4 Fashion-Tricks wie Sie den Komplett-Look in Weiß interessanter und schlanker stylen

Queen Latifah macht beim Weiß-Look alles richtig: Ein figurnaher Ein-Knopf-Blazer zusammen mit einer gerade geschnittenen Hose mit Bügelfalte machen die Silhouette lang und schlank, das graue Top mit Wasserfall-Ausschnitt lenkt den Blick nach oben.

Queen Latifah macht beim Weiß-Look alles richtig: Ein figurnaher Ein-Knopf-Blazer zusammen mit einer gerade geschnittenen Hose mit Bügelfalte machen die Silhouette lang und schlank, das graue Top mit Wasserfall-Ausschnitt lenkt den Blick nach oben.

Weiß macht dick – oder etwa doch nicht? Mit dieser Frage habe ich Sie in meinem letzten Beitrag “So tragen Sie Outfits ganz in Weiß” ein bisschen alleine gelassen. Bedenkzeit sozusagen. Denn der Farbe Weiß – vor allem, wenn sie am ganzen Körper monochrom getragen wird – eilt ja der schlechte Ruf voraus, nur für schlanke Frauen tragbar zu sein. Dabei ist diese Farbe gerade im Sommer so passend und auch aus praktischen Überlegungen vorteilhaft. Sollten nun tatsächlich alle Frauen mit ein paar mehr Kurven oder Pölsterchen auf den aktuellen Sommer-Trend “Ganz in Weiß” verzichten? Natürlich nicht! Denn es gibt für fast jeden Figurtyp eine Möglichkeit, auch den Weiß-Look so zu inszenieren, dass die figürlichen Vorzüge zur Geltung kommen und kleine proportionale Verschiebungen ausgeglichen werden. Hier sind die vier wichtigsten Methoden, wie Sie sich auch ganz in Weiß schlank und interessant stylen können:

1. Der Komplett-Weiß-Look muss nicht komplett weiß gestylt werden!

Sie können den Sommer-Trend Weiß auch mitmachen, wenn Sie sich überwiegend weiß kleiden und entscheidende Akzente in anderen Farben setzen. Addieren Sie beispielsweise eine dunkle Farbe in den Zonen, die Sie ausblenden wollen. Bei Frauen, die in der Mitte kräftiger gebaut sind, wie beispielsweise der O-Figurtyp, könnte dies eine taillierte Jacke oder Weste sein, die über einem ansonsten komplett weißen Outfit getragen wird. Frauen des X-Figurtyps wiederum setzen Akzente in Knallfarben in der Taille oder am Dekolleté – ein bunter Gürtel oder eine farbige Halskette zum Beispiel wirken Wunder. Lassen Sie sich von den grundsätzlichen Empfehlungen für Ihren Figurtyp inspirieren, wo Sie solche Akzente platzieren! In meinem letzten Beitrag zum Thema finden Sie die passenden Styling-Formeln dazu.

2. Achten Sie noch mehr auf Struktur, Beschaffenheit und Gewicht der Stoffe!

Der dunkelgraue Blazer verschmälert die Silhouette des ansonsten komplett weißen Outfits.

Der dunkelgraue Blazer verschmälert die Silhouette des ansonsten komplett weißen Outfits.

Die Art und Weise, wie weiße Stoffe das Licht reflektieren und wie sie fallen, ist ganz entscheidend, um figurfreundliche Outfits zusammenzustellen. Das Wichtigste dabei: Vermeiden Sie stark strukturierte Oberflächen, zu leichte, zu dicke oder zu steife Stoffe in Zonen, die Sie schlanker stylen wollen. Setzen Sie transparente Stoffe nur dort ein, wohin Sie den Blick lenken wollen. Andere Zonen sollten blickdicht bleiben. Dort sind glatte, aber matte Stoffe angesagt. Grober Strick, Sommertweed, dicke Spitze oder üppig bestickte weiße Materialien sind am besten an Ihren körperlich schmalsten Stellen aufgehoben. Das Gleiche gilt für stärkere Jeansstoffe, Leder oder andere steifere Materialien. Die Stoffe, die sich weich fließend an den Körper schmiegen, ohne dabei einzuengen oder an den Pölsterchen kleben zu bleiben, sind für kräftigere Areale ideal.

3. Spielen Sie mit Gegensätzen, um den Look interessant zu machen!

Der weiße Look ist am schönsten, wenn er mit Gegensätzen spielt: Setzen Sie transparenten Zonen blickdichte Arealen gegenüber. Wechseln Sie zwischen volumigen und körpernahen Zonen ab. Kombinieren Sie stark strukturierte mit einfachen, lockeren Schnitten. So wird Ihr Outfit nicht nur interessant, sondern kann Ihrem Figurtyp noch besser angepasst werden. Denken Sie dabei möglichst einfach: Das weiße, simple T-Shirt wird zum Blazer mit perfekter Schnittführung getragen. Die weich fließende, längere Tunika-Bluse wird mit einer kurzen, taillierten Weste aus stärkerem Stoff in Form gebracht. Unter einem weiten, luftigen A-Linien-Top sorgt eine schmale, gerade geschnittene 7/8-Hose aus sommerlicher Cool Wool für figurnahen Pepp. Zur schmalen Jeans sorgt eine lockere Hemdbluse aus fließendem Seidenkrepp für den nötigen Ausgleich. Der weite Glockenrock wird mit einem schmalen Blusen-Top in Zaum gehalten. Das Spitzenkleid erhält mit einer Biker- oder Jeans-Jacke ein lässiges Flair. Überlegen Sie: Welche Gegensätze passen zu Ihrem Stil? Und wo platzieren Sie volumige und körpernahe Kleidungsstücke am besten auf Ihrem Figurtyp?

4. Nutzen Sie den Lagen-Look, um in Form zu kommen!

Unter der asymmetrisch geschnittenen Tunika mit Zipfelsaum in einem weich fließenden Stoff verschwindet so manches Pölsterchen, während die schmale Bügelfalten-Hose für eine schlanke Struktur sorgt.

Unter der asymmetrisch geschnittenen Tunika mit Zipfelsaum in einem weich fließenden Stoff verschwindet so manches Pölsterchen, während die schmale Bügelfalten-Hose für eine schlanke Struktur sorgt.

Gerade bei weißen Looks kommt es oft darauf an, welche Stofflagen in welcher Art übereinander und miteinander kombiniert werden. Im Prinzip können Sie nämlich alles tragen, solange die äußerste Kleidungsschicht eine Silhouette formt, die für Ihren Figurtyp vorteilhaft ist. Das kann ein Blazer sein, der genau die richtige Länge und Taillierung für Sie hat und der daher zu allen Ihren Looks passt. Oder Sie besitzen vielleicht eine Weste, die Sie – sozusagen als “Finish”, als abschließendes Detail – einfach über alle Outfits überwerfen können. Besonders wichtig wird der Lagen-Look, wenn es um transparente oder besonders leichte Stoffe geht: Tragen Sie unter durchscheinenden Stoffen immer ein blickdichtes Kleidungsstück, das Ihre Figur an den neuralgischen Punkten in Form hält! Eine luftige Tunika-Bluse aus Seiden-Chiffon oder Baumwoll-Batist wird mit einem weißen Top darunter tragbar. Oder Sie tragen mehrere Lagen des gleichen Stoffs, um Opazität zu erhalten. Blusen und Tops, aber auch Röcke und Kleider können mit doppellagig verarbeiteten Stoffen an den richtigen Stellen blickdicht gemacht werden und zusätzlich auf diese Weise Struktur erhalten. Die Spielarten in diesem Bereich sind nahezu grenzenlos!

Damit kennen Sie die wichtigsten Methoden, die Sie anwenden können, um sich auch in Weiß möglichst schlank zu stylen. Allerdings kommt jetzt die schlechte Nachricht: Ganz in Weiß gekleidet werden Sie nie schlanker aussehen, als Sie es sind. Denn um stärkere Körperareale optisch auszublenden, benötigen Sie das Spiel mit helleren und dunkleren Farben und auch Mustern. Die Farbe Weiß, die das Licht nicht schluckt, sondern reflektiert, schafft immer eine optisch leicht vergrößerte Silhouette. Aber genau diese Silhouette können Sie gestalten, um figürlich möglichst vorteilhaft zu wirken und bestimmte Proportionen auszugleichen. Dazu sind die richtigen Schnitte und der Fall der Stoffe entscheidend. Darüber hinaus können Sie mit unterschiedlicher Stoffstruktur und Akzenten experimentieren, um Ihre Outfits interessanter zu machen und den Blick des Betrachters zu den richtigen Stellen zu lenken. 

Ich finde, das sind genug Gründe, um den Weiß-Trend mitzumachen, wenn er Ihnen gefällt. Denn wenn Ihnen ein Look Freude macht und Sie sich darin wohlfühlen, sollten auch ein paar Pfunde mehr keine Rolle spielen. Zum eigenen Körper zu stehen und einfach Spaß zu haben, sind immer noch die besten Stilmittel, um richtig toll auszusehen!

Werden Sie den Komplett-in-Weiß-Look mitmachen? Und wenn ja, auf was achten Sie beim Styling? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!

 

2 Kommentare

  1. meyrose

    Weiß ist so eine fröhlich-frische Sommerfarbe, dass ich es sündhaft fände, ganz darauf zu verzichten. Den Komplettlook mache ich allerdings nicht mit, da ich keine weiße Hose besitze. Ich kombiniere weiße Tuniken und Longblusen mit einer Hose in hellem Elfenbein – das ist auch gleich noch etwas vorteilhafter für einen breiten Po als strahlendes weiß. Daszu gibt es Sandalen in hellen Brauntönen.

    Wichtig finde ich bei so hellen Farben den Apsekt, dass in Deutschland die meisten Wände hell sind. Das bedeutet, dass die Silhouette einer hell gekleideten Person viel weniger auffällt als die einer in der obersten Lage dunkel gekleideten. Das gleicht den volumigeren Eindruck sehr gut aus.

    Liebe Grüße
    Ines Meyrose

    • Modeflüsterin

      Hallo Frau Meyrose,

      die Kombi in verschiedenen Weiß- und Off-White-Tönen mit Braun sieht bestimmt gut aus 🙂 Damit haben Sie zwei der Fashion-Formeln für weiße Outfits aus meinem letzten Beitrag geschickt kombiniert. Und es zeigt, dass man durchaus auch mit Weiß “dunklere” Areale schaffen kann, die figürlich vorteilhaft sind.

      Auch finde ich den Aspekt interessant, die Farben des Umfeldes in die Farb-Planung mit einzubeziehen. Das machen beispielsweise die Stars auf dem roten Teppich. Eine rotes Kleid auf dem roten Teppich zu tragen, war deshalb viele Jahre lang ein “No-Go” und galt als nachteilig, da die Stars damit nicht genug auffielen und kontrastreiche Fotos schwieriger wurden. Heute ist das meist kein Thema mehr – jetzt posieren die Stars vor speziell verkleideten Wänden mit tausenden Logos darauf – und dem Sponsor gefällt’s… 😉
      Für “Normalfrau” stelle ich mir das Ganze nur etwas schwierig vor, wenn man nicht weiß, welche Hintergrundfarben auf einen zukommen und man plötzlich nicht vor einer weißen Wand, sondern auf einem dunklen Sofa sitzt 😉

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

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