 11:47

      Liebe Anja,

      vielen Dank für Deine Begeisterung für die Modeflüsterin! Ich finde es auch immer so entspannend, wenn ich endlich ausfindig gemacht habe, warum mir bestimmte Kleidungsstücke einfach nicht stehen wollen. Vor allem erleichtert es das Einkaufen von Mode ungemein, wenn man genau weiß, was geht und was eben nicht. Und es spart so viel Geld! Das wirst Du auch noch merken, je näher Du dem Kern Deines ganz eigenen Stils kommst. Dabei wird Dich eine Farb- und Stilberatung bestimmt wieder ein Stückchen weiter bringen. Ich wünsche Dir schon jetzt viel, viel Freude an diesem Austausch mit einem Stil-Profi!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  14. Liebe Stepanie,

    vielen Dank für deine Rückmeldung. Offenbar bist du mit meinem bisherigen Vorgehen: Grobstrick ja, aber aus feinen, leichten Materialien einverstanden. Was die kastigen Oberteile betrifft, hast du recht. Die vermeide ich als A-Frau wie die Pest, jedenfalls diese langen kastigen Oberteile, wie man sie z.B. bei COS haufenweise findet, und die nur zu schmalen Hosen gut aussehen. Leider geht die Mode schon sehr lange in diese Richtung.
    Das kastige Seidentop, von dem ich sprach, war aber durch das fließende Material okay. Ich habe es vorne in den Rockbund gesteckt und hinten raushängen lassen (Tipp von der Verkäuferin, sie nannte das „edel-schlampig“), so konnte man vorne noch die Taille sehen. Außerdem hat ja der Bolero das Ganze noch auf Figur gebracht. Das Seidentop (eigentlich ein Blusenshirt, d.h Vorder- und Rückseite waren aus Seide und die schmal geschnittenen Ärmel aus Jersey) hatte einen wunderschönen Burgunderton, eine Farbe die mir sehr gut steht (ich bin dunkel, habe aber trotzdem sehr dünne Haut und feines Haar). Die Farbe und die Oberflächenstruktur der Seide fand ich zum Gesicht ideal. Dazu flauschiger Strick ist, glaube ich, schon das Richtige für mich. Das Flauschige betont ja auch den feinen, zarten Typ und gibt gleichzeitig dem Oberkörper mehr Volumen (also zwei Fliegen mit einer Klappe).

    Deine weitergehenden Tipps werde ich mir eingehend zu Gemüte führen. Norwegermuster hatte ich schon mal und ich besitze einen grauen Kaschmirpullover mit großem Wasserfallkragen (da finde ich ausnahmsweise Feinstrick okay, weil der Kragen das nötige Volumen herstellt).
    Mehrere Schichten tragen ist auch eine Idee, aber ich weiß nicht, ob sich das mit meinem Purismus verträgt. Denn obwohl ich immer eine Prise romantische Verspieltheit brauche, bin ich im Grunde meines Herzens Puristin. Deshalb weiß ich auch nicht, ob ich den Tipp mit den Accessoires umsetzen kann. Generell trage ich eher wenige Accessoires und an den Füßen meistens sportlich-lässige Sneakers. Aber das mit den glatten, glänzenden Flächen geht mir jetzt nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe mir kürzlich eine Tasche aus Saffianoleder gekauft. Das ist zwar kein Lack, aber auch eher glatt und glänzend. Die zu einem Grobstrickpulli könnte ich mir tatsächlich sehr reizvoll vorstellen.

    Herzliche Grüße,
    Karin

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    • Modeflüsterin

      02/10/2014 @ 11:36

      Liebe Karin,

      das mit der Kombi Seidentop und Flausch-Strick scheint tatsächlich recht gut zu funktionieren. Auch freut mich, dass ich Dich zu neuen Experimenten anregen konnte. Accessoires mit glatten, glänzenden Oberflächen müssen nicht zwangsläufig romantisch oder verspielt sein. Im Gegenteil: Gerade in puristischem Stil gibt es da so Einiges zu entdecken, bis hin zu Sneakers mit metallischen Oberflächen…. Ich wünsche Dir auf jeden Fall noch viele Entdeckungsfreude beim Ausprobieren neuer Strick-Kombis!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

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  15. Hallo Stephanie,
    dieses Strickpultschema ist eine geniale Idee.Da kann man ohne lange lesen zu müssen sich gut einschätzen.
    Meine Auswertung lautet 3 bei der Figur,2 bei den Haaren und eine 1für den Teint.
    Was mir noch dazu einfällt,ob nicht auch kräftige Augenbrauen und ausdrucksstarke Augen eine Rolle spielen könnten?Habe ich nämlich nicht.
    Ich mag gerne Feinstrick,aber auch noch mittelstarken Strick.Wobei
    das Muster auch eine Rolle spielt,z.B. wie verläuft das Zopfmuster.
    Ich habe mir vor Jahren einen Pulli gestrickt,der noch nicht zusammen genäht ist.Das Wellenmuster ist schon recht stark strukturiert.Vielleicht ribbele ich ihn wieder auf.
    Neulich habe ich einen Grobstrickpulli mit Ajourmuster aussotiert.
    Zu lang,falsche Farbe und das Muster trug sich auf meinen A-Hüften auf.Ich kam mir vor wie eine Raupe,die aus ihren Kokon schlüpfen wollte.
    Ich habe sonst glattrechts gestrickte Teile aus dickerer Wolle.Ich könnte mir
    eine Kurzjacke oder Bolero aus Wolle mit Grobstrick vorstellen.
    Es macht immer wieder Spaß,ihre Beiträge zu lesen,auch wenn nicht immer etwas für mich dabei ist.Sie haben eine sehr nette Art,die Dinge beim Namen zu nennen,z.B.gelebte Haut.
    Liebe Grüße

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    • Modeflüsterin

      11/10/2014 @ 14:49

      Liebe Sabine,

      vielen Dank für diesen Einblick in Ihre Strick-Trage-Gewohnheiten! Wenn Sie alle drei Stufen in etwa gleich viel gekennzeichnet haben, sind Sie mit mitteldicken Strickteilen immer gut aufgehoben. Dabei gilt dies ja nur für die Grobheit bzw. die optische Oberflächenstruktur. Der Schnitt eines Pullovers oder einer Strickjacke und ihre Farbe sollten natürlich zudem noch zu Ihrem Farb- und Figurtyp passen.

      Übrigens spielt tatsächlich auch die Kontraststärke in Ihrer natürlichen Pigmentierung eine Rolle dabei, wie stark die Gegensätze sein können, die Sie insgesamt am Körper tragen. Frauen mit dunklen Haaren/Augenbrauen, einer hellen Haut und klar gezeichneten Lippenkonturen vertragen mehr Kontraste aller Art als Frauen, die selbst nur wenig natürliche Farbkontraste aufweisen. Das lässt sich aber sehr schnell mit etwas Make-up an der richtigen Stelle beheben…

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

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  16. Liebe Stephanie, Sie haben ins Schwarze getroffen mit dem Mischpult, was für eine geniale Idee! Jetzt weiß ich, warum Feinstrick an mir „fipsig“ aussieht. Dank des Mischpults kenne ich jetzt meine ideale Strickart: eher Grobstrick bis Mittelstrick. Warum ich das jetzt schreibe? Ich hab mir eine wunderschöne Grobstrickjacke mit voluminösen Kragen für zu schicke Kleider für den Stilbruch gekauft, versuche mich angelehnt an den französischen Schick zu orientieren. Als große Frau hab ich die Länge dafür. Obwohl ich auch aus Kindertagen noch oft mit kratzendem Strick bedacht wurde, liebe ich Strick, Mohair braucht evtl lange Ärmel darunter, Kashmir und Baumwolle darf auch direkt auf die Haut, da kribbelt nichts. Ganz viele oft gruselige Strickversuche haben dennoch tragbare Teile ergeben, in den letzten 15 Jahren kam ein überlanger Hahnentrittpullover aus Schurwolle (geeignet für eisige Temperaturen wegen des mitlaufenden zweiten Fadens), ein Zopfpullover in weiß aus mercerisierter Baumwolle ( den habe oft beiseite gelegt, Nadelstärke 2) als Sommerpullover, ein quergetrickter knallroter Musterpullunder (verschiedene Zöpfe und Flechtmuster mit hüftabwärts langem Rippenstrickbündchen für die Übergangszeit und zuletzt einen Longpullunder im Wabenmuster mit langem V-Ausschnitt bis eine Handbreit unter der Brust in jeansblauer Merinowolle. Es macht mir Freude, kniffelige Muster zu stricken, alle Stücke passen zu mir, und das Mischpult sagt auch warum, toll! Alle Stücke verbessern die Proportionen bei bis zu 3 Kleidergrößen Unterschied an Ober- und Unterkörper. Und mit der heute erstandenen Jacke ist meine “ Strickwelt“ vollständig. Ein antizyklisches Schnäppchen, das je nach Outfit als Kurz-oder Langjacke getragen werden kann, sie wird dafür einfach umgedreht. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, liebe Grüße Meike

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    • Modeflüsterin

      18/04/2015 @ 19:45

      Liebe Meike,

      das freut mich sehr, dass Sie jetzt wissen, warum Ihre Stricksachen so gut zu Ihnen passen 😉 Bestätigung tut ja soooo gut!!! Viele Freude weiterhin an Ihrer Neuen Strickjacke – und natürlich am Stricken!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

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