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Pullover: 3 zeitlose Basics für jede Frau und jeden Stil

Der Pulli ist klassisch, das Outfit modern: Jetzt werden dicke Zopf-Pullover auch mit edlen Stoffen kombiniert.

Der Pulli ist klassisch, das Outfit modern: Jetzt werden dicke Zopf-Pullover auch mit edlen Stoffen kombiniert.

Winterzeit ist bei mir Pullover-Zeit. Wenn die Tage kälter werden, gibt es nichts Schöneres, als sich in die wärmende Maschenpracht zu kuscheln. Pullover sind ein zeitloses Basic für jede Frau, jeden Stil und fast jeden Anlass. Denn Sie können Pullover auf vielfältige Weise kombinieren und jeweils einen anderen Look hervorzaubern. Wenn Sie die für Sie richtigen Formen, Farben und Outfits kennen, lohnt sich die Investition auch in hochwertige Stücke aus feinem Material. Da die Modedesigner jede Saison eine Vielzahl an Modellen anbieten, ist es aber nicht immer leicht, den oder die richtigen Pullis für Ihre Grundgarderobe zu finden. Mein Tipp: Zwischen den vielen individuellen Designs gibt es drei zeitlose Klassiker, die – unabhängig von Trends – eine Bereicherung für jeden Kleiderschrank sind.

1. Der klassische V-Pullover: Der Alleskönner für jede Saison

Eine Grundgarderobe ohne V-Pullover ist für mich kaum vorstellbar. Der klassische V-Pullover ist einfarbig, sehr fein oder mit mittlerer Wollstärke und glatt gestrickt. Je nachdem, welche figürlichen Proportionen Sie haben, wählen Sie etwas weitere oder taillierte, kürzere oder längere Versionen und einen tieferen oder höheren V-Ausschnitt.

Sind Sie eine Frau mit kleinem Busen und zierlich gebautem Oberkörper, können Sie auch zu Pullovern mit Rundhals-Ausschnitt greifen. Der klassische Rundhals-Pullover gehört ebenfalls zu den zeitlosen Klassikern der Grundgarderobe und ist genauso einzusetzen wie sein Pendant mit V-Ausschnitt.

Ein klassischer V-Pullover in neutraler Farbe und hochwertigem Material ist ein zeitloses Basic für jede Grundgarderobe.

Ein klassischer V-Pullover in neutraler Farbe und aus hochwertigem Material ist ein zeitloses Basic für jede Grundgarderobe.

V-Pullover sind unglaublich vielseitig kombinierbar. Im Büro sieht ein Bleistiftrock, eine klassische Hemdbluse darunter und ggf. ein schmaler Gürtel in der Taille dazu toll aus. Aber auch zu einer Bundfaltenhose im Männerstil ist der V-Pulli ein passender Partner. In der Freizeit tragen Sie ihn pur, mit T-Shirt oder mit Bluse zu Jeans, Leder- oder Chino-Hose. Edel wird der Allzeit-Favorit in Kombination mit schwarzer Abend- oder Smokinghose, zum schmalen Glitzer-Rock oder zur 7/8-Zigarettenhose in Seide und High Heels.

Ein weiterer Vorteil des V-Pullovers: In feiner Kaschmir-Seide-Qualität ist er ein Begleiter für fast jede Jahreszeit. Im Winter können Sie einen dünnen Rollkragenpullover (siehe Pullover-Basic Nr. 2) darunter oder eine lange Strickjacke darüber im Lagen-Look tragen. Im Sommer hängt er leger über den Schultern Ihres T-Shirts und wärmt Sie an kühlen Abenden. Der V-Pullover ist Ihr Partner für alle Fälle und kann Sie zu ganz vielen Anlässen stilgerecht begleiten.

2. Der dünne Rollkragen-Pullover: Das Kombi-Wunder für Freizeit und Büro

In den kälteren Monaten ist für mich ein schlichter, dünn gestrickter Rollkragen-Pullover unverzichtbar. Ein figurnahes Modell, das ich gerne trage, besitze ich gleich in mehreren Farben. Auch ein Pullover mit Rollkragen ist fast für alle Figurtypen gut tragbar, sofern auf folgende Details geachtet wird:

Der Rollkragen-Pullover aus Feinstrick ist ein wertvoller Kombi-Partner für jeden Stil.

Der Rollkragen-Pullover aus Feinstrick ist ein wertvoller Kombi-Partner für jeden Stil.

Ich trage meine Rollkragenpullover sowohl pur als auch unter Blazern, Jacken und langen Strick-Cardigans oder Ponchos. Sie lassen sich mit fast allem kombinieren: Bleistiftrock, weiter Maxi-Rock, alle Hosenformen und sogar unter Shift- oder Etuikleidern, die mit einem Rolli darunter sowie blickdichten Strumpfhosen und Stiefeln oder Booties winterfest werden. Auch mit V-Pullovern (siehe Pullover-Basic Nr. 1) und Grobstrickpullover (siehe Pullover-Basic Nr. 3) lassen sie sich zu einem extrem wärmenden Outfit zusammenstellen. Mehr Anpassungsfähigkeit geht wirklich nicht.

3. Der Grobstrick-Pullover: Der Musterknabe mit Wärme-Garantie

Grobstrickpullover liegen derzeit voll im Trend. Allerdings spielen die trendy Exemplare mit Farbverläufen, farbigen Musterungen, Material-Kombinationen, Applikationen und allen möglichen (und aus meiner Sicht auch unmöglichen) Motiven. Mein Rat: Gehen Sie mit solchen modischen Zeiterscheinungen äußerst vorsichtig um. Denn aus trendy könnte in der nächsten Saison bereits peinlich werden. Wählen Sie im Zweifelsfall lieber den zeitlosen, klassischen Grobstrick: beispielsweise mit Zopfmuster, Rippenstrick oder glatter Oberflächenoptik. Gerade für dicke Winterpullover wird besonders viel Wolle benötigt, so dass diese Pullover in hochwertigen Materialien sehr hochpreisig sind.

Ein Grobstrick-Pullover - hier im klassischen Zopfmuster und mit Rundhals-Ausschnitt - ist ein Basic für Ihre Winter-Garderobe.

Ein Grobstrick-Pullover – hier im klassischen Zopfmuster und mit Rundhals-Ausschnitt – ist ein Basic für Ihre Winter-Garderobe.

Ein Grobstrickpullover in hochwertigem Material ist das Basic Ihrer Winter-Garderobe, das Sie über Jahre hinweg verlässlich warm hält. Je voluminöser Ihr Pullover geschnitten ist, desto schmaler sollte die Silhouette des Unterkörpers gehalten werden. Das können Sie mit schmalen, geraden Hosen, Bleistiftröcken oder gerade fallenden, wadenlangen Röcken umsetzen. Ist Ihr Pulli taillierter und kürzer, können Sie auch zu weiteren Hosen im Herren-Stil oder ausgestellten Röcken greifen. Wahrscheinlich werden Sie ein solches Modell überwiegend bei legeren Anlässen, in einer Kombination mit Jeans tragen. Schön sieht Grobstrick auch im Materialmix mit Leder aus. Gerade jetzt gibt es aber auch den Trend, Grobstrick als Kontrast mit feinen, glänzenden und gemusterten oder bestickten Materialien, wie Satin, Spitze, Brokat, Paillettenstoff oder metallischem Lamé, zu kombinieren. Daraus ergeben sich interessante Outfits, die sich für weitere Gelegenheiten eignen. Eines ist auf jeden Fall sicher: An einem klassischen, grob gestrickten Winterpullover werden Sie lange Freude haben.

Besonders langlebig werden Ihre Pullover-Klassiker, wenn Sie noch Folgendes beachten:

Kaufen Sie Pullover nur in Farben und Materialien, die Sie und Ihre Basisgarderobe lange begleiten!

Ich kaufe zeitlose, hochwertige und hochpreisige Klassiker am liebsten in neutralen Basisfarben, die ich mit allen Akzentfarben in meinem Kleiderschrank kombinieren kann. Erst wenn diese Basics in den Grundfarben meiner Garderobe vorhanden sind, erweitere ich das Spektrum allmählich mit meinen Lieblings-Akzentfarben, wie Rot oder Lila. Zu den neutralen Farben gehören Schwarz, Dunkelblau, Anthrazit, und Hellgrau sowie Braun-, Camel-, Creme- und Weißtöne. Wählen Sie diejenigen warmen oder kühlen Farbtöne, die zu Ihrem Farbtyp und den bestehenden Grundfarben Ihrer Garderobe passen. Frauen mit kräftigem Oberkörper sind mit Pullovern in dunkleren Basisfarben gut beraten. Frauen mit schlankem Oberkörper können auch helle Basisfarben tragen.
Diese klassischen Pullover in neutralen Farben werden Sie über sehr, sehr lange Zeit hinweg begleiten. Daher lohnt sich die Investition in wertvolle, natürliche Materialien. Mit hochwertigem Kaschmir, Alpaka oder feinster Merinowolle – auch in Mischungen, beispielsweise mit Seide – können Sie nichts falsch machen.

Wie immer gilt: Kaufen Sie für Ihre Basisgarderobe lieber wenige, hochwertige und zeitlose Basics, die genau zu Ihnen, Ihrer Figur und Ihrem Stiltyp passen. Bei Pullovern gilt dies noch mehr. Denn Ihre Pullover sind im besten Fall Lebenspartner, die fast alles mit Ihnen mitmachen – auch wenn Sie mal das ein oder andere Kilo mehr auf die Waage bringen…

Lassen Sie mich wissen, in welche Pullis Sie sich im Winter am liebsten kuscheln! Und: Falls Ihnen dieser Blog gefällt, freue ich mich, wenn Sie die Modeflüsterin an Freundinnen und Bekannte weiterempfehlen!

Autor: Modeflüsterin

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).

11 Kommentare

  1. Endlich!!!!! Endlich bin ich mal auf einen Blog gestoßen, mit dem ich mich identifizieren kann. Die meisten Blogs sind für junge Mädels gedacht. Dort geht es nur um Lippenstift und Nagellack.
    Da ich nichts gefunden habe, dass meine Interesse weckte, habe ich meinen eigenen Blog ins Leben gerufen. Ich richte mich an die Frau ab 40. Vielleicht möchten Sie mal bei mir vorbeischauen.
    Von Ihrem Blog fùhle ich mich angesprochen. Hier geht es nicht nur um Auflistung von Marken. Sehr schön…

    Antworten
    • Modeflüsterin

      27/12/2012 @ 11:24

      Hallo Cla!

      Vielen herzlichen Dank für Ihr tolles Lob!
      Mir erging es ähnlich wie Ihnen. Ich denke, viele „erwachsene“ Frauen haben die gleiche Erfahrung und möchten gerne Stil- und Figur-Tipps, die frei vom vorherrschenden Jugend- und Schlankheitswahn sind. Genau für diese Gleichgesinnten habe ich die Modeflüsterin ins Leben gerufen. Und ich freue mich natürlich, dass es auch genau so wahrgenommen wird.

      Ich hätte noch viel mehr Gedanken, die ich gerne mit Frauen wie Ihnen diskutieren würde. Allerdings sind die Texte und Zeichnungen, die ich anfertige, recht aufwändig. So dass ich nicht so oft publizieren kann, wie ich gerne möchte. Aber dafür gibt es ja die Zukunft… 😉 Ich freue mich auf unseren Austausch – hier oder auf Ihrem Blog!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie Grupe
      alias die Modeflüsterin

      Antworten
  2. Liebe Frau Grupe,

    auch ich bin monatelang auf der Suche nach dem richtigen Modeblog endlich bei Ihnen gelandet und bin begeistert über so viele kompetente und fundierte Mode-Tipps. Ich beschäftige mich auch bereits seit Jahren etwas „verkopfter“ mit dem Thema, habe Farb- und Stilberatung hinter mir, fertige zweimal im Jahr Listen mit meinen persönlichen Favoriten an und überlege mir zu Beginn jeder Saison, womit ich meine Garderobe ergänze.
    Und ich muss sagen, im Laufe der Jahre, in denen ich mich ziemlich diszipliniert an meinen Fahrplan gehalten habe, erlaube ich mir seit kurzem wieder mehr Spontanität und Lässigkeit in meiner Garderobe. Ich habe das Gefühl, einiges verinnerlicht zu haben und jetzt wieder spielerischer herangehen und mich auf mein Gefühl verlassen zu können.
    Ich muss allerdings sagen, dass meine Garderobe nie perfekt war, ich auch nie den Anspruch hatte, dass sie perfekt sein sollte. Als ich begann, mich intensiver mit dem Thema Mode zu beschäftigen, geschah das aus dem tiefen Wunsch heraus, mich nie wieder unwohl zu fühlen, weil ich mich schlecht angezogen wähnte.
    Jetzt hoffe ich, das das Thema Winterpullover auch jetzt wieder aktuell ist, obwohl dieser Beitrag schon fast ein Jahr alt ist (Sie sehen, wie interessiert und intensiv ich auch ältere Beiträge gelesen habe;-). Ich habe mir nämlich nach langer Überlegung gerade zwei neue Winterschätzchen gekauft und möchte meine Freude darüber mit Ihnen und Ihren Leserinnen teilen und verraten, wie ich sie kombiniere:
    Ein glatt gestrickter, schwarz-weiß-gestreifter Pullover mit Rundhalsausschnitt aus Baumwolle. Dieser Klassiker wird zur dunklen Jeans und kombiniert und erhält wahlweise durch eine dicke, silberne Gliederkette (einer der wenigen aktuellen Trends, die ich aufgenommen habe) eine lässige oder durch ein rot-weiß-gepunktetes Seidentuch eine klassische Note.
    Die zweite Neuanschaffung ist ein grob gestrickter Rundhalspullover in weiß (juchuhh, nachdem ich mich vier Jahre nach der Geburt meines ersten Kindes nicht mehr an einen weißen Pullover getraut habe, genieße ich dieses Stück jetzt ganz besonders!). Ich kombiniere ihn edel mit einer silbernen Jeans und weißen Lederschnürern oder „rockig“ mit einer Jeans im schwarz-grauen Leoprint.
    Beide Pullover lassen sich auf unendlich viele unterschiedliche Arten kombinieren und ich liebe es, abends im Bett, die letzten Minuten vor dem Einschlafen über mögliche Kombinationsvarianten nachzudenken. Das ist praktisch und meditativ zugleich.

    Ich grüße Sie sehr herzlich und freue mich auf viele weitere interessante Beiträge der Modeflüsterin, der ich als Leserin sicher treu bleiben werde!
    Bianca

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    • Modeflüsterin

      12/10/2013 @ 21:42

      Liebe Bianca,

      ich bin völlig überwältigt von Ihrem ausführlichen Kommentar! Tausend Dank dafür, dass Sie die Leserinnen der Modeflüsterin und mich an ihrer Erfahrung teilhaben lassen!

      Ich bin sicher, dass Ihre intensive Beschäftigung mit Mode ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass Sie heute Ihre Einkäufe und Outfits wieder mehr nach Gespür zusammenstellen können. Denn die Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Mode – auch wenn das erst einmal „verkopft“ ist – schult das Auge und führt zu einem gesunden Instinkt, was der eigenen Figur und Persönlichkeit steht und was eben nicht. In der Kunst ist es übrigens ähnlich: Die „klassische“ Ausbildung der Malerei beginnt mit der Analyse und Nachahmung großer Künstler, mit dem Erlernen der Grundlagen von Komposition, um schließlich immer freier und instinktiver seinen eigenen künstlerischen Ausdruck zu finden. Dieses kreative Potential steckt in jedem Menschen und möchte nur erweckt werden.

      Auch kann ich mir gut vorstellen, dass die von Ihnen geschilderten Kombinationen fantastisch aussehen. Ich könnte wetten, dass Sie ein Winter-Farbtyp sind, denn Ihre Kleidungsstücke kommen mir irgendwie sehr bekannt vor… 😉 Ach ja, und bevor ich es vergesse: Die absolut perfekte Garderobe gibt es meines Erachtens gar nicht (ich habe sie sicherlich auch noch nicht). Man kann sich diesem Zustand im Hier und Jetzt nur so gut wie möglich nähern, er ist ständig im Fluss. Denn das Leben und die eigene Persönlichkeit entwickelt sich immer weiter und damit auch die Bedürfnisse an den eigenen Kleiderschrank. Es ist sozusagen „Work in Progress“ – ein Prozess, der nie aufhört. Aber wenn Frau bewusster einkauft und schließlich wirklich 90 Prozent der Kleidungsstücke, die sie besitzt, auch wirklich gerne und häufig anzieht, hat sie schon gewonnen – an Klarheit, Orientierung und Selbstbewusstsein. Und die Umwelt profitiert ebenfalls davon, wenn weniger, aber bewusster konsumiert wird. Davon bin ich überzeugt. Und das ist auch eines der Hauptanliegen der Modeflüsterin.

      In diesem Sinne freue ich mich gemeinsam mit Ihnen über Ihren ganz persönlichen modischen Weg. Weiter so und viel Erfolg dabei! Lassen Sie wieder von sich hören, wie es Ihnen ergangen ist!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
      • Liebe Stephanie,

        Sie haben recht, ich bin ein Wintertyp und war so froh, als ich es nach der Farbberatung quasi amtlich hatte, dass ich die von mir so sehr geliebten, klaren Farben auch am besten tragen kann. Viele Menschen haben ja Angst vor einer Farbberatung, weil sie meinen, dass sie dabei zu Farben gezwungen werden, die sie nicht mögen, während sie ihre Lieblingsfarben aussortieren müssen. Ich habe solchen „Zweiflern“ (wie meine Mutter und meine beste Freundin) zu besonderen Gelegenheiten eine Farbberatung geschenkt und beide davon überzeugt, dass ihre Lieblingsfarben im Grunde auch genau „ihre Farben“ sind und sie durch eine fundierte Beratung einfach nur mehr Sicherheit und Kombinierfähigkeit erlangen. Nachdem ich mich etwa ein Jahr nach meiner eigenen Farbberatung nahezu sklavisch an meinen Farbpass geraten habe, traue ich mir jetzt locker auch mal zu, ein geschmackvolles Outfit mit Farben zu tragen, die eigentlich dem Sommertyp gehören.
        Jetzt möchte ich Sie aber noch fragen, ob Sie auch die Modesünde des „Schonens“ kennen, in die ich seit jeher immer wieder tappe. So habe ich mir beispielsweise auch einige besondere Stücke anfertigen lassen, beziehungsweise sie angeschafft, obwohl sie preislich weit über meinem Budget lagen. Anstatt sie zu tragen, damit sich die Investition lohnt, schone ich sie und trage sie nicht, wohl auch weil ich auf diese Weise dieses wunderbare Gefühl des „ersten Tragens“ in die Länge ziehe und es mehrmals erlebe. Ich fürchte, dass sich bei häufigem Tragen gewissermaßen der Zauber der Kleidung abnutzt, der einfach einigen (ganz wenigen!) Stücken innewohnt. Manche meiner Outfits liebe ich so sehr, dass ich sie wie einen ganz besonderen Schatz hüte (und ich spreche jetzt nicht von Kleidung, die man sowieso nur zu ganz besonderen Anlässen, wie Hochzeiten oder Konzertbesuchen tragen kann). Eigentlich schreibt (die auch von Ihnen empfohlene) Linda Deslauriers in ihrem Ratgeber einleuchtenderweise, man solle Lieblingsstücke auch auftragen, denn dafür sind sie ja schließlich gekauft worden. Wie halten Sie es mit Ihren absoluten Sahnestücken?

        Ganz herzliche Grüße an Sie und alle anderen Leserinnen, für die Mode genau so ein fantastisches Faszinosum ist, wie für mich, aber auch an alle, die sich ganz pragmatisch einfach nur morgens anziehen!
        Bianca

        Antworten
        • Modeflüsterin

          13/10/2013 @ 11:21

          Liebe Bianca,

          jetzt haben Sie mich ertappt und den Finger genau auf einen meiner Schwachpunkte gelegt. Ich horte neue, besondere Stücke erst einmal im Schrank, bis sich eine besondere Gelegenheit ergibt, die das Kleidungsstück oder die Schuhe „würdig“ in den Gebrauch einführt. Wenn allerdings dieser Bann gebrochen ist, trage ich sie regelmäßig und freue mich jedes Mal darüber wie ein Schneekönig :-) Ich arbeite allerdings daran, dass sich das ändert. Denn dass ich ein Kleidungsstück so lange horten kann, bis das erste Trage-Ereignis kommt, ist eigentlich ein Zeichen dafür, dass ich ein anderes Stück schon längst aus meinem Kleiderschrank hätte aussortieren müssen – es wurde ja bereits durch das neue, bessere Stück ersetzt. Oder noch schlimmer: Ich hätte das neue Stück gar nicht gebraucht, denn ich komme ja offensichtlich eine Weile auch ohne aus… Ich nenne dieses Phänomen den „Schattenschrank“. Das sind Kleidungsstücke, die für den unspektakulären Alltag (Haushalt, Home Office, Basteln oder Werkeln, Malen, in den Supermarkt gehen, etc.) noch gut genug sind, in denen man aber nicht unbedingt das Beste aus sich macht. Grundsätzlich ist das nicht schlimm und ich finde es völlig in Ordnung, dass sich die Garderobe den Anlässen anpasst. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass es gut tut, wenn Frau sich auch in solchen Alltags-Situationen schön fühlt und sich hochwertige, passende Kleidung dafür gönnt. Schwierig wird es, wenn der Kleiderschrank hauptsächlich aus solchen „Geht-schon-noch“-Stücken besteht. Dann sollte Frau ernsthaft darüber nachdenken, was falsch läuft – natürlich immer vorausgesetzt, dass die finanziellen Möglichkeiten bestehen, die Situation zu ändern.

          Mein Fazit lautet also: Wenn Sie sich in Ihrer Kleidung schön (genug) für Ihren Alltag finden, ist alles o.k. Wenn Sie in Ihrem Alltag die meiste Zeit das Gefühl haben, nur das Zweitbeste zu tragen und hinter Ihren Möglichkeiten zurück zu bleiben, ändern Sie das! Und: Kleidung ist dazu da, getragen zu werden – auch wenn es eben nicht der Smoking-Blazer zum Einkaufen im Supermarkt sein muss…

          In diesem Sinne grüßt Sie (eine gerade sehr bequem mit Jeans und Kaschmir-Pullover angezogene, im Home Office sitzende)

          Stephanie alias die Modeflüsterin

          Antworten
  3. Hürrem Demir

    20/07/2014 @ 11:18

    Liebe Modeflüsterin

    Ich bin eine totale Anfängerin in Sachen Mode und habe mir vorgenommen, meine Garderobe neu einzukleiden. Aber Schritt für Schritt. Habe mich schon in sooo vielen Blogs versucht schlau zu machen und bin so froh, glücklich und dankbar, dass ich Ihren Blog gefunden habe. Ich schätze Ihre wertvollen und einfach ausgedrückten Ausführungen und Tipps. Sie sind der Hammer. Ich werde Ihnen immer folgen. Was ich einerseits gut finde ist, dass Sie keine Werbungen für Marken machen, toll. Andererseits weiss ich zb als Laie nicht welche zb kleine hochwertige Labels lässig-feminine-schlicht-elegante Mode produzieren. Hochwertige Produkte sprengen mein Budget, wäre daher sehr froh über einige Insidertipps für hochwertige und nicht allzuteure Modelabels. Merci, dass es Sie gibt, herzlichen Dank:)

    Antworten
    • Modeflüsterin

      21/07/2014 @ 19:32

      Liebe Hürrem,

      das freut mich sehr, dass meine Tipps Ihnen dabei helfen, Ihre Garderobe systematisch und stilvoll aufzubauen! Lassen Sie sich dabei ruhig Zeit!
      Ich versuche tatsächlich, hier auf dem Blog nicht allzu viel Markenwerbung zu betreiben – alles mit Maßen. Allerdings haben meine Leserinnen bei meiner kleinen Umfrage im April durchaus Interesse an Produkttipps gezeigt und an Ihrer Frage sehe ich, dass der Bedarf da ist.
      Wenn ich auf dieser Webseite Marken nenne oder empfehle, dann nur, wenn ich die jeweiligen Marken oder Shops kenne und gut finde. Dabei achte ich besonders auf eine hochwertige Verarbeitung, gute Stoffe, ein tolles Design – idealerweise auch auf faire Produktion. Das ist leider nicht so oft zu günstigeren Preisen möglich. Sollte ich jedoch tatsächlich einmal auf eine Marke treffen, die den obigen Kriterien entspricht und auch noch bezahlbar ist, dann werde ich das hier auf dem Blog sicherlich erwähnen. Aber versprechen kann ich leider nichts…

      Trotzdem wünsche ich Ihnen ein gutes Händchen und viel Freude dabei, Ihr neues modisches Ich zu gestalten!
      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten
  4. waltraud grosler

    28/04/2016 @ 11:56

    hallo liebe Stepanie. Wir kennen uns bereits.
    Ich finde schön, dass es sie gibt. Danke für Ihre Mühe. Mit Ihren Vorschlägen treffen Sie bei mir immer wieder auf offene Türen. Die Erfahrungen habe ich im Laufe meines langen Lebens selbst machen müssen. Wenn Ich Sie eher kennengelernt hätte, wäre es schneller gegangen, und es hätte weniger Fehlkäufe gegeben.
    Ihre Vorschläge setze ich täglich um. Aber ein Problem gibt es. Ich liebe schwarz. Es steht mir am besten. Mein Kleiderschrank ist voll davon. Immer wenn ich etwas farbiges kaufe, ist es ein Kompromiss. Schwarz bleibt mein Favorit. Ich bin ein Herbsttyp. Die Basis ist schwarz, darüber ist was farbiges, leider im Moment jenseits des Trends. Das verunsichert mich leicht.
    Aber nochmal, ich mag schwarz.

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    • Modeflüsterin

      28/04/2016 @ 18:39

      Liebe Waltraud,

      dass Ihnen als Herbsttyp Schwarz so gut gefällt, ist verwunderlich. Denn Herbsttypen benötigen eigentlich mehr Wärme. Aber Ihre Vorliebe sollten Sie unbedingt ausleben. Ihr Gefühl ist ein klares Zeichen. Wenn Sie dazu etwas Farbiges anziehen möchten, dann sollten Sie das auch tun – egal, ob das gerade Trend ist oder nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass eine strahlende Herbstfarbe Ihnen in Gesichtsnähe gut tun würde. Und dann habe ich noch eine weitere Idee: Schwarz lässt sich nämlich auch hervorragend mit einem warmen Schokoladen-Braunton kombinieren. Das sieht sehr edel aus. Und es könnte sein, dass dadurch Ihre schwarze Dominanz schon genug aufgelockert wird, dass Sie sich wohl damit fühlen. Einfach mal ausprobieren! ich wünsche Ihnen viel Erfolg damit!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      Antworten

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