Fashion-Trend-Check: Passen Streifen-Outfits zu Ihrem Figurtyp?

Bei diesem Outfit werden die Querstreifen auf dem hüftlangen T-Shirt raffiniert von Wiener Nähten durchbrochen. Das lässt sie schmaler erscheinen..

Bei diesem Outfit werden die Querstreifen auf dem hüftlangen T-Shirt raffiniert von Wiener Nähten durchbrochen. Das lässt sie schmaler erscheinen.

Sie sind überall: Outfits mit Streifen sind in diesem Frühjahr aus den Kollektionen der Mode-Designer nicht wegzudenken. Dabei fällt besonders auf, dass sich der Streifen-Look von den zeitlosen Fashion-Klassikern, wie Ringel-Shirt, Streifen-Bluse, Pullover im Marinestil oder Nadelstreifenanzug, deutlich emanzipiert hat. Ob Blazer, Mantel, Hose, Sommer- oder Abendkleid – dünne, breite, vertikale, horizontale und diagonale Streifen-Muster machen vor keinem Kleidungsstück mehr Halt. Umso dringlicher stellt sich die Frage: Wie können Sie den Streifen-Look optimal für Ihre Figur umsetzen? In diesem Beitrag habe ich Ihnen einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, diese Frage für Ihren Figurtyp zu beantworten.

1. Streifen machen dick. Stimmt. Aber nicht immer…

Streifen sind ein recht auffälliges und in vielen Fällen sehr kontrastreiches Muster, das – wie alle starken Muster – den Blick auf sich lenkt. Sie sollten daher genau überlegen, an welchen Körperstellen Sie für mehr Aufmerksamkeit sorgen wollen. Dünne Streifen – insbesondere auf dunklem Grund oder Ton-in-Ton – tragen allerdings deutlich weniger auf als breite Blockstreifen. In vertikaler Richtung können feine Streifen sogar einen streckenden Effekt entwickeln. Daher sind Outfits mit Nadelstreifen an der richtigen Stelle durchaus figürlich vorteilhaft. Fazit: 

  • Hosen, Röcke, Blazer und Kleider mit Nadelstreifen – möglichst feinen, vertikalen Streifen auf dunklem Grund – sind auch für üppigere Frauen gut tragbar und strecken die Figur. 
  • Kontrastreiche, breite Streifenmuster sollten Sie als üppige Frau grundsätzlich nur an schlanken Körperzonen oder als Akzente, beispielsweise auf Kragen oder an Säumen, auf Schuhen, Taschen oder Tüchern, tragen.

2. Streifen können Körperzonen verlängern oder verbreitern.

Unser Auge tendiert dazu, Linien zu folgen. Das heißt: Horizontale Streifen lassen das Auge von links nach rechts (und wieder zurück) die Breite des jeweiligen Körperteils abtasten. Vertikale Streifen führen dazu, dass das Auge am Körper hinauf- und hinabgleitet und betonen die Länge bzw. Höhe des entsprechenden Körperteils. So wird entweder die waagerechte oder die senkrechte Linienführung der Figur akzentuiert. Dabei ruht das Auge am liebsten auf breiten Streifen. Je enger und feiner die Streifen jedoch sind, desto schwerer fällt es dem Auge, in der Linie zu bleiben und es kommt aus dem Konzept. Wenn diese Streifenfläche nun insgesamt eher länglich ist, wandert das Auge doch wieder auf und ab, statt hin und her. Fazit:

Die Breite des hüftlangen Ringel-Shirts wird außen durch die dunkle Jacke begrenzt. So entsteht in der Mitte ein schmale Fläche, die fast jede Figur schlank aussehen lässt.

Die Breite des hüftlangen Ringel-Shirts wird außen durch die dunkle Jacke begrenzt. So entsteht in der Mitte ein schmale Fläche, die fast jede Figur schlank aussehen lässt.

  • An kräftigen Körperstellen sollten Sie – wenn überhaupt – nur feine horizontale Streifen setzen und die gestreifte Fläche insgesamt so lang und schmal wie möglich gestalten. Denken Sie beispielsweise daran, über solchen Mustern einfarbige, längere Jacken oder Mäntel offen zu tragen. Oder teilen Sie die Fläche geschickt mit Ketten, Schals, Paspeln oder länglichen Ausschnitt-Formen auf, die die horizontalen Linien durchbrechen. Dies ist besonders für O-Figurtypen und für Frauen mit Y-Figur wichtig.
  • An schlanken Körperstellen, die Sie hervorheben möchten, dürfen auch breite waagerechte Streifen platziert werden. Die Frau mit X-Figur könnte so auf Ihre schmale Taille aufmerksam machen. Der A-Figurtyp oder auch die Frau mit H-Figur, die ihre Schulter-Partie etwas breiter erscheinen lassen will, setzen dort horizontale, breitere Streifen ein.
  • Wenn Sie ein optisches Gegengewicht am Unterkörper setzen möchten, erledigen das breite, quer platzierte Blockstreifen, beispielsweise am Saum eines ausgestellten Rocks.
  • Wenn Sie einen langen Torso haben, können breitere, horizontale Streifen diesen optisch verkürzen. Auch große Frauen können damit kleiner wirken.
  • Wenn Sie einen kurzen Oberkörper haben, Ihre Beine verlängern oder als kleine Frau einfach nur größer wirken möchten, können vertikale Streifen dazu beitragen, einzelne Körperzonen vergleichsweise länger oder Sie insgesamt größer erscheinen zu lassen. 

Lesen Sie dazu auch die Tipps meiner geschätzten Blogger-Kollegin Ines Cordes von XXL-Modetipps, die sich ebenfalls mit der Wirkung von Streifen-Outfits beschäftigt. 

3. Kontrastierende Blockstreifen ziehen die ganze Aufmerksamkeit auf sich.

Dieses Kleid mit kontrastreichen Blockstreifen in Längs- und Quer-Verlauf ist nur für sehr schlanke Frauen tragbar und zieht sehr viel Aufmerksamkeit von der Trägerin ab.

Dieses Kleid mit kontrastreichen Blockstreifen in Längs- und Quer-Verlauf ist nur für sehr schlanke Frauen tragbar und zieht sehr viel Aufmerksamkeit von der Trägerin ab.

Je breiter und kontrastreicher Streifen sind, desto dominanter sind sie. Das muss Frau erst einmal verkraften. Besonders zierliche Frauen oder Frauen mit einer eher zarten natürlichen Pigmentierung werden davon schnell überwältigt. Werden zwei Streifenmuster mit ungefähr gleichen Breiten, aber unterschiedlicher Verlaufsrichtung kombiniert, entsteht so viel Spannung, dass selbst starke Persönlichkeiten um Aufmerksamkeit ringen müssen. Auch dieser Effekt ist umso größer, je breiter die Streifen ausfallen. Besser ist es in diesem Fall immer, ein schmales mit einem breiteren Streifenmuster zu kombinieren. Fazit:

  • Zierliche, kleine Frauen sollten auf breite, kontrastreiche Streifen verzichten.
  • Frauen mit zarter, wenig kontrastreicher, natürlicher Pigmentierung sollten zu dominante Streifenmuster vermeiden.
  • Um die Spannung von kontrastreichen Blockstreifen-Mustern auszugleichen, sollten Sie große, einfarbige Flächen in einer neutralen Farbe damit kombinieren. Dort kann sich das Auge ausruhen.

4. Streifen im Muster-Mix sind opulente Eyecatcher für Fashionistas.

Die stärksten Reize entstehen, wenn Streifenmuster mit weiteren, beispielsweise floralen Mustern kombiniert werden. Solche prägnanten Outfits im Muster-Mix sind – falls überhaupt – nur mit sehr viel neutraler Farbe zu zähmen. Auch ist das Styling anspruchsvoll, denn was im Editorial der Hochglanzmagazine noch todschick aussieht, erinnert im Alltag schnell an ein Faschingskostüm. Mein Tipp: Bleiben Sie in solchen Fällen bei einem Einzelstück im Muster-Mix, das Ihren gesamten Look prägt und überlassen Sie das opulente „Ganzkörper-Muster-Kunstwerk“ den Fashionistas.

Sie sehen, wenn Sie die Wirkungsweise von Streifen kennen, können Sie diese durchaus für Ihre Figur vorteilhaft einsetzen. Figürlich spricht also nichts dagegen, sich dem Streifen-Trend anzuschließen. Wenn Sie zudem ein Stiltyp sind, zu dem geometrische Muster gut passen und noch ein solches Kleidungsstück brauchen, ist jetzt die richtige Zeit, um Ihre Grundgarderobe um ein zeitloses Basic zu vervollkommnen. Ich selbst habe bereits seit Jahren einen dunkelblauen Nadelstreifenanzug und einen maritimen Sommer-Pullover im Schrank, die mir schon viele wertvolle Dienste geleistet haben. Derzeit überlege ich, ob ich die Anzughose in dieser Saison nicht sogar mit dem Pullover kombinieren werde – wenn ich an Punkt 3 denke, könnte das durchaus spannend werden…

Jetzt bin ich natürlich neugierig, ob und – wenn ja – welches Streifen-Stück zu Ihrem Lieblingsteil im Kleiderschrank avanciert…

 

6 Kommentare

  1. Der Beitrag gefällt mir sehr gut. Streifen machen mir persönlich gute Laune. Nachdem ich sie viele Jahre gemieden habe, trage ich seit 2012 gerne mein T-Shirt von Amor Lux mit weißen Streifen auf dunkelblauem Grund. Weil es figurbetont geschnitten und aus festem Jersey gemacht ist, finde ich es trotz fülliger Figur tragbar.

    Das Amelie-Kleid von Boden hätte mein absolutes Lieblingskleid für den Sommer werden können – wenn nicht der Ausschnitt zu tief und der Ärmeleinsatz zu weit gewesen wäre. Das Stück ist auch ein schönes Beispiel für ein Kleid mit Streifen, das vorteilhaft die Taille betont. Es macht angezogen tatsächlich schlank (auch mit Busen und Bauch und Hüften).

    • Modeflüsterin

      Hallo Frau Meyrose,

      ja, es ist nicht immer leicht, alle Kriterien an Kleidung zu erfüllen: Passt endlich das Streifen-Muster, dann muss auch der Schnitt noch für die Figur vorteilhaft sein, ganz zu schweigen von der Farbe… Aber starke Frauen wissen, dass sich Geduld an der richtigen Stelle bezahlt macht 😉

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

    • Modeflüsterin

      Freut mich, Cla! Liebe Grüße und einen schönen Abend noch!

      Stephanie alias die Modeflüsterin

  2. Liebe Stefanie!

    Ich hatte kürzlich eine Erkenntnis, jedoch kann ich den Grund für diese nicht festmachen:

    Mir gefallen die klassischen Streifenshirts mit U-Boot Ausschnitt sehr gut. Allerdings machen sie meine Schultern noch breiter (eh klar).

    Nun habe ich 2 Ringelshirts, deren Streifen verschiedene Dicken/ Breiten haben (sehr schmal bis recht breit) Warum habe ich bei diesen nicht das Gefühl, das sie mich diese Querstreifen breiter machen?
    Hast du eine Erklärung?

    Ich muss zugeben, dass Asymmetrie meiner Figur ohnehin gut tut. Vielleicht ist gerade das der Grund?

    Allerliebste Grüße

    Lisbeth

    • Modeflüsterin

      Liebe Lisbeth,

      da kann ich Dir absolut Recht geben: Ich habe auch einen Rollkragen-Pullover, der in der Taillen-Region schmalere Streifen hat, darüber und darunter breitere, unregelmäßige Streifen. Dadurch entsteht der Eindruck einer schmaleren Taille (für mich als H-Typ ein super Effekt!).
      Grundsätzlich wirken die Zonen mit schmalen streifen schmaler als die Zonen mit breiten (Block-)Streifen. Während bei schmalen Streifen das Auge anfängt, wie bei einer Leiter die Sprossen von oben nach unten und wieder zurück abzumessen (insbesondere, wenn diese Zone noch recht schmal ist, wie bei einer offen gelassenen Jacke die Zone in der Mitte), wird das Auge bei breiten Blockstreifen dazu gezwungen, sich auf die Breite der Stelle zu konzentrieren. Sind die Streifen auch noch unterschiedlich breit, kann das Auge zusätzlich noch so verwirrt werden, dass es gar keinen echten Anhaltspunkt für die Breite mehr ausmachen kann. Gewonnen!

      Liebe Grüße von
      Stephanie alias die Moeflüsterin

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