Aus kurz mach lang – 6 Mode-Tricks für lange Beine

Gisele Bündchen in hochgekrempelten Boyfriend-Jeans und Sneakers. Dieses Outfit macht die Beine kurz.

Dieses Outfit macht sogar dem Supermodel Gisele Bündchen kurze Beine.

Sie finden Ihre Beine zu kurz und beneiden alle Frauen mit Endlos-Beinen? Brauchen Sie nicht! Sehen Sie sich lieber eine aktuelle Anzeigenkampagne mit Gisele Bündchen an. Dort posiert das weltberühmte Topmodel in verschiedenen Outfits und zeigt, wie frau ganz lange Beine bekommt – nur leider genau umgekehrt. Sie können dabei zusehen, wie aus einer langbeinigen Gazelle ein etwas nachteilig proportioniertes Mädchen von nebenan wird. Wenn Sie mal genau hinsehen und analysieren, warum das so ist, kommen Sie – im Umkehrschluss – auf 6 Mode-Tricks, die auch Ihnen lange Beine machen.

Normalerweise schenke ich ja den kräftig digital nachbearbeiteten Anzeigenmotiven der Fashion-Industrie keinen Glauben. In diesem Fall mache ich aber eine Ausnahme. Denn selten habe ich einen so eindeutigen Beweis dafür gesehen, dass Mode die Proportionen einer Frau entscheidend verändern kann. Tatsache ist – und das dürfte jetzt allen Frauen mit kurzen Beinen gefallen: Die Beine einer Frau sind so lang, wie es ihr Outfit zulässt. Das bedeutet, zwischen Ihrer tatsächlichen und Ihrer scheinbaren Beinlänge können zig Zentimeter liegen. Im vorliegenden Fall werden die Beine von Gisele sogar gefühlte 30 bis 40 Zentimeter kürzer!

Grundsätzlich gilt:

Lassen Sie den Betrachter nicht genau sehen, wo Ihre Beine anfangen und wo sie enden!

Dann füllt er diese Erkenntnislücke anhand der Anhaltspunkte, die Sie ihm geben. Zu den wichtigsten Stellen, an denen das Auge abschätzen kann, wie lange Ihre Beine sind, gehören die Taille, die Hüfte, der Schritt und der Abstand dieser Stellen zum Boden. Da Gisele in beiden Anzeigenmotiven flache Sneakers trägt, wurde in diesem Fall nicht mit hohen Absätzen getrickst, um den Abstand zum Boden künstlich zu erhöhen. Da sie zudem in beiden Anzeigen Hosen trägt, ist auch der Schritt des Models deutlich zu sehen – er befindet sich auf beiden Motiven exakt auf der gleichen Höhe. Was macht also den Unterschied aus? Hier sind meine Beobachtungen:

6 Fashion-Tipps, die Ihnen lange Beine machen

Gisele Bündchen mit einem hellen Anzug und Sneakers. Dieses Outfit macht die Beine lang.

Dieses Outfit macht die Beine länger: Eine bodenlange Hose, ein taillierter Blazer und Beine, deren Anfangspunkt nicht genau zu orten ist.

  1. Tragen Sie Hosen, die bis zum Boden reichen. Wenn der Saum der Hose kürzer oder zusätzlich noch hochgekrempelt ist, wird die gesamte Länge der Beine bis zum Boden nicht mehr wahrgenommen. Vielmehr wird diese Länge in mehrere optische Abschnitte zerlegt und damit im Auge des Betrachters verkürzt.
  2. Tragen Sie Schuhe mit einem möglichst tiefen Zehen-Dekolleté – falls die Schuhe überhaupt unter der Hose sichtbar sind (siehe Punkt 1). So werden die Beine optisch bis zum Zehen-Ansatz verlängert. Die knöchelhohen Sneakers in der Anzeige haben genau den gegenteiligen Effekt: Sie erhöhen den Fuß-Bereich zu Lasten der Beinlänge.
  3. Tragen Sie keine zu tief auf der Hüfte sitzenden Hosen oder Röcke, deren Bund deutlich sichtbar bzw. akzentuiert ist. Damit legen Sie Ihren identifizierbaren Bein-Anfangspunkt optisch deutlich tiefer und verkürzen die Strecke zum Boden. Im vorliegenden Beispiel wird der Bund der Hüfthose zusätzlich mit einem roten Gürtel betont und das Auge kann diesen proportional nachteiligen Fixpunkt kaum übersehen.
  4. Vermeiden Sie starke Farbkontraste zwischen Ober- und Unterteil Ihres Outfits, wenn der Farbübergang erst in Hüfthöhe erfolgt. Der Punkt, an dem die beiden Farben aufeinandertreffen, wird vom Auge automatisch als Beginn der Beine wahrgenommen (siehe Punkt 3). Findet das Auge bei einem Ton-in-Ton-Outfit jedoch keine eindeutige Farb-Abgrenzung, sucht es sich andere Anhaltspunkte (siehe Punkt 6).
  5. Gestalten Sie den Übergang zwischen Ober- und Unterteil Ihres Outfits im Lagen-Look. Damit wird die Silhouette dieser Zone so fließend, dass niemand die genaue Position Ihrer Taille und Hüfte sehen kann. Ein T-Shirt oder Top, das locker über den Hosenbund fällt (oder sogar den Schritt verdeckt!), zusammen mit einer Jacke oder Weste in unterschiedlicher Länge erledigen diesen Job.
  6. Verschieben Sie Ihre Taille optisch ein wenig nach oben. Wählen Sie höher geschnittene Hosen und Röcke. Das ist besonders vorteilhaft, wenn Sie – relativ gesehen – einen eher langen Oberkörper haben. Besonders einfach geht das im Lagen-Look: Tragen Sie als äußerste Schicht ein Kleidungsstück, beispielsweise einen Blazer, eine Weste, eine Strickjacke oder einen Kurzmantel, dessen Taillierung etwas oberhalb Ihrer natürlichen Taille liegt. Sehen Sie sich doch noch einmal den Schnitt von Giseles Blazer ganz genau an, dann wissen Sie, was ich meine…

Die besagte Anzeigenkampagne ist ein Lehrbeispiel dafür, wie Proportionen und Silhouetten der Mode zu einer wahren Metamorphose der weiblichen Figur führen können. Ich hätte wirklich nie geglaubt, dass es ein Outfit gibt, das sogar Gisele in ein kurzbeiniges Wesen verwandeln könnte. Aber ist es nicht auch ein wenig beruhigend, dass es so ist? Was meinen Sie?

Wenn Ihnen diese kleine Mode-Analyse gefallen hat: Empfehlen Sie diesen Blog doch einfach Ihren Freundinnen weiter! Ich freue mich über jede interessierte Leserin und natürlich über Ihre Kommentare!

 

8 Kommentare

  1. Heike Dexheimer

    Hallo Stephanie,
    das sind wirklich tolle Tipps, die lassen sich echt einfach umsetzten.
    Danke, auch für den Kommentar bei G+ und viele Grüße
    Heike

    • Modeflüsterin

      Hallo Heike,
      vielen Dank für das Lob! Von einer Fachfrau freut mich das natürlich besonders… 😉
      Herzliche Grüße von
      Stephanie
      alias der Modeflüsterin

  2. Alice Sattler

    Hilfreich wäre ein link zu der besprochenen Seite – konnte leider trotz Recherche nichts finden.

    • Modeflüsterin

      Liebe Alice,

      es gibt leider keinen Link zu den angesprochenen Motiven, da sie nicht online verfügbar sind. Es handelt sich um Anzeigenmotive, die im letzten Herbst in mehreren Printmagazinen zu sehen waren. Sorry!

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  3. Liebe Stephanie,

    ich finde deine Seite super und verbringe sehr gerne viel Zeit hier, um mir alle möglichen Beiträge durchzulesen, die für mich ganz hilfreich sein könnten.
    Letztendlich möchte ich Sie um einen Rat in Bezug auf meine kurzen und gleichzeitig krummen Beine bitten. Meine Unterschenkel scheinen ein ‘ O ‘ anzudeuten, weshalb ich mich oft frage, ob ich es mir leisten kann eng anliegende Röhrenjeans zu tragen, da man hierfür sicherlich schöne gerade Beine haben sollte. Das Problem aber ist, dass ich ausgestellte Jeans, wie zB die Boot-Cut, nicht anziehen mag. Ich habe es mit geraden Jeans versucht und habe das Gefühl, dass das im Alltag ganz gut klappt, zu festlichen Anlässen diese jedoch einfach zu sportich sind. Haben Sie möglicherweise einige Tipps mit denen ich mein ‘kleines’ Problem lösen könnte?
    Ich bedanke mich schonmal im Voraus!
    Liebe Grüße
    Alina

    • Modeflüsterin

      Liebe Alina,

      die Hosenformen, die für Sie am besten passen, hängen natürlich von Ihrer restlichen Figur ab. Es gibt viele Alternativen zu engen Röhrenhosen – die übrigens kaum einer Frau richtig gut stehen 😉
      Eine Hosenform, die hingegen fast jeder Frau gut steht, ist tatsächlich eine leichte Boot Cut oder ein Exemplar mit geradem, schmalen, aber nicht zu engen Hosenbein, das bis fast auf den Boden reicht. In dieser Form gibt es ganz tolle Hosen in wunderbaren Stoff-Qualitäten, die wirklich für fast jeden Anlass geeignet sind. Eine exzentrischere Variante wäre beispielsweise eine weite Palazzo-Hose aus Seide, die einem Maxirock sehr nahe kommt. Aber dafür müssten Sie groß und eher schlank gebaut sein. Und eine solche Hose ist weniger gut fürs Büro geeignet 😉
      Jetzt hoffe ich, dass Sie sich für eine der genannten Formen vielleicht doch begeistern können…

      Herzliche Grüße von
      Stephanie alias die Modeflüsterin

      • Liebe Stephanie,

        Sie sagten es käme darauf an, wie der restliche Körper gebaut sei. Ich würde mich der X-Figur zuordnen, mit einem leichten Hang zur Y-Figur, da ich das Gefühl habe, dass meine Schultern ein kleines Stück breiter als meine Hüften sind. Gibt es dann hierfür ganz bestimmte Schnitte die ich bevorzugen sollte, oder gilt hier wieder der Rat zur Boot-Cut oder der Geraden?

        Liebe Grüße
        Alina

        • Modeflüsterin

          Hallo Alina,

          für die X- und Y-Figur finden Sie viele Tipps – auch zu passenden Hosenformen – bei den entsprechenden Beiträgen. Vielleicht möchten Sie dort noch einmal nachsehen?
          Ich dachte eigentlich, es ginge konkret um Ihr Bedenken wegen der Form Ihrer Unterschenkel. Ich habe Sie so verstanden, dass Sie hauptsächlich dies kaschieren wollen, aber trotzdem gerne engere Hosen tragen. In diesem Fall ist tatsächlich eine schmale, gerade Hose oder eine mit leichtem (!) Boot Cut die beste Alternative. Beide Hosenformen sind auch für die X- und Y-Figur sehr gut geeignet. Diese Formen gibt es auch in edlen Materialien, so dass es nicht zu sportlich wirkt.
          Im Gegensatz dazu betont eine skinny Hose die Form der Beine und zeigt sie genau so, wie sie sind.

          Leider kann ich aus der Ferne keine präziseren Ratschläge geben. Wenn Sie eine ganz individuelle Stilberatung benötigen, empfehle ich Ihnen eine Stilberaterin vor Ort zu Rate zu ziehen. Ich hoffe dennoch, dass Ihnen diese Tipps weiterhelfen.

          Herzliche Grüße von
          Stephanie alias die Modeflüsterin

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