Outfit-Optimierung für den A-Figurtyp: 5 Kilo schlanker in 5 Schritten

Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt: Mit nur ein paar kleinen Änderungen an Proportionen und Silhouette sieht Frau viel schlanker aus.

Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt: Mit nur ein paar kleinen Änderungen an Proportionen und Silhouette sieht Frau viel schlanker aus.

Kennen Sie das? Manchmal sehe ich Frauen und fange spontan mit einer gedanklichen Stilberatung an: “Wenn sie jetzt den Rock etwas schmaler, den Ausschnitt etwas tiefer, das Top etwas kürzer tragen würde, könnte sie viel schlanker aussehen.” Gerade erst ist mir so etwas wieder passiert. Ich sah in einer Zeitschrift einen Bericht über eine erfolgreiche Unternehmerin aus Kalifornien, die in ihrem sommerlichen Outfit abgebildet war. Die Self-Made-Millionärin ist ein leichter A-Figurtyp. Sie trägt einen Rock mit Blumenmuster zusammen mit einem hellbeigen Top und einem weißen Blazer. Das Outfit ist zwar hübsch, aber leider für die Proportionen einer Frau mit A-Figur nicht ideal. Denn es akzentuiert die breiten Hüften, kräftigen Oberschenkel und insgesamt meist kürzeren Beine dieses Figurtyps. Dabei würden nur fünf kleine Änderungen dazu führen, die Unternehmerin um mindestens fünf Kilo schlanker und eleganter wirken zu lassen. Hier sind meine Vorschläge:

1. Ein kürzerer Blazer

Der Blazer der Dame endet genau an der breitesten Stelle der Hüften und betont diese. Zudem ist er zum Saum hin weit ausgestellt, sodass das größte Volumen des Blazers ebenfalls in der Hüftzone liegt. Ein nur um ca. 10 bis 15 Zentimeter gekürzter Blazer löst das Problem. Jetzt akzentuiert der weiße Blazer den schmalen Oberkörper und lässt die Statur insgesamt etwas schlanker aussehen. Außerdem wirkt der Oberkörper jetzt etwas kürzer, die Beine dafür etwas länger.

2. Ein etwas längerer Rock

Der Rock endet an einer Stelle, die für die kräftigeren Oberschenkel und Kniegelenke des A-Typs nicht vorteilhaft ist. Wird der Rocksaum etwas verlängert, sodass er direkt unterhalb des Knies endet, wird diese schlanke Stelle des Beines betont. Die Beine sehen sofort schmaler aus.

3. Weniger Stoffvolumen im Rock

Die volle Rockform ist für den A-Figurtyp wenig schmeichelhaft. Der Rock ist am Bund angereiht und produziert dadurch im Hüft- und Oberschenkelbereich viel Volumen. Das trägt unnötig auf. Ein einfacher A-Linien-Rock, der oben schmal und von den Hüften abwärts leicht ausgestellt ist, überspielt gekonnt die kräftigen Oberschenkel und bringt eine deutliche Verschlankung der Silhouette.

4. Das Top steckt im Rockbund

Ein Vorteil des A-Figurtyps ist der schmale Oberkörper einschließlich einer tollen, schlanken Taille. Diese wird jedoch bei dem gezeigten Outfit durch das Top verdeckt, da es über dem Bund getragen wird. Das lässt sich leicht ändern – vorausgesetzt natürlich, der Rock hat einen flachen (!) Formbund.

5. Ein größerer Ausschnitt

Die letzte Veränderung, die sich leicht vornehmen lässt, ist die Vergrößerung des Ausschnitts. Gerade für den A-Figurtyp ist es wichtig, an Schultern und Dekolleté Highlights zu setzen und den Blick dorthin zu führen. Mit einem etwas tieferen Ausschnitt gelingt das mühelos. Perfekt an dieser Stelle wäre jetzt eine weitere Ergänzung: eine auffällige Halskette im Dekolleté…

In 5 Schritten wird das Outfit einer Frau mit leichter A-Figur optimiert - mit verblüffendem Schlank-Effekt.

In 5 Schritten wird das Outfit einer Frau mit leichter A-Figur optimiert – mit verblüffendem Schlank-Effekt.

Fazit unseres kleinen Fashion-Makeovers in 5 Schritten: Die äußere Silhouette wurde von Volumen an der falschen Stelle – sprich: an Hüfte und Oberschenkeln – befreit. Die schmalen Körperzonen des A-Typs an Taille und Dekolleté wurden akzentuiert. Die horizontalen Proportionen wurden komplett verändert. Durch den tieferen Ausschnitt, den kürzeren Blazer, den höheren sichtbaren Rockbund und den verlängerten Rocksaum wirkt der Oberkörper nun deutlich kürzer und die Beine länger – ein netter Nebeneffekt, der besonders den A-Figurtyp freuen dürfte.

Aufmerksame Leserinnen haben jetzt sicherlich bemerkt, dass auch noch ein weiteres Detail des Looks für den A-Typ nicht ideal ist: Das Blumenmuster des Rocks auf hellem Grund betont ausgerechnet den Unterkörper der Frau. Dieser ist beim A-Typ ohnehin etwas stärker gebaut und sollte eigentlich dezent und in dunklen Farben gehalten werden. Das Schöne: Nach unserem Vorher-Nachher-Spielchen fällt das gar nicht mehr ins Gewicht. Denn wenn Sie Silhouette und Proportionen eines Outfits optimieren, können Sie bei Farbe und Muster ruhig einmal aus der Reihe tanzen und einfach Ihren persönlichen Stil-Vorlieben frönen. Ist das nicht beruhigend?

Und was halten Sie von diesem kleinen Fashion-Makeover in fünf Schritten? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

31 Kommentare

  1. Fischer, Renate

    Hallo Stefanie, Sonntagmittag klicke ich mich besonders gerne durch meine Lieblingsthemen, weil ich weiß, dass meist ein neuer Beitrag von Ihnen dabei ist. Der heutige ist wie auf mich zugeschnitten, so anschaulich und praktisch erläutert…
    Besser kann man die Optimierung des A-Typs glaube ich nicht darstellen!
    Ihre Beiträge sind Gold (Geld) wert!!!!

    Liebe Grüße
    Renate

    • Modeflüsterin

      Hallo Renate,

      vielen Dank für das tolle Kompliment! Freut mich sehr, dass ich Ihnen den Sonntag ein bisschen verschönern kann 🙂

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  2. Eine sehr bildhafte Verdeutlichung. Ich kann Ihnen nur zustimmen.
    Den größten Effekt haben für mich dabei die Blazer- und Rocklänge.

    Wie immer hatte ich Freude beim Lesen Ihren Beitrags!

    Herzliche Grüße
    Ines Meyrose

    • Modeflüsterin

      Herzlichen Dank, liebe Ines Meyrose!

      Ich hätte vielleicht noch erwähnen sollen, dass die Frau nach dem Makeover nicht nur schlanker, sondern auch größer wirkt… 😉

      Liebe Grüße und nochmals herzlichen Dank für Ihren heutigen Einsatz (Sie wissen schon wobei)!

      Stephanie alias die Modeflüsterin

  3. Hallo Stefanie, freue mich jedesmal über den Newsletter und bin immer ganz gespannt. Heute war das Thema genau wie für mich gemacht, sehr informativ und gut deutlich gemacht. Bin erst vor kurzer Zeit beraten worden und noch etwas unsicher. Da helfen solche tollen Seiten und Beiträge wirklich richtig gut weiter, mich besser aussehen zu lassen und das mit nur wenigen Veränderungen. Die richtigen Teile im Schrank sind ebend soooo wichtig und da kann man dann ruhig mal etwas mehr investieren.

    • Modeflüsterin

      Hallo Manuela,

      das freut mich sehr, dass Sie die Mails der Modeflüsterin so gerne erhalten – ist ja bei der Mailflut heutzutage nicht selbstverständlich.

      Auch halte ich es modisch genauso wie Sie: Erst herausfinden, was man wirklich braucht, dann in die beste Qualität investieren, die man sich leisten kann. Und dann ganz lange Freude an den Kleidungsstücken haben… 🙂

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  4. Eine Typ- und Stilberaterin hatte mir einmal gesagt, ich sein ein H-Linien-Typ, aber daran glaube ich nicht. Jedenfalls nicht mehr. Die A-linie trifft eher auf mich zu. Sehr interessant.
    Danke ♥
    LG Sabine

    • Modeflüsterin

      Hallo Sabine,

      manchmal ist es nicht so einfach, sich einem bestimmten Figurtyp zuzuordnen – zumal es ja auch Mischtypen gibt. Es könnte also auch sein, dass Sie zwar ein H-Typ sind, aber etwas kräftigere Beine und damit auch ein wenig vom A-Typ haben. Das ganz typische der A-Figur ist die im Vergleich zu den Schultern die deutlich breitere Hüfte und der körperliche Schwerpunkt bei Hüfte, Po und Oberschenkeln. Oft kommen kräftigere Waden und Fesseln sowie kürzere Beine dazu. Vielleicht hilft Ihnen das, sich selbst einzuordnen?

      Das gezeigte Nachher-Outfit für den A-Typ hat übrigens ein paar Details, die für den H-Typ vorteilhaft sind: Der stark taillierte Einknopf-Blazer und der A-Linien-Rock sind auch tolle Basics für die H-Figur. Es könnte sein, dass für Sie genau diese Details goldrichtig sind. Es bleibt also spannend… 😉

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  5. Hallo liebe Mode- oder doch Frauenflüsterin :-D!
    Ich finde Ihren Blog sooo toll! Ich erwarte sehnsüchtig jeden neuen Newsletter.
    Als berufstätige Mutter zweier Kinder (habe weder Zeit, Lust noch Geld für Fehlkäufe und möchte mich sowohl im Büro als auch Zuhause schick fühlen) recherchiere ich sehr viel zum Thema Stil&Farbe und habe noch nirgendwo derart spezielle Betrachtungsweisen und gehaltvolle Infos entdeckt.
    Und es ist wahr! Manchmal passt ein Outfit, obwohl die Muster / Farben gar nicht optimal sind und umgekehrt. Mit den Proportionen steht bzw. fällt wirklich das Wohlgefühl. Ist vorm eigenen Spiegel aber sehr schwer zu erkennen…
    Gibt es eigentlich X-Typen mit A-Tendenz? Ich habe bei schmaler Taille in etwa gleich breite Schultern wie Hüften, mein Brustumfang ist aber geringer als mein Hüftumfang. Habe auch eher kräftige kurze Beine und leichte Reiterhosen.
    An welche Empfehlungen soll ich mich am ehesten halten?
    Beste Grüße von Fan Lisbeth

    • Modeflüsterin

      Hallo Lisbeth,

      tausend Dank für Ihre liebe “Fanpost”! Jetzt werde ich fast ein bisschen rot… 😉

      Bei den Figurtypen gibt es viele Mischtypen. Ich würde mich an Ihrer Stelle auf diejenigen proportionalen Verschiebungen und/oder figürlichen Vorteile konzentrieren, die Ihnen am wichtigsten sind und daran arbeiten. Also: Wenn Sie vor allem Ihre kräftigen, kürzeren Beine ausgleichen möchten, würde ich mich an die Tipps beim A-Typ halten, dabei aber die Empfehlungen für breitere Schultern einfach weglassen, da diese ja nicht auf Sie zutreffen. Wenn Sie hauptsächlich Ihre tolle Sanduhr-Linie betonen wollen, nutzen Sie die Tipps bei der X-Figur, lassen die Empfehlungen für einen großen Busen weg und halten Ihren Unterkörper eher schlicht, um den Blick nach oben zu lenken. Im Grunde nutzen Sie die Tipps von beiden Figurtypen und lassen Unzutreffendes einfach weg. Dann sehen Sie sich die Tipps für längere Beine an und addieren diese – schon haben Sie alles, was Sie brauchen. Viel Erfolg dabei!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  6. Hallo Stephanie!

    Deine Seite ist großartig und bitte mach weiter so.

    Es geht immer um die Proportionen. Mit den kleinen Ticks, wie Du sie hier wörtlich und bildlich mit uns teilst kann jede Frau super chic aussehen. Es sind nicht die Marken oder die High Fashion Designer Mode, die den Stil hat, sondern die korrekte Passform.

    Alle Frauen sollten Deinen Blog verinnerlichen.
    Dann wären die Kleiderschränke weniger voll und beim Einkaufen von Kleidung kann schon vorsortiert werden. (Bei Shoppingqueen sehe ich so viele Kleider mit Etiketten im Schrank hängen).

    Die kleinen 5 Tricks machen so viel aus, obwohl die nur so minimal sind. Ich finde auch die einzelnen Schritte mit den Bildern auch super. Da kann man sofort sehen, was das für ein Unterscheid macht.

    Seit dem ich meine Kleidung selbst nähe (versuche), achte ich noch mehr auf die Passform. Mit meiner Körpergröße von 160 cm habe ich so meine Probleme welche von der Stange zu erhalten. Meistens passen die Brustabnäher nicht und vieles mehr. Das schaut dann nicht so schön aus. Was auch sehr hilft, sich mit der Kleidung zu Fotografieren und dann kritisch begutachten von allen Seiten.

    Also ich liebe all Deine Tipps, weil ich diese für meine selbst genähten Kleider auch gut direkt beim zusammennähen anwenden kann. Figur technisch bin ich auch ein Mix, meine Schultern sind breiter als die Hüfte, aber die kurzen kräftigen Beine tendieren zu A. Also so ein XA Typ;-)

    Bitte mach weiter so!

    LG, Anita

    • Modeflüsterin

      Hallo Anita,

      vielen Dank für Ihre lieben Worte!

      Sie haben Recht, es geht fast immer erst einmal um die Proportionen. Toll finde ich Ihren Tipp, sich selbst mit verschiedenen Outfits zu fotografieren. Das löst ein Problem, das die meisten Frauen (mich selbst eingeschlossen) haben: Man sieht sich selbst nicht objektiv. Oft braucht man eine gewisse Distanz, um Proportionen – aber auch Farben – richtig einzuschätzen. Und ein Foto kann eine solche Distanz schaffen. Aber auch dabei ist Vorsicht geboten: Denn je nachdem, auf welcher Höhe und in welchem Abstand sich die Linse befindet, wird der Körper beim Fotografieren leicht verzerrt. Diesen Effekt machen sich viele Star-Fotografen (und Paparazzi) zunutze. Also leider gilt auch hierbei: Nicht alles glauben, was Sie auf Fotos sehen… 😉 Aber bestimmte grundsätzliche Dinge lassen sich natürlich schon erkennen.

      Dass Sie Ihre Kleidung selbst nähen, finde ich klasse! Ich greife auch gerne zu Nadel und Faden (bzw. Nähmaschine), wenn ich mal wieder ein bestimmtes Kleidungsstück brauche, dieses aber leider im Geschäft nicht in passender Ausführung finden kann. Hätte ich mehr Zeit, würde ich noch mehr nähen… Derzeit stecke ich diese Zeit aber lieber in die Modeflüsterin 🙂 und treffe hier auf so viele gleichgesinnte Frauen wie Sie – wunderbar!

      Es grüßt Sie ganz herzlich
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  7. Stephanie, das Thema Stilberatung finde ich äußerst spannend und Deine Themen sehr fundiert.
    Ich gehöre nicht zu der Gruppe, die sagt “ich trage, was ich will und was mir gefällt”, sondern finde, dass das nur ein Punkt bei der Auswahl meiner Garderobe sein sollte. Gefallen natürlich, aber ebenso sollte mir das Teil stehen, gut passen, meiner Figur nach Möglichkeit schmeicheln und meinen Typ unterstreichen.
    In diesem Beispiel machen die Blazer- und Rocklänge tatsächlich einen Riesenunterschied!

    LG
    Annette | Lady of Style

    • Modeflüsterin

      Liebe Annette,

      habe gerade erst Deinen lieben Kommentar im Spam-Ordner entdeckt! Wie konnte das passieren? WordPress hält doch immer wieder Überraschungen bereit… Bitte melde Dich bei mir, sollte einmal wieder einer Deiner Kommentare nicht auf meinem Blog erscheinen. Hoffe jedoch, das bleibt ein Einzelfall…

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  8. Hallo liebe Frau Grupe,

    zur Zeit meinen Sie es echt gut mit A-Frauen 😉 Und das freut mich sehr!
    Ich habe zwar bereits 2 Stilberatungen hinter mir, aber mir fehlt noch der analytische Kleidungsblick, den Sie haben.

    Der Beitrag hat mich als Anfängerin etwas verunsichert. Konkret geht es um:
    – Zu Punkt 1:
    Kann es sein, dass die Proportion der Oberteillänge je nach Unterteil variiert? Um einen harmonischen Übergang zu schaffen, lasse ich Oberteile immer kurz vor der rundesten Stelle enden. Seltsamerweise ist das aber immer verschieden, je nachdem ob ich einen Rock oder eine Hose trage. Kann es daran liegen, dass ein A-Linien-Rock die Hüfte nicht so gedrungen erscheinen lässt wie eine Hose? Mittlerweile kaufe ich Tshirts immer zweimal um sie in verschiedenen Längen zu tragen.

    – Zu Punkt 2:
    Warum lässt ein längerer Rock die Beine länger wirken? Es heißt doch immer, dass z.Bsp Hotpants u. Miniröcke lange Beine machen, weil der Saum die Beine erst ganz oben “unterbricht” und so die volle Beinlinie zur Schau stellt.

    – Zu Punkt 3:
    Im Beitrag “So trägt der A-Figur-Typ florale Muster” schreiben Sie, dass das Bustierkleid mit dem weiten schwarzen Unterrock gut für A-Frauen geeignet sei. Worin besteht nun der Unterschied zu der Stofffülle bei dem Blümchenrock? Sollten A-Frauen also eher keine flatterigen, lockeren Stoffe an der Hüfte tragen?
    (Hintergrund: Ich dachte immer, dass “hüftumspielend” eine flatterige Passform bedeutet, sehe aber in Ihrem Beispiel, dass ein anliegender Rock besser ist. Das würde aber bedeuten, dass ich von dem Bustierkleid eher Abstand halten sollte, oder?)

    – Zu Punkt 5:
    Sie schreiben, dass hier ein halsferner Ausschnitt besser ist. Im Beitrag “So machen Ausschnitt-Formen schlank” steht, dass ein breiter und halsnaher Ausschnitt für A-Figuren geeignet ist. Liegt es bei diesem Beispiel am Blazer, dass die A-Frau besser einen tieferen Ausschnitt tragen sollte?

    Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, wenn ich Ihren Artikel hinterfrage. Ich bin begeistert von Ihrem Blog und freue mich auf jeden neuen Beitrag. Es ist nur so, dass ich mich etwas abmühe, diesen Blick für die Proportionen zu bekommen. Da brauche ich leider noch Krücken 🙂

    Beste Grüße und Ihnen einen schönen Abend!

    Mary O

    • Modeflüsterin

      Liebe Mary O,

      schön, Sie wieder hier zu treffen bzw. zu sprechen! Es scheint, dass Sie sehr intensiv an Ihrem Stil arbeiten und natürlich entstehen dabei viele Fragen. Mal sehen, ob ich diese alle befriedigend beantworten kann:

      1. Ja, es gibt nicht nur die eine Stelle, an der Oberteile enden “dürfen”, sondern immer mehrere Möglichkeiten, je nachdem welche Rock- und Hosenform Sie tragen und welche Figur Sie haben. Auch wenn das Thema recht komplex ist, versuche ich immer, das ganze auf einfache Regeln zu reduzieren – was natürlich nicht immer alle tatsächlichen Styling-Möglichkeiten umfasst. Also vereinfacht ausgedrückt (und nur für Nicht-Model-Figuren gültig): Ein Oberteil sollte nie an einer Stelle enden, an der der Körper sehr kräftig gebaut ist oder an der durch ein anderes Kleidungstück bereits viel Volumen vorhanden ist. Für die A-Figur bedeutet das, dass Oberteile möglichst nicht in der Hüftzone enden sollen. Aber oberhalb dieser breitesten Zone und auch unterhalb ist vieles möglich. Wo bei einem bestimmten Outfit ein guter Punkt für den Saum des Oberteils ist, entscheidet dann tatsächlich, wie der Rock oder die Hose geschnitten ist und wo dadurch eine möglichst schlanke Zone entsteht. Wenn also Ihre Oberteile nie an der rundesten/stärksten Stelle enden, ist das auf keinen Fall verkehrt 🙂

      2. Der Eindruck von langen Beinen entsteht, wenn das Auge zwischen zwei Orientierungspunkten am Körper – also beispielsweise die Taille und das Knie oder der Schritt und der Boden oder der Rocksaum und der Boden – eine lange vertikale Strecke ausmachen kann. Diese kann auf ganz unterschiedliche Weise entstehen: Beispielsweise bei Hotpants, indem das ganze Bein, vom Schritt bis zum Boden, für das Auge zu sehen ist. Aber Vorsicht: Der Saum von Hotpants schneidet die Oberschenkel an der stärksten Stelle ab und lenkt den Blick auf den Oberschenkel-Umfang! Und: Die Beine müssen auch tatsächlich recht lang und schlank sein, damit die Optik funktioniert 🙁 In dem obigen Beispiel wird eine längere vertikale Strecke zwischen Taille und Knie kreiert und somit ein längeres Bein vorgetäuscht. Dabei fängt der Rock an einer schlanken Stelle an (Taille) und hört an einer schlanken Stelle auf (unterhalb des Knies). Das ist vorteilhaft. Es müssen also immer die horizontalen und vertikalen Linien in die Betrachtung einbezogen werden.

      3. In diesem Punkt haben Sie mich ertappt: Das Bustierkleid ist von der Rockform nicht optimal für den A-Figurtyp geeignet. Ich wollte daran nur verdeutlichen, dass ein Bustier-Oberteil, ein Muster, das vom Oberteil bis kurz über die Hüftlinie reicht, eine schmaler Gürtel, der die Taille akzentuiert und ein schwarzer Rock günstig für den A-Typ sind. Leider habe ich dazu damals zur Visualisierung kein zu 100 Prozent passendes Kleid gefunden, das auch noch die optimale Rockform aufweist. Viel besser wäre das kleid natürlich mit einer geraden Rockform oder einem leichten Glockenrock – sorry für die Verwirrung! Als “hüftumspielend” meine ich eine Passform, die weder zu viel, noch zu wenig Volumen hat. Also: Weder Presswurst, noch angereihter, super weiter Tellerrock, sondern einen figurnahen Fall es Stoffs, ohne einzuengen oder an den Kurven festzukleben. Ist das einigermaßen verständlich? Es ist schwierig, den Fall von Stoffen nur mit Worten zu beschreiben… ich hoffe, es hat geklappt.

      4. Die Ausschnitt-Empfehlung ist keine Muss-, sondern eine Kann-Regel. Die Frau mit A-Figur ist eine der wenigen Frauen, die überhaupt hoch geschlossene Ausschnitte tragen kann, da ihr Oberkörper so schmal und ihr Busen nicht zu groß ist. Sie muss aber nicht. Möchte sie das Dekolleté betonen oder Ihren Oberkörper etwas kürzer erscheinen lassen, sind auch tiefere Ausschnitte geeignet. Insgesamt ist es für die A-Frau immer wichtig, auch eine gewisse Ausschnitt-Breite herzustellen, um ihre Schulterlinie zu betonen. In diesem Fall übernimmt aber der Blazer die Schulterbetonung. Falls dieser ausgezogen wird, wäre dann – hoffentlich – ein tiefer und breiter Rundhalsausschnitt zu sehen 😉

      So, ich hoffe, jetzt ist alles für Sie ein wenig klarer geworden. Komposition und das Spiel mit Linien, Flächen, Proportionen und Silhouetten ist ein komplexes Thema und es gibt nicht immer nur eine Lösung. So einfach das wäre, so schade wäre es doch, wenn die modische Vielfalt verschwinden würde… Dennoch werde ich mich immer wieder darum bemühen, komplexe Sachverhalte in einfache Regeln zu gießen – wohl wissend, dass es in Wirklichkeit oft nicht ganz so einfach ist…

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  9. Genial! Ich schaue mir die Illustrationen immer wieder an und tatsächlich: die Figur ist unverändert, wirkt aber wesentlich schmaler. Was das Ankleiden mit Köpfchen bewirken kann, toll!
    Eine große Bewunderin Ihres Blogs,
    Irma

    • Modeflüsterin

      Hallo Irma,

      ja, ich finde es auch immer wieder faszinierend, wie man mit Mode zaubern kann… Herzlichen Dank für Ihre Begeisterung für meinen Blog!

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  10. Hallo,
    vielen Dank für die überzeugende Illustration.
    Ich habe mir einiges dabei abgeschaut, komme aber an einem Punkt in einen Interesse-Konflikt. Wer einen kleinen Bauch verstecken will, sollte das Oberteil nie in den Bund stecken, schreiben Sie an anderer
    Stelle. Bei diesem Beispiel ist das Oberteil im Bund aber sehr schön für die Proportionen insgesamt – wie würden Sie entscheiden? 😉
    Bee

    • Modeflüsterin

      Hallo Bee,

      ja, das ist tatsächlich ein Konflikt. Da hilft alles nichts: Sie müssen Prioritäten setzen. Es kommt darauf an, welche Proportionen Sie am dringendsten optisch verändern wollen.
      Um möglichst lange Beine zu bekommen, hilft ein hoher Bund und ein Top, das Sie in den Bund stecken – oder natürlich ein geschickter Lagen-Look mit einem kürzeren Kleidungsstück als äußerste Lage… (der Lagen-Look ist ein Kapitel für sich, dazu müsste ich dann wohl noch einen weiteren Blogpost schreiben).
      Wenn Sie hauptsächlich ein Bäuchlein kaschieren wollen, ist ein Top, das unauffällig über dem Bund getragen wird, meistens besser. Warum meistens? Weil es durchaus kleine Bäuchlein unterhalb der Gürtellinie gibt, die sich mit dem richtigen Rockschnitt (Hüftpassen, Teilungsnähte etc.) und einer etwas festeren Stoffqualität bzw. doppellagig verarbeitetem Stoff oder Bauch-weg-Slips noch ganz gut kaschieren lassen. Gerade beim A-Figurtyp ist eine solche Bauchform sogar recht häufig. Und: Wenn Sie als äußerste Schicht eine taillierte Jacke, Blazer, Weste oder offene Bluse darüber tragen, ist das Bäuchlein auch bei eingestecktem Top weit weniger auffällig.

      Hier zeigt sich wieder: Es gibt viele Varianten und Kombinationen, die – je nach spezifischer Figur und Vorlieben – besser oder schlechter sein können. Absolute Regeln nach dem Motto “Richtig-Falsch” gibt es leider selten, aber viele Formeln nach dem Prinzip “Wenn, dann besser…”. Jetzt hoffe ich natürlich, dass Sie Ihre passende Formel bald finden!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  11. Was für ein genialer Blog!

    Ich habe eine typische A-Figur, mit der Ausnahme, dass meine Beine nicht kurz sind. Statt dessen habe ich ein hohes Becken bzw. einen kurzen Bauch. Ich trage daher immer einen BH (auch wenn ich das nicht müsste), weil mir der den Busen bisschen raufschraubt.
    Finde daher Taillenröcke nicht gut, weil sie meinen Oberkörper noch weiter verkürzen.
    Außerdem trage ich unheimlich gern gerade geschnittene Röcke (die dann an meinen Kurven fast bleistiftig werden) – ich empfinde diesen Schnitt schlanker als A-Linie. Außerdem mag ich meine Kurven und zeige sie auch gern.
    Außerdem gehen alle meine Röcke bis Mitte Oberschenkel. Eine Handbreit überm Knie (oder gar unterm Knie) finde ich unvorteilhaft an mir und kann gar nicht sagen, warum.

    Also ich finde, dass nicht alle Tipps für A-Figuren an meinem Körper funktionieren und habe das Gefühl, dass es einerseits an meinem kurzen Oberkörper (bzw. eigentlich hohen Becken) und andererseits an meiner Körpergröße (155) liegen könnte.

    Fällt Ihnen dazu etwas ein?

    • Modeflüsterin

      Hallo Tordis,

      erst einmal vielen Dank für Ihr tolles Feedback! Als A-Figur mit langen Beinen sind Sie eine Ausnahme und keine ganz typische A-Frau. Denn das etwas breitere Becken wird bereits durch die lange vertikale Linie ihrer Beine ausgeglichen und sind viele der Tipps für A-Frauen für Sie nicht mehr relevant. So wie Sie das schildern, ist tatsächlich Ihr kurzer Oberkörper bzw. die kurze Taille die größte proportionale Verschiebung an Ihrem Körper. Gerade habe ich einen Beitrag über Frauen mit langen Oberkörper und kurzen Beinen geschrieben. Wenn Sie einfach genau das Gegenteil der darin enthaltenen Tipps machen, müssten da viele Tipps für Sie dabei sein 😉
      Ihre bevorzugte Rocklänge hängt wahrscheinlich weniger mit der A-Figur und mehr mit Ihrer Körpergröße zusammen. Es gibt dazu eine Faustregel: Je kleiner eine Frau, desto kürzer die Rocklänge. Und dass Sie Ihre Kurven gerne betonen, finde ich Klasse! Wenn Sie sich so wohl fühlen, spricht nichts dagegen!
      Demnächst werde ich einen Beitrag über Frauen mit kurzem Oberkörper schreiben. Da wird dann sicherlich Einiges für Sie dabei sein…

      Bis dahin herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      • Vielen Dank für Ihre Antwort! Die Rocklänge habe ich erst durch try/error und Fehlkäufe rausfinden können und habe nie bedacht, dass es an der Körpergröße liegen könnte.
        Dann warte ich geduldig auf den Beitrag über den kurzen Oberkörper. Das ist ein Problem, über das ich sonst im Netz nichts finden kann. Ob das denn so selten ist?

        • Modeflüsterin

          Hallo Tordis,

          darüber, wie häufig Frauen kurze Taillen oder kurze Oberkörper haben, kenne ich leider keine Zahlen. Ich glaube, die meisten Frauen beschweren sich nicht über einen kurzen Oberkörper, da es zugleich bedeutet, dass sie besonders lange Beine haben. Und das wiederum ist bei unserem heutigen Schönheitsideal ja kein Nachteil… 😉

          Wir werden sehen, wie viel Resonanz der entsprechende Beitrag haben wird.

          Einstweilen herzliche Grüße von
          Stephanie alias die Modeflüsterin

  12. Wirklich schöne Tipps – und leicht nach zu stylen. Wenn man darauf achtet wird es einem wirklich klarer – sehr schön auch von den Zeichnungen! Ganz liebe Grüße aus München, Vanessa <3

    • Modeflüsterin

      Hallo Vanessa,

      vielen lieben Dank für Ihr positives Feedback!

      Und ebenfalls herzliche Grüße nach München von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  13. Liebe Frau Grupe,

    ich danke Ihnen herzlich für die ganzen wertvollen Ratschläge, die mir sehr geholfen haben! Nun wollte ich Sie fragen, wie Sie die Idee fänden, uns Birnen mit ein paar Ideen zur kälteren Jahreszeit auszuhelfen. Wenn die Pullis gröber und die Mäntel dicker werden, finde ich es sehr schwer, meine Figur nicht versinken zu lassen, insbesondere, wo ich mit 1,65m nicht besonders groß bin. Auch die Wahl passender Schuhe fällt mir sehr schwer, am liebsten trug ich immer derbe Stiefel zu ansonsten eher femininen Outfits, nun bin ich diesbezüglich aber sehr verunsichert. Ich bin daher für jeden Tipp dankbar. Viele Grüße und besten Dank!

    • Modeflüsterin

      Liebe Tinka,

      es freut mich, dass Sie Hier schon einige Tipps für Ihre A-Figur mitnehmen konnten!
      Ihre Anregung, auch einmal Tipps für Winter-Outfits für den A-Typ zu geben, habe ich in meine Themen-Sammlung aufgenommen. Dort warten derzeit leider schon über 100 Fragestellungen meiner Leserinnen… Diese werde ich Stück für Stück aufgreifen und behandeln. Etwa ab Mitte September werde ich mich der neuen Herbst-Winter-Saison widmen. Da werden dann sicherlich schon die ersten Tipps auch für die A-Figur dabei sein.
      Vielleicht einen Tipp vorab für Sie: Wenn Sie zu grobe Schuhe tragen, akzentuieren Sie die Schwere Ihrer Beine zusätzlich. Besser wäre es, auf schlichte (keine auffälligen Dekos, Riemchen, Schnürungen, Steppungen, Farben etc.) Schuhe in der Farbe Ihrer Hose, Ihres Rocks oder Ihrer Strumpfhose auszuweichen. Diese sollten – falls möglich – immer etwas Absatz haben. Dabei gilt es besonders, weder zu klobige, noch zu zierliche Proportionen zu wählen. Ein mittelbreiter Blockabsatz, spitze oder mandelförmige Schuhkappen sind immer eine gute Wahl.
      Für kleine Frauen wird es hier schon in den nächsten Wochen ganz viele Tipps geben, wie sie größer wirken können. Das wäre dann für Sie wahrscheinlich auch interessant. Dazu kann ich Ihnen auch vorab einen Tipp geben: Als A-Figur können Sie etwas mehr Volumen am Oberkörper vertragen, solange Ihre Taille noch gut sichtbar ist. Andererseits müssen Sie als kleinere Frau mit Volumen insgesamt sehr vorsichtig sein. Das bedeutet: Feinstrick geht immer, aber auch mitteldicke Strickwaren sind für den A-Typ am Oberkörper noch tragbar. Auf Grobstrick würde ich ganz verzichten. Ich hoffe, das hilft Ihnen schon ein bisschen weiter!

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  14. Ich bin zwar kein A Typ, aber hätte da auch eine dringliche Frage bezüglich Längenendung eines Shirts je nach Figurtyp und Größe.
    Weil irgendwie bin ich jetzt etwas verwirrt ;-), jedenfalls bin ich ein Mischtyp aus Y + O und dazu mit 1,66 m auch eher klein + Übergewicht mit Größe 46 obenrum – untenrum 44.
    Aufgrund meiner Figur und Größe dachte ich immer, wäre es am Besten ein Oberteil meistens kurz nach meiner dicksten Stelle – also Unterbauch – enden zu lassen.
    Weiter oben wäre blöd, dann würde es mitten auf meinem Bauch enden und diesen betonen, arg viel länger würde mir ordentlich Beinlänge nehmen (so lang sind die nicht, wenn auch relativ schlank im Vergleich zu oben + kleiner Po) und mich optisch noch kleiner und dadurch oben noch gedrungener wirken lassen.

    Was wäre da jetzt richtig ? Ich dachte so gefühlstechnisch läge ich da bei mir jetzt richtig….zu Hülfe 😉 bitte.
    Danke!
    LG, Josi

    Jetzt habe ich aber bei Ihnen gelesen, das ein Oberteil nicht kurz nach der dicksten Stelle enden sollte

    • Modeflüsterin

      Liebe Josi,

      wo das Oberteil idealerweise enden sollte, ist eine Figurfrage, aber auch eine Sache der vertikalen Proportionen. Dazu kann ich Dir leider auf diesem Weg keinen Tipp geben. Das wäre eine Sache für eine individuelle Stilberatung. Vielleicht gönnst Du Dir einmal eine?

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      • Wäre eine Überlegung wert ;-), aber dann bin ich ja beruhigt, das man es nicht grundsätzlich festlegen kann.

        Lieben Dank,
        Josi

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