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Gelb-Blau-Weiß: Ein puristisches Outfit für Winter-Typen

Pure Formen in Gelb, Blau und Weiß ergeben einen modernen Purismus für starke Frauen.

Pure Formen in Gelb, Blau und Weiß ergeben einen modernen Purismus für starke Frauen.

Schon wieder eine starke Frau! Das dachte ich, als ich den Bericht über Carolin Sangha in der Zeitschrift Myself (Ausgabe 4/2013) las. Diese Frau ist nicht nur eine erfolgreiche Möbel-Designerin, sondern hat auch modisch offensichtlich ihren Stil gefunden. Fern vom angesagten Muster-Mix, opulenten Inszenierungen oder anderen, aufwändig gestylten Fashion-Trends präsentiert sie sich in einem schlichten Drei-Farben-Look aus klarem Gelb, dunklem Blau und reinem Weiß. Als Winter-Farbtyp weiß sie, dass ihr klare Farben und starke Kontraste gut stehen. Das Outfit überzeugt aber nicht nur durch Farb-Harmonie, sondern vor allem durch schlichte Formen und die Konsequenz, mit der alles Überflüssige aus dem Gesamtbild verbannt wird. So sieht moderner Purismus aus, der Spaß macht.

Carolin Sangha beweist mit ihrem Outfit, dass ein puristischer Look nicht immer in neutralen Basis-Farben gehalten sein muss. Auch typgerechte kräftige Farben haben ihre Daseinsberechtigung, wenn sie in einfache Formen gegossen werden. Jedes Kleidungsstück, das sie trägt, ist schnörkellos. Gemeinsam entfalten die drei Basics mithilfe eines Farb-Konzeptes im Colour-Blocking-Stil ihre besondere Wirkung. Und so funktioniert es:

1. Eine Knall-Farbe

Die gelbe Bluse ist gerade geschnitten, hat seitliche Schlitze und einen etwas weiteren Rundhals-Ausschnitt. Sie wird locker hüftlang über der Hose getragen und hat einen wunderschönen Fall, der auf einen mittelschweren, hochwertigen Seidenstoff schließen lässt. Ob sich darunter eine schmale, eine lange oder eine gerade Taille verbirgt, bleibt offen. Das klare Gelb zieht den Blick nach oben, zum Gesicht, das sehr starke natürliche Farbkontraste aufweist und damit die kräftige Farbe bestens verträgt.

2. Ein neutrales Basic

Die lässige Weite der Bluse wird durch die relativ schmal und gerade geschnittene, blaue Hose mit Bügelfalte ausgeglichen. Eine solche Hose ist ein zeitloses Basic für jede Garderobe, das sich in viele Outfits problemlos integrieren lässt. Die Hose unterstreicht die Länge der Beine und lässt sie schlanker erscheinen. Sie bildet durch ihre vergleichsweise dezente Farbe den Hintergrund, auf dem die gelbe Bluse und die weißen Pumps gebührend wirken können.

3. Ein stil-gebendes Basic

Komplettiert wird das Outfit durch weiße Pumps mit Keilabsatz, die – trotz einer reduzierten Formensprache – eine fast futuristische Anmutung besitzen. Weiße Schuhe fallen immer auf, auch wenn sie schlicht sind. In diesem Fall unterstreichen sie den modernen Stil des Outfits und geben ihm seinen spezifischen Design-Anspruch.

4. Die Kunst des Weglassens

Ein solcher Look benötigt entweder gar keine oder nur wenige Accessoires. Ein großer Ring und eine dezente Armbanduhr genügen völlig.

5. Ein spannendes Element

Perfektioniert wird das Ensemble durch den Lippenstift. Dieser ist Pink, mit einem bläulichen Unterton, wie sich das für einen echten Winter-Farbtyp gehört. Er bringt eine weitere kräftige Farbe ins Spiel, die für noch mehr Farb-Kontrast sorgt: Gelb mit Pink zu kombinieren, ist wirklich mutig. Aber das Risiko lohnt sich: Die Spannung, die dadurch entsteht, ist der geheime Trick des Looks und hebt das Outfit weit über die Durchschnittlichkeit hinaus.

Chapeau, Frau Sangha! Sie zeigen, dass puristisch-reduzierte Outfits keineswegs langweilig sein müssen und hinterlassen auf ganz unprätentiöse Weise einen wirklich starken Eindruck.

Was man davon lernen kann? Zum Beispiel Folgendes:

Die Fashion-Formel für modernen Purismus

  • Wählen Sie drei Farben aus Ihrem Farbspektrum und setzen Sie die kräftigste Farbe dorthin, wohin Sie den Blick lenken wollen.
  • Nehmen Sie schlicht geformte, unifarbene Basics und ergänzen Sie diese durch ein stilgebendes Basic, das durch seine Form oder seine stilistischen Details den Gesamteindruck des Looks definiert.
  • Addieren Sie ein spannendes Element: Entweder einen Stilbruch, eine unerwartete Farbe oder ein einzigartiges Accessoire.
  • Und ganz wichtig: Lassen Sie alles andere weg!

Jetzt haben Sie Ihren ganz persönlichen, puristischen Look kreiert. Na, haben Sie Lust zum Nachmachen bekommen?

 

Autor: Modeflüsterin

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).

2 Kommentare

  1. Liebe Modeflüsterin,
    es gibt eine Farbe, die meine bestehenden Farben wunderbar ergänzen und alles ein bisschen frischer machen würde. Leider steht sie mir nicht! Das heißt konkret: Als Oberteil ist die Farbe bei mir zu dominant, weil sie mein Gesicht blass macht und meinen Oberkörper unvorteilhaft betont, da sie so hell und leuchtend ist (deswegen bringt auch ein dunkler Schal als Kontrast nichts). Hast Du Tipps für uns, wo und wie wir solche Farben vorteilhaft einsetzen können? Eine Idee von mir ist, diese Farbe evtl. in einer Tasche umzusetzen. Gibt es noch andere Möglichkeiten, eine nicht ins eigentliche Farbspektrum passende Farbe vorteilhaft einzusetzen?
    Falls sonst noch jemand Anregungen dazu hat, immer her damit! 😉
    Liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht Anna

    Antworten
    • Modeflüsterin

      14/12/2013 @ 13:18

      Liebe Anna,

      also… grundsätzlich bin ich ja nicht unbedingt dafür, die Basisgarderobe mit Farben aufzustocken, die einem nicht stehen… Wenn Sie Ihre Basisgarderobe auffrischen möchten, gibt es bestimmt auch eine hellere oder kräftigere Farbe, die im für Sie empfohlenen Farbspektrum vorkommt. Manchmal sind es nur sehr geringe Farbunterschiede, – beispielsweise die gleiche Farbe, nur etwas gedämpfter, mit etwas mehr oder weniger Gelb-Anteil, etwas mehr oder weniger Blau-Anteil – und schon passt sie. Sehen Sie doch mal nach, ob die Farbe, die Sie im Auge haben, auch eine „Schwester“ hat, die ähnlich ist und dennoch in Ihrem Farbspektrum vorkommt!
      Aber: Wenn es bereits hochwertige Kleidungsstücke oder Accessoires in Ihrem Schrank gibt, die Sie noch auftragen möchten, dann können Sie diese im Prinzip überall platzieren, nur nicht zu nahe am Gesicht – also keine Oberteile, Schals, Kopfbedeckungen oder farbigen Schmucksteine. Je geringer die Farbfläche, desto besser. Am besten wäre natürlich, wenn möglichst nur wenige Accessoires, wie Schuhe, Gürtel und eine Tasche, im Outfit mit der unpassenden Farbe vorkommen. Auch können Sie versuchen, die unpassende Farbe mit ausgezeichnet zu Ihnen passenden Farben aus der gleichen Farbfamilie zu kombinieren, so dass eine (fast) Ton-in-Ton-Kombi entsteht, bei der die falsche Nuance durch eine große Fläche der richtigen Nuance quasi überstimmt wird. Solche Maßnahmen können wirken, werden aber niemals ein so überzeugendes Outfit ergeben, als wenn Sie ausschließlich „Ihre“ Farben tragen.

      Auf jeden Fall viel Erfolg bei Ihren Kombi-Versuchen wünscht Ihnen
      Stephanie alias die Modefüsterin

      Antworten

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