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Sommer im Büro: 6 Fashion-Tipps für heiße Business-Tage

Bedeckt, trotzdem luftig und mit viel Struktur im Schnitt: So sieht weibliche Bürokleidung mit Klasse aus.

Bedeckt, trotzdem luftig und mit viel Struktur im Schnitt: So sieht weibliche Bürokleidung mit Klasse aus.

Jetzt ist er also endlich da, der Sommer in Deutschland. Für alle, die nicht die Möglichkeit haben, die heißesten Tage am See oder am Meer zu verbringen, kann Business-Kleidung in diesen Tagen schnell zur Herausforderung werden. Denn es ist gar nicht so einfach, sich sommerlich zu kleiden und dennoch am Schreibtisch, im Meeting oder bei der Präsentation einen professionellen Eindruck zu machen. Dank der zahllosen Sommertage, die ich bei brütender Hitze im Büro, bei Kundengesprächen oder auf Konferenzen zubringen durfte, habe ich mit den Jahren meine eigene Strategie entwickelt, wie ich meine Job-Outfits anpasse. Diese Erfahrung habe ich für Sie in 6 Fashion-Tipps für heiße Business-Tage zusammengefasst. Und los geht’s:

1. Bleiben Sie professionell, indem Sie niemals zu viel Haut zeigen!

Das ist wohl die größte Falle für Business-Outfits schlechthin: Die Versuchung, der Hitze mit Kleidung zu begegnen, die mehr Haut zeigt, als gut für Sie oder Ihr berufliches Fortkommen ist. Vermeiden Sie unbedingt einen zu tiefen Ausschnitt, einen zu kurzen Rock, zu offene Schuhe. Ich denke, wenn Sie mode-interessiert sind, müssen wir nicht über die Angemessenheit von Spaghetti-Trägern, Shorts oder Flip-Flops im beruflichen Alltag sprechen (falls doch: Lassen Sie es!). Dazu kommen relativ häufige – und meist ungewollte – Fauxpas, wie zu viel Transparenz oder BH-Träger sowie andere Teile Ihrer Unterwäsche, die hervorblitzen. Was aber nicht immer bekannt ist: Auch ärmellose Looks, Beine ohne Strümpfe, eine Rocklänge, die kürzer als eine Handbreit über dem Knie ist, oder Schuhe, die die Zehen zeigen, sind in so manchem konservativen Business-Umfeld verpönt. Wenn Sie sich unsicher sind, was noch o.k. ist, dann orientieren Sie sich in diesen Details an den weiblichen Führungskräften in Ihrem Unternehmen!

2. Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung zwar lockerer sitzt, aber trotzdem strukturiert ist!

Struktur ist das A und O für Business-Kleidung. Auch wenn es im Sommer bequemer ist, dass der Stoff etwas lockerer am Körper fällt, so sollte dies nicht auf Kosten von Form und Schnitt gehen. Details, die einem Kleidungsstück Struktur geben, sind beispielsweise Hemdkragen mit Steg, Reverskragen, leichte Schulterpolster oder Schulterpassen, Brust- oder Pattentaschen, Wiener Nähte, Brustabnäher, sonstige Teilungsnähte, Knopfleisten, Besätze, Manschetten, sorgfältig gelegte und platzierte Falten oder Drapierungen, ein angesetzter Formbund, formende Rockbahnen und Vieles mehr. Oft sind es Eigenschaften, die aus der Herrenmode übernommen wurden, die ein Kleidungsstück business-tauglich machen. Achten Sie auch bei locker sitzender Kleidung auf solche Details und Sie werden immer „angezogen“ wirken.

Raffiniert gelegte Falten am Bund geben dem Rock mehr Weite und Struktur, eine hochgeschlossene Bluse mit Manschetten-Bündchen in neutralem Weiß erdet das auffällige Muster.

Raffiniert gelegte Falten am Bund geben dem Rock mehr Weite und Struktur, eine hochgeschlossene Bluse mit Manschetten-Bündchen in neutralem Weiß erdet das auffällige Muster.

3. Meiden Sie alles, was zu weiblich, sexy oder aufdringlich wirkt!

Natürlich sollen Sie sich auch im Job weiblich fühlen und kleiden, wenn das Ihr Stil ist. Aber hier geht es darum abzuwägen, wann zu viel weibliches Schischi oder gar Sexyness Ihrer Karriere abträglich ist. Gerade im Sommer werden viele Kleider angeboten, die Rüschen, Volants, lange wallenden Röcke, Spitze, transparente Stoffe und auffällige Blumenmuster aufweisen. Eine allgemein gültige Regel gibt es zwar nicht, aber ich würde Ihnen raten, einfach auf alles zu verzichten, was sich zu viel und unkontrolliert bewegt oder klimpert, was auch in der Dessous-Abteilung oder bei weiblicher Kinderkleidung reichlich zu finden ist und was die Aufmerksamkeit von Ihrem Kopf zu sehr ablenkt. Das gilt auch für Schmuck und Accessoires. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Und wenn es dann doch mal das auffälligere Blüten-Dekor oder die Knallfarbe sein muss, dann gießen Sie diese Stoffe in ganz klassische, strenge Schnitte und kombinieren Sie sie mit neutralen Farben – und schon ist wieder alles ganz zahm…

4. Luftig leichte Kleider, Röcke und Blusen gehören in den Erste-Hilfe-Kasten der sommerlichen Business-Kleidung

Wenn Sie alles bedeckt halten, dabei aber Struktur zeigen und Hitzestau vermeiden wollen, sind leichte Kleider, Röcke und Blusen Ihre beste Wahl. Besonders einige Kleider-Klassiker lohnen sich im Sommer: Das recht körpernahe Etuikleid können Sie mit einem luftigeren Hemdblusenkleid, einem Wickelkleid oder einem A-Linien-Kleid ergänzen. Wählen Sie dazu einen Schnitt, der Ihrem Figurtyp schmeichelt. Mit der richtigen Armlänge, einem vorteilhaften Ausschnitt und einer für Sie passenden Rockform und -länge haben Sie schon gewonnen. Das Gleiche gilt für den zeitlosen Klassiker Bleistiftrock. Diesen können Sie im Sommer mit leichteren Stoffen, helleren Farben oder Mustern einsetzen. Oder Sie greifen zu den luftigeren Alternativen: Der A-Linien-Rock, der gerade Rock mit Kellerfalte vorne, der leichte Glockenrock, der Rock mit Godetfalten, der am Bund angereihte Rock oder der Wickelrock. Auch Blusen dürfen im Sommer etwas lässiger sein und locker fallend über schmalen Hosen oder Röcken getragen werden.

Mode-Kombi für den Job-Alltag im Sommer: Eine Halbarm-Bluse in luftiger A-Linien-Form wird mit einer schmalen Bügelfalten-Hose und Pumps büro-tauglich.

Mode-Kombi für den Job-Alltag im Sommer: Eine Halbarm-Bluse in luftiger A-Linien-Form wird mit einer schmalen Bügelfalten-Hose und Pumps büro-tauglich.

5. Sommerliche Stoffe machen auch Blazer, Cardigan und Co. erträglich

Entscheidend für Ihr Wohlgefühl im sommerlichen Büro sind die Stoffe, die Sie tragen. Vermeiden Sie unbedingt synthetische Materialien und bevorzugen Sie natürliche Stoffe aus Baumwolle, Seide, Leinen, Kaschmir, Cool Wool oder Mischungen daraus. Während die meisten Kunstfasern einen Hitzestau am Körper produzieren und die Feuchtigkeit nicht nach außen transportieren, sorgen natürliche Materialien für ein angenehmes Trage-Klima. Blazer, Strickjacken und lange Hosen werden so sommer-tauglich. Einzige Ausnahme: Auch hochwertige Viskose besitzt ein sehr angenehmes Tragegefühl. Testen Sie, ob diese eventuell für schlichte T-Shirts, fließende Wickelkleider oder lässig fallende Hosen für Sie in Frage kommt. Bei Blazern sollten Sie zudem darauf achten, dass die Sommer-Variante nicht oder nur halb gefüttert ist.
Damit leichte Stoffe nicht durchscheinen, sind geeignete Unterwäsche, Unterkleider oder Hemdchen notwendig. Schaffen Sie die nötige formende oder blickdichte „Grundlage“. Dazu sind Seide, feinste Baumwolle, Mikrofaser und Elasthan Ihre besten Freunde.

Tipp: Schwitzen im Büro

Und noch ein Tipp zum heiklen Thema Schwitzen: Weiß und Schwarz sind die Farben, auf denen Schweißflecken am wenigsten zu sehen sind. Aber auch kleine kontrastreiche Muster lenken von nassen Stellen ab. Bei farbiger Kleidung helfen schützende Pads, die man in der Kleidung unter den Armen einklebt und in jeder Drogerie zu kaufen sind. Das Problem: Auf manchen Stoffen hinterlässt Schweiß hässliche Flecken, die mit der Reinigung nicht zu entfernen sind. Ganz zu schweigen davon, dass Schweißgeruch aus vielen Materialien nicht durch chemisches Reinigen verschwindet. Achten Sie daher besonders bei Sommer-Kleidung darauf, dass Sie die Kleidungsstücke waschen können – wenn auch nur mit der aufwändigen Handwäsche. 

6. Zeigen Sie Ihre Job-Klasse bei Schuhen und Accessoires!

Ob Sie das wollen oder nicht – bei Business-Kleidung geht es auch darum, seinen beruflichen Status zu zeigen. Neben hochwertigen Stoffen und guten Schnitten können Sie dies vor allem durch die Auswahl Ihrer Accessoires und Ihrer Schuhe umsetzen. Dass hochwertige Leder-Gürtel und Handtaschen einem Business-Kleid den würdigen Abschluss verleihen, dürfte klar sein. Gerade im Sommer lohnt es sich zudem, den Modeschmuck durch dezenten Echtschmuck auszutauschen. Denn Schweiß kann Modeschmuck schädigen, so dass er nicht mehr tragbar wird oder hässliche Flecken auf Haut und Kleidung hinterlässt. Edles Schuhwerk ist der dritte Verbündete, wenn es um Statussymbole bei Büro-Outfits geht. Kaufen Sie die beste Qualität, die Sie sich leisten können. Während Pumps immer noch die beliebtesten Büro-Klassiker sind, gibt es für den Sommer auch hier luftigere Alternativen: Sehen Sie sich beispielsweise nach hochwertigen Slingbacks oder den so genannten Deux Pieces um – das sind Pumps, die nur eine Fersen- und eine Zehenkappe besitzen und dazwischen sehr tief, bis zur Sohle, ausgeschnitten sind. Damit zeigen Sie diejenige sommerlich-luftige Klasse, die auch von Chefinnen und Chefs goutiert wird.

So, jetzt kennen Sie meine wichtigsten Fashion-Tipps, um auch im sommerlichen Büro möglichst cool zu bleiben. Vielleicht haben Sie ja noch weitere Tipps und Anregungen, die Sie mit den Leserinnen der Modeflüsterin teilen möchten? Dann freue ich mich über Ihre Kommentare und Ergänzungen! Und natürlich über Ihre Weiterempfehlung an Freundinnen und Bekannte…

Autor: Modeflüsterin

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).

8 Kommentare

  1. Fischer, Renate

    21/07/2013 @ 21:53

    Hallo Stefanie, ich freue mich jede Woche auf Ihren neuen Beitrag im Blog! Auch der heutige ist wieder so nah an der Realität, wie man es in kaum einem anderen Modeblock findet! Alles ist nachvollziehbar und anwendbar. Auch wenn ich nicht mehr im Berufsleben stehe, sind für mich wieder tolle Tips bzw. Bestätigungen von bereits Bekanntem dabei!

    LG
    Renate

    Antworten
    • Modeflüsterin

      22/07/2013 @ 10:58

      Hallo Renate,

      herzlichen Dank für Ihren Zuspruch! Das tut so richtig gut und ich freue mich immer, wenn möglichst viele Tipps für Sie dabei sind!

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  2. Liebe Stephanie,

    vor ein paar Wochen bin ich beim abendlichen „stöbern“ auf Ihren Blog gestossen und möchte Ihnen jetzt einmal ein herzliches Danke aussprechen!

    Ihre Seite ist eine wahre Wohltat und Freude.

    Im Gegensatz zu manch anderen „Veröffentlichern“ empfinde ich Ihre Seite als eine wirkliche Bereicherung für mich und mein Leben mit Mode.
    Ihre klugen Ratschläge, Ihr Wissen „wie-frau-es-richtig-macht“ -einfach toll!
    Auch dass Sie Ihre Tipps in den Mittelpunkt stellen und nicht sich selbst (wie man es meistens zu lesen bekommt) empfinde Ich als so angenehm und respektvoll Ihren Leserinnen gegenüber, wirklich klasse.

    Ihre Tipps für ein stilvolles Sommer-Büro-Outfit sind sehr gut.

    Ich arbeite in einem technischen Beruf und bin als einzige Frau umzingelt von Männern, die Mode mit „anziehen“ gleichsetzen.

    Als ich diese Tage ein ärmelloses Kleid mit einer kurzen Jacke kombinierte (mit über 40 und einer Kleidergrösse von 44 eine vernünftige Wahl, denke ich) hat mir ein Kollege doch tatsächlich angeboten „wenn mir bei den 30 Grad kalt wäre, könne er mir auch noch seine Jacke leihen…!
    Ich musste wirklich lachen.

    Jetzt freue ich mich über Ihre kommenden Beiträge, und würde gerne noch eine Frage stellen.

    Ich habe mir ein Etuikleid gekauft, dass endlich einmal zu meinem Figurtyp passt (ich bin eine Mischung aus A und X-Typ).
    Das Kleid ist wirklich toll, das einzige was mich stört ist der Ausschnitt, bzw. eben das fehlen desselbigen…!
    Bei meinem schönen Dekollete sieht ein Ausschnitt einfach besser aus und macht mich schlanker.

    Da ich aber mit Änderungsschneiderei noch keine Erfahrung habe, meine Frage an Sie:

    Kann ich bei einem Etuikleid nachträglich einen Ausschnitt schneidern lassen? Oder zerstört das das Kleid?
    Wenn ja, welche Ausschnittform? Dazu muss ich ergänzen, dass das Kleid bis zu Hüftbeginn Streifen in beige, schwarz und fuchsia hat, und danach uni schwarz ist, was meine breiten Hüften in den Hintergrund treten lässt.
    Über einen Rat würde ich mich sehr freuen!

    Viele Grüsse von einer begeisterten Zuhörerin einer flüsternden Modeexpertin
    Ihre Doris

    Antworten
    • Modeflüsterin

      28/07/2013 @ 14:25

      Liebe Doris,

      Ihr tolles Lob macht mich fast etwas verlegen… aber ich freue mich, wenn mein Blog genau so ankommt, wie er gedacht war. Und das geht aus Ihren Worten hervor :-)

      Zu Ihrer Frage: Ja, der Ausschnitt Ihres Etuikleides lässt sich nachträglich in Wunschform bringen. Das sollte aber eine Schneidermeisterin machen und keine „normale“ Änderungsschneiderei. Denn das Wichtige – neben der richtigen Form – ist es, dass die Kanten exakt gearbeitet werden und mit einem Besatz zum Verstürzen versehen werden, der sich wiederum in das Innenleben des Stücks (ist es gefüttert?) perfekt einfügt. Das kann nur ein wirklicher Fachmann/-frau oder eine sehr versierte Näherin.

      Zur Ausschnitt-Form: Haben Sie schon den Beitrag „So machen Ausschnitt-Formen schlank“ gelesen? Darin finden Sie ganz viele Hinweise, welche Ausschnittformen für Sie in Frage kommen. Das hängt davon ab, ob Sie (als Mischung zwischen A- und X-Typ) einen großen Busen mit schmaleren Schultern oder einen mittleren/kleinen Busen mit breiten Schultern haben. Für den Ausgleich breiter Hüften sollte der Ausschnitt eher breit sein, wie dies beispielsweise bei U-Boot-Ausschnitten der Fall ist (bei kleinem Busen). Für einen größeren Busen benötigt er zudem eine gewisse Tiefe, so dass beispielsweise Herz-, Karree-, breite Rundhals- oder V-Ausschnitte in Frage kommen. Haben Sie eine eher runde Kinnlinie, rate ich zu eckigen Ausschnitten, bei spitzem Kinn – die typische Herz-Gesichtsform – sind runde Ausschnitte besser. Hilft Ihnen das weiter?

      Ich wünsche Ihnen noch viel Erfolg bei Ihrem Änderungsprojekt und ganz viel Freude an Ihrem neuen Etuikleid!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
      • Liebe Stephanie,

        Herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort.
        Mein Lob über Ihre wirklich tolle Seite ist wirklich von Herzen gemeint!

        Ich werde Ihren Blog in meinem Freundinnenkreis weiterempfehlen, wir sind alle „normale“ Frauen mit Stärken und Schwächen.

        Nun werde ich mich auf die Suche nach einer guten Schneiderin begeben.
        Spannend, denn über diese Option habe ich noch nie nachgedacht.

        Liebe Grüsse
        Doris

        P.S
        Ich liebe Ihre Zeichnungen!

        Antworten
  3. Hallo Stephanie,

    erstmal möchte ich mich all den Komplimenten anschliessen. Dein Blog ist wirklich gold wert! Ich versuche schon seit einiger Zeit meine Figur zu analysieren und in deinem Blog sind wunderbare Tipps.
    In diesem Beitrag bin ich über das lila Kleid ganz am Anfang gestolpert. Es geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Da es wohl ziemlich aussichtslos sein wird, genau dieses Kleid irgendwo zu finden, würde ich mich selbst daran probieren. Ich nähe nicht perfekt, aber es macht mir viel Spaß. Hat der Stil einen bestimmten Namen oder hast du vielleicht Tipps für Schnittmuster oder kannst selbst eines herstellen?

    Liebe Grüße,
    Marie

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